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Alqueva-Stausee

Europas größter Kunstsee

Das bisher engagierteste Projekt in ganz Europa, einen künstlichen See anzulegen, findet sich in Portugal an der Grenze zu Spanien. Der Alqueva-Stausee (portugiesisch: Barragem do Alqueva) hat eine Oberfläche von 25.000 Hektar – das entspricht der Fläche von Malta und ist gut 27-mal so groß wie das geplante hannoversche Projekt.

In diesem Jahr soll er nach 15 Jahren Bauzeit seine endgültige Wasserhöhe erreichen, auch werden die letzten Straßen am Seeufer fertiggestellt. Erste Planungen begannen schon 1974 zu Zeiten der Diktatur, wurden aber 1978 wieder gestoppt – es gab heftige Proteste von Umweltschützern und Archäologen. 1995 startete das Projekt erneut, seit 2004 arbeitet das Wasserkraftwerk mit zwei Turbinen der 130 Megawatt-Klasse. Für das Seeprojekt musste ein Dorf verlegt werden, mehrere archäologische Fundplätze sind untergegangen. Portugal verspricht sich für die zuvor nicht sonderlich erschlossene Bergregion milliardenschwere Umsätze im Tourismus und in der Immobilienwirtschaft. Während der Aufbauphase profitieren zudem Handwerk, Bauindustrie und Dienstleister.

Der größte künstliche See in Deutschland ist nicht einmal ein Zehntel so groß: Es ist der weitgehend fertiggestellte Geiseltalsee bei Halle in Sachsen-Anhalt. Er misst 1840 Hektar. Der Aufbau der maritimen und touristischen Infrastruktur hat etwa 7,5 Millionen Euro gekostet. Weil der Geiseltalsee eine Fläche des ehemaligen Tagebaus ist, musste er nicht mehr extra ausgebaggert werden. Zudem gab es rund 5,9 Millionen Euro aus Fördertöpfen für die Bergbausanierung. 2008 war die erste Marina bei der Ortschaft Mücheln fertig, eine zweite ist geplant.

In Norddeutschland gilt der Sedlitzer See in Brandenburg als größter künstlicher See. Mit einer Wasserfläche von 1330 Hektar ist er der größte von 30 Seen in der Lausitz, auch dort handelt es sich um die Rekultivierung eines Braunkohletagebaugebiets. 2015 soll die Flutung abgeschlossen sein. Zurzeit beginnt der Bau eines 186 Meter langen schiffbaren Verbindungstunnels zum nahen Ilsensee, der eine Bahnlinie und eine Bundesstraße unterquert – allein dieser Tunnel soll zwölf Millionen Euro kosten.

Conrad von Meding

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Hannover in Zahlen

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