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Aus der Stadt Nord-Süd-Dialog im Flughafen
Hannover Aus der Stadt Nord-Süd-Dialog im Flughafen
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23:22 11.12.2009
Gruppenbild mit Diva: Günther Oettinger mit Lebensgefährtin Friederike Beyer, Faye Dunaway und das Ehepaar Bettina und Christian Wulff. Quelle: Steiner

Der Begriff klingt nach politischer Klausurtagung. Doch der „Nord-Süd-Dialog“ ist alles andere als das, wie sich Freitagabend im Terminal C des Flughafens zeigte. Der Ort schien Symbol zu sein, die Veranstaltung hob so richtig ab. Man überbot sich selbst bei dem vor drei Jahren in Hannover aus der Taufe gehobenen und seither im Wechsel mit Stuttgart alljährlich gefeierten Ländertreffen zwischen Niedersachsen und Baden-Württemberg. So gut besucht, so prominent besetzt und so spektakulär in der Szenerie des Geschehens war der Gipfel der gepflegten Gespräche noch nie. Und nun überstrahlte auch noch ein echter Hollywoodstar die anderen ohnehin schon hochkarätigen rund 900 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Sport: „Oscar“-Preisträgerin Faye Dunaway (68) beteiligte sich am Partyplausch.

„Die Verständigung zwischen Nord und Süd ist eine großartige Sache, das könnten wir in Amerika auch immer noch gut gebrauchen“, meinte bestens aufgelegt die große Filmdame, die aus Florida angereist war. So jemanden nach Hannover zu bekommen gelingt wohl auch nur einem Manfred Schmidt (61), der Frau Dunaway denn auch fröhlich herzte – ebenso übrigens wie seine Nachnamensvetterin, die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (60), die mit ihrer Schwester gekommen war. Der Veranstaltungsprofi mit Sitz in Köln und Barcelona ist eine Größe seiner Branche. Von seiner Idee des Nord-Süd-Treffs überzeugte er auch die Ministerpräsidenten Niedersachsens und Baden-Württembergs, sodass Christian Wulff (50) und Günther Oettinger (56) stets die Schirmherrschaft für die durch Sponsoren finanzierte Feier übernehmen. „Der Nord-Süd-Dialog steht für gegenseitige Wertschätzung, für Miteinander statt Gegeneinander“, meinte Wulff. Kollege Oettinger hatte ebenfalls Staatstragendes im Angebot, aber auch Bekenntnisse wie: „Plattdeutsch? Das kenne ich durch meinen Freund Peter Harry Carstensen.“ Für Oettinger, der im Januar EU-Kommissar wird, war es der letzte „Nord-Süd-Dialog“ als Schirmherr.

Der fand – unter anderem mit Küchengrüßen von Wolfsburgs Sternekoch Sven Elverfeld (41) – zwischen Palmen und Bambuspflanzen statt, mit denen die Veranstalter die Abflugebene zu einer Urlaubslandschaft umgestaltet hatten. Als Vertreter einer zuletzt viel und kontrovers diskutierten Nord-Süd-Verbindung trafen dort auch die Chefs von VW und Porsche, Martin Winterkorn (62) und Michael Macht (49), aufeinander. Der Stuttgarter Autobauer wurde gerade vom Wolfsburger VW-Konzern übernommen, nette Randnotiz dabei: Winterkorn kommt aus der Nähe von Stuttgart. Munter posierten die beiden mal mit, mal ohne Wulff vor den präsentierten Konzernerzeugnissen wie Porsche Panamera, VW Polo – und seit neuestem auch Modellen von Suzuki. Macht betonte: „Ich komme mit sehr guten Gefühlen nach Hannover.“ Das betonte auch Conti-Aktionärin Maria Elisabeth Schaeffler (68), deren Verhältnis zur Landeshauptstadt durch den Conti-Poker zuletzt nicht unbelastet war.

Ministern aus beiden Ländern konnte Philipp Rösler (36) die Hände schütteln. „Schön, hier auch meine früheren Kollegen aus Niedersachsen wieder zu treffen“, meinte der Bundesgesundheitsminister. Wirtschaftslenker wie TUI-Chef Michael Frenzel (62), Flughafen-Vorstandschef Raoul Hille (49) oder AWD-Gründer Carsten Maschmeyer (50) leisteten ebenfalls ihren Beitrag zum Dialog. Auch Medienleute wie „Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow (52) oder der frühere „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust (63) zeigten Dialogfreudigkeit. „Immer wieder gern, ich bin eben Niedersachse“, meinte Aust. Buhrow bestätigte dem Norden einen klaren Vorteil: „Auch, wenn ich eigentlich aus dem Rheinland komme, fühle ich mich hier sehr wohl.“

Maschmeyers Lebensgefährtin, Schauspielerin Veronica Ferres (44), die sich wieder ausgezeichnet mit Bettina Wulff (35) verstand, vertrat die Schauspielsparte – wie Bettina Zimmermann (34) und Simon Licht (43), beide in der Region Hannover aufgewachsen. Der aus der TV-Serie „Stromberg“ bekannte Licht kam nach einer Meniskusoperation mit Krücken, aber mit guter Laune. Beweglich zeigte sich dagegen Lilly zu Sayn-Wittgenstein (36). Die ehemalige Prinzessin zu Schaumburg-Lippe drehte sich auf dem roten Teppich, während Jennifer Hof (18), „Germanys Next Topmodel“ 2008, fast unbeachtet ihren Weg ins Terminal nahm und direkt nach dem Schulunterricht mit ihrer Mutter angereist war. Am Ende sagte man sich „Tschüs“ oder „Ade“ und freute sich aufs kommende Treffen nächstes Jahr in Stuttgart.

von Stefanie Kaune und Dany Schrader

Bloß nicht zu
sehr strahlen
Eigentlich ist Christian Wulff in diesen Tagen bestens gelaunt. Doch auf dem Terminal C des Flughafens, am späten Freitagabend, gab sich der Regierungschef große Mühe, nicht zu strahlend zu erscheinen. Das hätten die Gäste aus dem Süden womöglich falsch verstehen können. Im ewigen Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche, der noch in den vergangenen beiden Jahren den Nord-Süd-Gipfel überschattet hatte, ist mittlerweile nämlich eine Entscheidung gefallen: Gewonnen hat Niedersachsen. Vor einem Jahr, beim Gipfel in Stuttgart, schien es noch genau andersherum, und damals hatten einige Porsche-Vertreter gewitzelt, das Niedersachsen-Ross werde bald durch das weiße Pferd im Porsche-Logo ersetzt. Nun war für manchen Niedersachsen die Versuchung groß, es den Baden-Württembergern heimzuzahlen – mit neckischen Bemerkungen über die „Verlierer im Süden“.

Doch weit gefehlt: „Kein Triumphgefühl, kein Jubel“, gab der Wolfsburger Oberbürgermeister Rolf Schnellecke als Botschaft aus. Und Wulff selbst sprach in seiner Begrüßungsrede gar nicht mehr vom Konflikt der Automarken, sondern vielmehr ausgiebig über den beruflichen Karrieresprung seines Stuttgarter Amtskollegen Günther Oettinger, der demnächst EU-Kommissar wird. „Hoffentlich kennst Du uns noch, wenn Du in Brüssel bist“, sagte Wulff an die Adresse seines politischen Freundes. Und der bedankte sich brav beim diesjährigen Gastgeber: „Wir wünschen Niedersachsen einen weiteren Aufstieg.“ Beide waren sehr bemüht, über den anderen ausschließlich Freundlichkeiten zu äußern.

Nur dass die Flugzeuge aus Stuttgart verspätet in Hannover landeten, sahen manche Gäste als verstecktes Zeichen: „Die hatten es diesmal nicht ganz so eilig, sich mit den Niedersachsen zu treffen“, witzelte ein Gast.

von Klaus Wallbaum

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