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Aus der Stadt Nordstädter präsentiert Wegweiser durch Kiosk-Landschaft in Hannover
Hannover Aus der Stadt Nordstädter präsentiert Wegweiser durch Kiosk-Landschaft in Hannover
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13:05 16.11.2010
Von Rüdiger Meise
Tobias Jungnickel ist der Entwickler des Kioskguides für Hannover. Quelle: Martin Steiner
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Es war irgendwann im Sommer. Tobias Jungnickel lag mit zwei Freunden auf einer Wiese am Maschsee, als einer der drei eine wichtige Frage stellte: Wo bekommen wir jetzt einen Sechserträger kaltes Bier her? Die drei Nordstädter schauten sich an. Wo ist am Maschsee ein Kiosk?

Die Ratlosigkeit der drei Freunde hatte Folgen. Seit diesem Tag arbeitet Tobias Jungnickel an einem Kioskführer im Internet. Die Idee: Jeder sollte per Laptop oder per internetfähigem Handy schnell und bequem den nächstgelegenen Kiosk finden können. Außerdem zeigt der Kioskführer an, ob der Laden momentan geöffnet hat – und die Bierpreise sind mit Punkten in Ampelfarben dargestellt. Rot: Bier ist teurer als ein Euro; Gelb: ein Euro; Grün: günstiger als ein Euro.

173 Kioske führt Jungnickels Internetseite bislang auf – vollständig ist die Liste nicht. Bei der Stadt sind zurzeit 229 Kioske und Trinkhallen gemeldet. Die Hannoveraner sind eingeladen, die Liste zu erweitern. Ähnlich wie bei der Internet-Enzyklopädie Wikipedia kann jeder Nutzer der Seite die Liste ergänzen. Ausdrücklich gewünscht sind Kommentare, Beschreibungen und Bewertungen der Kioske. Schließlich könne er nicht selbst jeden Kiosk der Stadt kennen, sagt Jungnickel. Keine Probleme machte dem 27-Jährigen die Programmierung der Homepage: Er studiert angewandte Informatik.

„Die Kioske in den Stadtteilen, in denen ich mich oft aufhalte, dürften ziemlich komplett aufgeführt sein“, sagt der Nordstädter. Gemeint sind Linden-Nord, Calenberger Neustadt, Mitte und die Nordstadt. Der Stadtteil mit den meisten Kiosken ist wie erwartet Linden-Nord: 35 sind aufgelistet, während in Stöcken und Kleefeld nur je einer verzeichnet ist. Bis heute fehlt in der Liste der Kiosk am Maschsee-Nordufer, der die Antwort auf die Frage darstellt, mit der alles begann.

Bei der Stadt reagiert man amüsiert über das Angebot im Internet. „Wir hielten Hannover schon immer für Deutschlands Kiosk-Hauptstadt“, sagt Sprecher Udo Möller. „Das scheint sich hier zu bestätigen.“ Besucher aus anderen Regionen des Landes wunderten sich häufig über die vielen Kioske, sagt Möller. Wie lieb gewonnen die Hannoveraner ihre Kioske und Trinkhallen haben, zeige sich in der geringen Zahl der Beschwerden. Lediglich 16 Beanstandungen über Lautstärke oder trinkende Kunden in der Nähe von Kiosken seien seit Januar bei der Stadt eingegangen. Übrigens unterscheidet die Verwaltung zwischen Kiosk und Trinkhalle: Ein Kiosk ist ein Einzelhandel mit erweiterten Öffnungszeiten, an einer Trinkhalle dürfen alkoholfreie Getränke konsumiert werden – um Alkohol zu trinken, muss man sich 20 Meter von der Trinkhalle entfernen.

Wieso Kioske in Hannover so beliebt sind, ist für Jungnickel klar: Zwar seien sie etwas teurer als Supermärkte, aber „wir Hannoveraner schauen eben nicht nur auf den Preis“, sagt er. „Uns ist Heimatnähe, Unkompliziertheit und der soziale Kontakt am Kiosk wichtig – und kaltes Bier.“

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