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VW-Nutzfahrzeuge

Notarzt versorgt Hungerstreikende


Der Protest vor dem Tor 3 des VW-Nutzfahrzeugewerkes in Stöcken hält an. Am Montag waren bereits sieben Leiharbeiter im Hungerstreik, drei der Männer harren seit Freitag unter zwei Pavillons in Zelten aus.

Sie wehren sich mit einem Hungerstreik gegen die Entlassung.

© Kris Finn

Die Verträge von 213 VWN-Zeitarbeitern laufen am Dienstag aus. Mit dem Hungerstreik wollen die Männer eine Verlängerung der Beschäftigung erreichen, auch eine Arbeit im VW-Hauptwerk in Wolfsburg würden sie annehmen. „Dort gibt es durch die Abwrackprämie genug Arbeit, doch sie stellen neue Leute ein, anstatt uns zu beschäftigen“, wirft der Leiharbeiter Yusuf Atag dem Unternehmen vor. Ein VWN-Sprecher sagte, es werde weiter nach Lösungen gesucht. Einen Zeitrahmen nannte er nicht.

Mittlerweile sind die hungernden Leiharbeiter geschwächt. Bereits am Sonntag erlitt nach Angaben eines Kollegen einer der Streikenden nach einer kalten Nacht einen Schwächeanfall und musste vor Ort notärztlich behandelt werden. Eine Behandlung im Krankenhaus lehnte er auf eigenes Risiko ab, da er weiterstreiken wollte. Auch am Montag musste erneut ein Notarzt einen Streikenden versorgen. Solange die Männer genug trinken würden, bestehe aber keine Lebensgefahr, sagte ein Rettungshelfer. „Wir bleiben so lange hier, bis wir unser Ziel erreicht haben“, betonte der 24-jährige Tufan Cicek.

Montag Mittag bekamen die Männer zu einer Kundgebung Unterstützung von etwa 50 anderen Leiharbeitern, Angehörigen, Vereinsvertretern und von Politikern der Linkspartei. „Es ist unfassbar, dass Menschen zu Mitteln wie einem Hungerstreik greifen müssen, um für einen Job zu kämpfen, von dem sie gerade so leben können“, sagte die Landtagsabgeordnete Pia Zimmermann. Sowohl von VWN als auch vom Betriebsrat und der IG Metall fühlen sich die Protestler im Stich gelassen. „Keiner hat sich bisher sehen lassen, dabei haben wir signalisiert, dass wir gesprächsbereit sind“, sagte Atag. Zwar laufen die Verträge der Leiharbeiter noch bis Dienstag, der Zugang zum Werksgelände wird den Arbeitern aber verwehrt. „Wir dürfen hier noch nicht mal auf die Toilette gehen, ich habe auch noch Sachen im Spind“, beklagt Endri M. Die Streikenden haben nun ein Dixi-Klo aufgestellt, das über Spenden finanziert wurde.

Unternehmen und Betriebsrat weisen die Vorwürfe zurück. „Wir schicken mehrmals täglich einen Werksarzt zu den Streikenden, das gebietet schon die Fürsorgepflicht“, sagt der Unternehmenssprecher. Die Betreuung werde aber ebenso abgelehnt wie das Angebot, einen Toilettenraum des Werkschutzes zu nutzen, der außerhalb des eigentlichen Werksgeländes liege. Ferner seien es die Streikenden, die jegliches Gesprächsangebot zurückwiesen. Einen Imageverlust fürchtet der Konzern nicht, obwohl Montag ein ansehnliches Medienaufgebot vor Ort war. „Wir tun ja für die Männer, was wir können“, betont der Sprecher.

Ähnlich äußert sich der Betriebsrat: „Wir nehmen uns der Sorgen der Leiharbeiter an und haben für die Aktion kein Verständnis, solange verhandelt wird.“ Die Streikenden selbst würden aber nur mit dem oppositionellen Betriebsrat Ibrahim Badan reden. In Stöcken vermutet man, dass die kommende Betriebsratswahl ihre Schatten vorauswirft, auch wenn sie erst 2010 ansteht.

von Hannah Suppa und Bernd Haase

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  • Hungerstreik Danki – 03.04.09
    Ihr habt doch keine ahnung was dort abgeht!!man arbeitet 2 jahre und dann raus!das problem ist ja dass im werk in WOLSBURG leiharbeiter benötigt werden durch die hohen anfragen an Z.B. golf,polo etc.!! Aber VW stellt neue Leiharbeiter ein anstatt erstmal die ´´alten´´ zu nehmen!!und das ist das problem!also redet nicht wenn ihr keine ahnung habt!
  • Hungerstreik bei VWN Bulli 2 – 31.03.09
    Endlich mal einer der sagt was er denkt, auch wenn die Leiharbeit für die BETEILIGTEN nicht so toll ist, sollten die Leute mal überlegen wenn es die Leiharbeit in der Form nicht gäbe hätten sie den Job bei VWN nicht gehabt, denn welches Unternehmen hätte sie dann eingestellt wenn das Unternehmen die Leute dann nur schwer wieder los werden würde?
    Ich hoffe VWN bleibt hart was die Leute angeht, denn wenn nicht wird jeder Arbeitgeber erpressbar. Die Aktion heute Mittag zeigt was die Streikenden von VW Mitarbeitern halten als sie die Spätschicht nicht auf den Parkplatz lassen wollten.
    Liebe Führung und Betriebsrat von VWN bleibt hart und lasst die Streikenden draußen stehen.
  • Nur Leiharbeiter DerAndy – 31.03.09
    Hallo Jungs,
    ob Ihr es wahrhaben wollt oder nicht: Ihr seit nur Leiharbeiter und keine Angestellten des VW Konzerns.

    Als Unternehmer hole ich mir Leiharbeiter um Spitzen im Unternehmen auszugleichen. Sobald die Spitzen abgearbeitet sind möchte ich die Leiharbeiter wieder loswerden, ansonsten könnte ich direkt Personen einstellen.

    Also Jungs, wenn Euch das Jobangebot als Leiharbeiter nicht gefällt dann sucht Euch einen anderen Arbeitsplatz.

    Die Realität ist halt hart und Unternehmen sind keine Wohlfahrtsunternehmen.
  • Spinnerte Idee bulli – 31.03.09
    Ein freiwilliger Hungerstreik ist ja kein Notfall. Eher persönliche Meinungsäusserung.

    Da kann man nur hoffen, dass die Streikenden die Arztkosten aus eigener Tasche bezahlen müssen. Dieses der Solidargemeinschaft der gesetzlich Krankenversicherten aufzudrücken ist Abzocke.

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