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Falschparkende Zahnärztin legt sich mit Justiz an

17 Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren Falschparkende Zahnärztin legt sich mit Justiz an

Das ist rekordverdächtig: Eine Zahnärztin aus der Südstadt war in den vergangenen acht Tagen zu vier Verhandlungsterminen beim Amtsgericht geladen, hatte viermal Einspruch gegen Bußgeldbescheide eingelegt – und ist viermal nicht erschienen. Damit sind alle ihre Einsprüche hinfällig.

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Ein Falschparker in der Nähe des Aegidientorplatzes.

Quelle: Franson (Symbolbild)

Hannover. Besonders an Parkverboten hat die 66-Jährige heftig zu kauen, doch auch sonst steht sie der Justiz eher zähnefletschend gegenüber. Seit 2009 waren am Amtsgericht bereits 17 Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen sie anhängig, unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, fahrlässiger Körperverletzung, Nötigung und falscher Verdächtigung. „In Hannover erlebe ich nur Terror“, schreibt sie in ihrem jüngsten Einspruch ans Gericht. Doch wessen Schuld ist das?

Am Donnerstag musste sich Amtsrichterin Maria Kleimann mit einem Parkverstoß nahe dem Aegi beschäftigen. Gemeinsam mit drei anderen Autos hatte die Zahnärztin ihren Mazda vergangenen November in der Straße Aegidiendamm abgestellt, im Halteverbot kurz hinter der Hildesheimer Straße und mit zwei Reifen auf dem Gehweg. Dieser Verkehrsverstoß fiel einer Politesse ins Auge, das Knöllchen sollte 30 Euro kosten. Doch die Medizinerin, deren Praxis nicht weit entfernt ist, zeigte wenig Einsicht. Der Gehweg sei an dieser Stelle sehr breit, bekundete sie schriftlich, und so gut wie nie habe sie dort Fußgänger gesehen. Zudem habe die Stadt dort nicht genügend Verbotsschilder aufgestellt, andere Autos würden da auch parken, und überhaupt dürfe die Ordnungsbehörde Bußgelder nur dann verhängen, wenn niemand behindert wird – was natürlich Quatsch ist.

Doch ließ es die renitente Doktorin nicht beim Einzelfall bewenden, sondern holte gleich zum Rundumschlag aus. Die aus Bosnien und Herzegowina stammende Frau, die inzwischen deutsche Staatsangehörige ist, stellte in den Raum, dass man’s „mit uns Ausländern“ ja machen könne. Auch im Rheinland sehe man die Dinge nicht so eng wie in Niedersachsen: Schließlich habe sie in Köln im Laufe von zehn Jahren kein einziges Strafmandat kassiert, während es in Hannover offenbar nur „Fach-Analphabeten“ gebe.

So verbissen sich die Zahnärztin auch weigert, ihre Bußgelder ohne Verzug zu zahlen – ins Gefängnis gehen möchte sie nicht für ihre Verkehrssünden. Bereits achtmal hat ihr das Gericht mit Erzwingungshaft gedroht, sollte sie die jeweilige Geldstrafe nicht bezahlen. Bislang hat die Medizinerin im letzten Moment aber immer gezahlt. In einer Haftzelle kann man als Freiberuflerin schließlich kein Geld verdienen.

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