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Stadt wartet auf neue Flüchtlingsquote

Notunterkünfte Stadt wartet auf neue Flüchtlingsquote

4300 Menschen mit Flüchtlingsstatus leben derzeit in städtischen Einrichtungen, rund 1500 davon in Notunterkünften wie dem ehemaligen Oststadt-Krankenhaus, dem alten Bettenhaus Siloah oder dem ehemaligen Maritim-Grandhotel. Andernorts stehen Gebäude bereits leer.

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Maritim: Mit rund 550 Flüchtlingen voll belegt.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Der Deutsche Pavillon ist leer geräumt: Die große Veranstaltungshalle des Expo-Bauwerks, wo noch bis vor Kurzem 160 Flüchtlinge in provisorischen Zeltdörfern lebten, wartet auf eine neue Verwendung. Die Stadt hatte die Immobilie auf dem Höhepunkt der jüngsten Zuwanderungsbewegung für 5,5 Millionen Euro gekauft. Zunächst werde sie wohl als Reserve dienen, falls die Zahl der Hilfesuchenden angesichts der Kriege in der Welt wieder zunehme, sagt Stadtsprecher Alexis Demos.

Der Deutsche Pavillon gilt seit Jahren als „Problemimmobilie“. Für Veranstaltungen ist das Haus nicht mehr zu gebrauchen, viel Geld müsste in Brandschutz und Fluchtwege investiert werden. Als die Stadt das Gebäude damals erwerben wollte, hatte die Ratspolitik zähneknirschend zugestimmt. Doch vor einem Jahr befand sich Hannover in einer Notlage; für immer mehr Asylsuchende musste eine Unterkunft gefunden werden. „Möglicherweise kann die Hochschule Hannover das Gebäude gebrauchen und ihren Campus auf dem Expo-Gelände erweitern“, schlägt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke vor. Auch für Veranstaltungsagenturen wie den Peppermint Park könne der Pavillon attraktiv sein. „Ansonsten bleibt nur der Abriss“, sagt Engelke. CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk schlägt vor, jungen Unternehmern Räume im Pavillon anzubieten.

4300 Menschen mit Flüchtlingsstatus leben derzeit in städtischen Einrichtungen, rund 1500 davon in Notunterkünften wie dem ehemaligen Oststadt-Krankenhaus, dem alten Bettenhaus Siloah oder dem ehemaligen Maritim-Grandhotel, das inzwischen mit rund 550 Flüchtlingen auch voll belegt ist. Das hat Baudezernent Uwe Bodemann den Ratspolitikern im Bauausschuss mitgeteilt. Die Stadt wartet derzeit darauf, dass sie eine neue Quote vom Land zugeteilt bekommt, nachdem sich die Zahl neu ankommender Flüchtlinge deutlich weniger dramatisch entwickelt hat als in der ersten Jahreshälfte angenommen. Bis zum Sommer lag die vom Land festgelegte Quote bei gut 7200 Flüchtlingen, die Stadt ist verpflichtet, Kapazitäten für diese Personenzahl vorzuhalten. Genauso wie der Deutsche Pavillon und alle zwischenzeitlich belegten Turnhallen ist mittlerweile auch der alte Baumarkt in Badenstedt komplett leer geräumt. Im Möbelmarkt in Vahrenheide sind noch einige wenige Flüchtlinge untergebracht. „Die Stadt ist dabei, zu schauen, welche Unterkünfte für sie zu nutzen sind“, sagt Stadtsprecher Demos. In Kürze werden die neu errichteten Unterkünfte in der Wülferoder Straße und in der Woermannstraße bezogen sowie zwei GBH-Gebäude in der Hebbelstraße und Am Bahndamm mit je 50 Plätzen.

Im Maritim-Hotel mussten die Flüchtlinge übergangsweise etwas zusammenrücken: Es hatte einen technischen Defekt in der Sprinkleranlage gegeben, sodass Löschwasser einen Teilbereich des Hauses über drei Stockwerke hinweg geflutet hat. Große Bereiche der vierten Etage sind vorübergehend nicht mehr bewohnbar. Flüchtlinge, deren Zimmer vom Wasserschaden betroffen sind, mussten in andere Gebäudeteile umziehen. Der Schaden werde von einer Versicherung übernommen, hieß es.

Kein Betreiber für Waterloo-Container

Das Containerdorf auf dem Waterlooplatz steht bereits, aber noch hat die Stadt Hannover keinen Betreibervertrag für die Flüchtlingsunterkunft abgeschlossen. Das teilte Stadtbezirksmanagerin Claudia Göttler kürzlich im Bezirksrat Mitte mit. Derzeit werde die Modulanlage möbliert. Im kommenden Monat rechnet die Verwaltung damit, die Unterkunft belegen zu können.

Betreiber von Flüchtlingsunterkünften haben noch immer alle Hände voll zu tun. Mehrere Einrichtungen in Hannover werden vom Deutschen Roten Kreuz geführt, auch das private Unternehmen European Homecare und kirchliche Träger unterhalten mehrere Flüchtlingsheime. Gut ausgebildete Fachkräfte, etwa Sozialarbeiter, sind auf dem Arbeitsmarkt schwer zu finden. Für den Betrieb der Container-Anlage auf dem Waterlooplatz verlangt die Stadt ein Sicherheitskonzept. „Das Thema Sicherheit wird ein elementarer Bestandteil der Verträge sein“, sagte Stadtsprecher Alexis Demos kürzlich. Das Flüchtlingsheim liegt nahe der Route, die Fußballfans zum Stadion gehen.

Von Conrad von Meding und Andreas Schinkel

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