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Hinter den Kulissen der Wissenschaft

„November der Wissenschaft“ Hinter den Kulissen der Wissenschaft

Etliche Uni-Institute haben sich am Wochenende für Besucher geöffnet, auch die Tierärztliche Hochschule. Die Gäste bekamen beim Projekt „November der Wissenschaft“ einen Einblick in die Arbeit der Institute.

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Endlich Tiere zu sehen: Flora (3) und ihre Schwester Svea (6) freuen sich mit ihrem Vater Dirk Temminghoff über die Kühe der Tierärztlichen Hochschule. 

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Ein bisschen enttäuscht sind Flora (3) und Svea (6) schon. Die beiden Schwestern sind schon fast über das gesamt Gelände der Tierärztlichen Hochschule gelaufen - dort ist Tag der offenen Tür. Es gibt Poster, Ratespiele und allerlei zum selber forschen. Aber wo sind die Tiere? Sie waren schon im Anatomiesaal und im Museum. Da konnte man an Führungen und Vorträgen teilnehmen und Buttons basteln. „Aber Tiere haben wir noch keine gesehen“, sagt Svea. „Das liegt bestimmt daran, dass die meisten Tiere an der TiHo ja auch krank sind“, versucht ihr Vater Dirk Temminghoff zu erklären. Da sei Besuch von so vielen Menschen nicht gut. Aber dann: In einem Stall haben die beiden Schwestern doch noch Glück: Es gibt Kühe. Der Ausflug hat sich doch gelohnt. Und: Kuh Resi Daimler lässt sich sogar streicheln.

Hereinspaziert! Zecken unterm Mikroskop und Mäuse im Labor: Beim Tag der offenen Tür an der Tiermedizinischen Hochschule Hannover kann die Arbeit von Tiermedizinern hautnah miterlebt werden.

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Als Teil des Projekts „November der Wissenschaft“ öffneten außer der TiHo auch die Medizinische Hochschule, das Clinical Research Center und das Frauenhofer ITEM am Wochenende ihre Tore für Besucher, die schon immer mal wissen wollten, wie es bei Ärzten und Forschern hinter den Kulissen aussieht. Das Projekt der Initiative Wissenschaft Hannover findet dieses Jahr zum fünften Mal statt.

Die Mutter von David (6) ist selbst Tierärztin an der TiHO. „Mein Sohn ist schon häufig mit mir zur Arbeit gekommen, daher kennt er hier eigentlich schon viel“, verrät sie. Aber heute ist es dann doch etwas besonderes: Verwundert seht der Sechsjährige vor einem Gebilde aus vielen Glasröhrchen mit merkwürdiger roter und blauer Flüssigkeit. Ein paar Gasbläschen schwimmen darin. „Was soll das sein?“ fragt der Junge verwundert. Seine Mutter Svetlana Kasabova weiß es: „Das Modell zeigt, wie wichtige Stoffe aus der Nahrung über die Darmschleimhaut aufgenommen werden.“ Auch an den anderen Ständen gibt es viel über tierische Körper und deren Untersuchungen zu lernen. Physiker Christian Seiler zeigt, wie mit Hilfe einer Infrarotkamera Entzündungen und Durchblutungsstörungen bei Pferden festgestellt werden können.

An einem anderen Stand können Teile einer Rinderzunge und der Eierstock einer Kuh unterm Mikroskop untersucht werden. Lisa-Marie (6) mikroskopiert eine Zecke. Ihre Schwester habe einmal ein solches Parasit am Bauchnabel sitzen gehabt. Durch die Vergrößerung kann man sogar die Mundwerkzeuge sehen, mit denen die Zecken ihren Wirt stechen.

Auf einem Tisch liegt ein zerschlagenes, rohes Ei. Noah (5) will es mit dem Finger berühren, traut sich dann aber doch nicht so recht. „Das ist ein tolles Ei“, lobt Agrarwissenschaftler Christian Sürie. „Das sieht man daran, dass der Dotter frei schwimmt.“ Das Ei stammt vom Lehrgut der TiHo in Ruthe. Dort arbeitet Sürie an dem Projekt des sogenannten Zweinutzungshuhns. „Bei uns werden die männlichen Küken nicht im Frühstadium geschlachtet“, erklärt der Landwirt. „Die weiblichen Tiere werden zum Eierlegen genutzt, ihre Brüder liefern das Fleisch.“ Fleisch und Eier seien zwar etwas teuerer, aber viel leckerer als die gewöhnlichen Produkte aus dem Supermarkt, sagt er. Eine Kostprobe gibt es in Form von Eierkuchen.

Auch das Clinical Research Center öffnet Sonnabend seine Tore. Es gibt kostenlose Hörtests und Netzhautanalysen, Blutdruckmessungen und Lungenfunktionstests für die etwa 200 Besucher. Das Studiencentrum in der Nähe der Medizinischen Hochschule will über die bundesweite NAKO-Gesundheitsstudie aufklären. „Dabei geht es um Volkskrankheiten wie Diabetes und Krebs“, sagt Leiterin Yvonne Kemmling.

10 000 Menschen sollen allein in Hannover untersucht werden. Die Probanden werden dabei komplett per Zufall ausgewählt. „Die Proben werden dann in einer Biobank eingelagert“, berichtet Kemmling. Bei Führungen durch das CRC wird den Besuchern gezeigt, wie die Biomaterialien tiefgekühlt gelagert werden, damit diese auch nach mehreren Jahren noch verwendet werden können. Besucherin Christa Fahlbusch nutzt mit ihrer Seniorengruppe den Tag, um sich bei den verschiedenen Gesundheitstests durchchecken und beraten zu lassen.

Eine Übersicht über die nächsten Veranstaltungen gibt es hier: Die Nacht die Wissenschaft.

Friederike Andre

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