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Aus der Stadt "Nackt und bloß": Nudisten sehen sich Ausstellung an
Hannover Aus der Stadt "Nackt und bloß": Nudisten sehen sich Ausstellung an
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00:16 11.05.2017
Von Susanna Bauch
Auch Lovis Corinths „Totenklage“ (li.) und die Statue eines Paares hatten auf die Nudisten große Anziehungskraft. Quelle: Landesmuseum
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Hannover

Es ist der Moment, da Eva im Paradies ihre Nackheit entdeckt. Künstler Auguste Rodin hat den Moment der größten Scham, den Versuch des Versteckens hinter den eigenen Armen in der Skulptur verewigt. Derzeit lockt sie als Teil der Lovis-Corinth-Ausstellung „Nackt und bloß“ im Landesmuseum das Publikum. Wenn Statuen das könnten, hätte sich Rodins Eva am Freitagabends sicher weniger geschämt. Denn die Besucher im Landesmuseum waren nackt wie sie selbst. Angezogen war nur Kuratorin Barbara Martin, die die 23 Nudisten - bekleidet allenfalls in Pumps oder Turnschuhen - durchs Museum führte. Natürlich außerhalb der regulären Öffnungszeiten.

Erste Nackführung im Landesmuseum: Eine aus ganz Deutschland angereiste Gruppe schauen sich exklusive die aktuelle Sonderausstellung "Nackt und bloß" an.

„Diese Art von Museumsführung ist zwar neu für uns, aber wir sind für alles offen“, betont der Sprecher des Landesmuseums, Dennis von Wildenradt. Große Umstände hat die Gruppe nicht gemacht. „Wir haben einen Raum zum Ausziehen zur Verfügung gestellt. Geschlechtertrennung unnötig. Und die klimatischen Bedingungen haben offenbar auch gepasst“, betont von Wildenradt. Nach der Führung konnten sich die Nudisten auch noch andere Teile der Gemäldegalerie anschauen. „Dass Besucher unsere Kunst ganz frei erleben wollen ist doch mal etwas ganz anderes“, sagt der Sprecher. Einblicke von außen habe es übrigens nicht geben können, Kunstwerke und Nudisten waren ganz unter sich.

Helmut Schultze aus dem Münsterland hat den Museumsbesuch organisiert. Der promovierte Mathematiker ist gebürtiger Hannoveraner und hat die hiesige Ausstellungslandschaft immer noch fest im Blick. „Der Titel hat mich natürlich sofort angesprochen, daher habe ich die Nacktaktion initiiert“, sagt Schultze. Die FKK-Freunde, die dafür aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hannover gereist sind, sind übrigens kein Verein. „Wir sind eine Gemeinschaft, der nackte Strand-, Schwimm- oder Pétanque-Erfahrungen einfach zu wenig sind. Etwas nackt auszuprobieren oder kennenzulernen sei ein viel intensiveres Erlebnis. „Und gerade hier bei Corinth kann man sich textilfrei weitaus besser in die dargestellten Personen hineinversetzen“, betont Schultze. In Sachen Museen sind die Nudisten schon Profis. „Bei der Ausstellung ,Der nackte Mann‘ in Wien sind 300 Besucher gekommen.“ Sie gehen auch nackt Ski fahren, radeln und zu Abendessen.

Für den Besuch in Hannover gibt es großes Lob. „Wir hatten eine exzellente Führung und die Raumtemperatur war geradezu warm - perfekt für Nudisten.“

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