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Aus der Stadt Wohin geht die Reise?
Hannover Aus der Stadt Wohin geht die Reise?
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00:15 08.02.2014
Von Andreas Schinkel
Die Silhouette der Stadt Hannover mit der Kuppel vom Neuen Rathaus. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Die Latte liegt weit oben. Um nichts Geringeres als die Zukunft Hannovers geht es Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) in seinem Stadtentwicklungsdialog, den er im Herbst mit den Bürgern beginnen will. Über zweieinhalb Jahre soll sich die Diskussion erstrecken - in Hörsälen, auf Podien, im Internet und auch im Rathaus selbst. Was am Ende dabei herauskommt, wie Hannover im Jahr 2030 tatsächlich aussehen soll, bleibt offen. „Der Weg ist das Ziel“, sagt Schostok. Daher will er auch seine eigene Vision für sich behalten und nichts vorgeben. Nur so viel lässt der OB durchblicken: Hannover sollte 2030 „Mobilität für alle Generationen ermöglichen“.

Bereits im Wahlkampf hatte Schostok versprochen, die Bürger an den großen Weichenstellungen besser zu beteiligen. Der Stadtentwicklungsdialog ist ihm eine Herzensangelegenheit, auch wenn das Konzept noch kopflastig wirkt. Ein Papier, das den Ablauf schematisch darstellt, hat er zusammen mit seinen Verwaltungsexperten erarbeitet - mit etlichen roten Pfeilen zwischen „Interner Arbeitsebene“ und „Dialogebene“, mit Rückkopplungen und Zwischenberichten. Am Ende, also im Sommer 2016, soll sich alles auf ein handfestes Konzept verdichten, das der Rat beschließt und die Stadtverwaltung in den folgenden Jahren umsetzt. 1,2 Millionen Euro lässt sich Schostok die Zukunftsdiskussion kosten. Damit steht er unter Druck, denn sollte am Schluss ein konkretes Ergebnis fehlen, dürfte ihm nicht nur die Ratsopposition Verschwendung von Steuergeld vorwerfen.

n Ist-Zustand: Bevor die Bürger ihre Gedanken in die Zukunft schweifen lassen dürfen, soll die Stadtverwaltung zunächst einen „Status-quo-Bericht“ verfassen. Der ist bereits in Arbeit und soll alle bisherigen Leitlinien, Programme und Konzepte bündeln. Wie ist die Stadt bisher mit verschiedenen Herausforderungen, etwa dem demografischen Wandel oder der Wohnungsnot umgegangen? Am Ende sollen Bürger den Bericht bewerten und einen Fingerzeig geben, in welcher Richtung weiter zu diskutieren ist. Dafür nutzt Schostok das Instrument der Bürgerpanel-Befragung, das noch zu Zeiten seines Amtsvorgängers Stephan Weil erfunden wurde. 2800 repräsentativ ausgewählte Hannoveraner bekommen einen Fragebogen vorgelegt, auf dem sie die bisherige Stadtpolitik bewerten.

n Auftakt: Im September will Schostok den Dialog mit einem Paukenschlag beginnen. Zwei Veranstaltungen hat er geplant, zu denen er insgesamt mehr als 2000 Besucher erwartet. Alle Bürger, die Interesse haben, seien eingeladen, sagt Schostok. In der ersten Veranstaltung haben vornehmlich Experten das Wort. Namhafte Wissenschaftler und Fachleute aus anderen Städten wolle man dafür gewinnen. Sie sollen Vorträge halten und über die künftigen Probleme und Trends in den Städten dieser Welt referieren. „Das könnte etwa die Frage sein, wie die Kommunen mit Migrationsbewegungen umgehen“, sagt Hannovers Baudezernent Uwe Bodemann, zuständig für Stadtentwicklung. Die Veranstaltung dürfte eher den Charakter einer Tagung denn die eines abendlichen Expertenplausches haben. Mit einer Dauer von dreieinhalb bis vier Stunden rechnet Schostok. In einer zweiten Runde haben dann die Bürger das Wort. „Das wird kein Empfang mit Sektglas in der Hand. Die Beteiligung wird gleich zu Beginn sichtbar“, sagt Schostok, will aber nicht mehr verraten.

n Dialoge: 2015 soll es dann richtig losgehen mit den Diskussionen, und zwar nicht mehr nur in Hörsälen, sondern auch in einem Online-Forum. Dort dürfen alle Bürger ihre Ideen kundtun, und sie bekommen auch Rückmeldung aus dem Rathaus. Die Stadtverwaltung wird zum „Think Tank“, wie Schostok sagt, zur Denkfabrik, in der ebenfalls Zukunftsstrategien entwickelt werden. Mehrere öffentliche Veranstaltungen, wiederum mit Experten, sind geplant. Im Frühjahr 2016 sind dann wieder die repräsentativ ausgewählten Bürger gefragt. Von den Panel-Teilnehmern will der OB wissen, ob und wie sich ihre Meinung gewandelt hat. Am Schluss stimmt dann der Rat über die Zukunft Hannovers ab.

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