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"Ihr seid die Erben der Freiheitskämpfer"

Obamas Rede vor Studenten "Ihr seid die Erben der Freiheitskämpfer"

In einer Rede vor rund 500 Studenten warb US-Präsident Barack Obama für Zuversicht und mahnte, Europa dürfe sich nicht von Angst und Unsicherheit zerteilen lassen. Das gab Applaus. So frenetisch, wie zu Beginn seiner Amtszeit in Berlin wurde Obama allerdings nicht gefeiert.

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US-Präsident Barack Obama sprach fast 50 Minuten vor Studenten in Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. Es wurde schon reichlich voll im Pavillon auf dem Messegelände, lange bevor der Präsident kam. Über 500 Studenten waren eingeladen worden, davon 400 von der Leibniz Universität Hannover. Hier hätte die Rede eigentlich auch stattfinden sollen, doch der Secret Service verbot einen Auftritt des US-Präsidenten im Lichthof des Uni-Schlosses - weil der ein Glasdach hat. Also fand das "Townhall-Meeting" auf dem Messegelände statt.

Und der erste Beifall war groß, als eine sonore Stimme den US-Präsidenten ankündigte. Der bedankte sich zunächst zum wiederholten Mal dafür, Gast in Hannover und Deutschland sein zu dürfen. Er werde wohl aber mindestens noch einmal nach Deutschland zurückkehren müssen, meinte Obama scherzhaft: "Ich war noch nie auf dem Oktoberfest." Und das könne man vermutlich besser besuchen, wenn man kein Präsident mehr sei.

Danach allerdings wurde Obama ernst: Es gebe derzeit viele, die ihre Zuversicht in die Zukunft verlieren würden, sowohl in den USA als auch in Europa. "Wir empfinden Angst." Auch die wirtschaftliche Lage sei nicht immer einfach: In Südeuropa hinke die Wirtschaft hinterher. In den USA hätten sich immer noch nicht alle Familien von den Einschlägen der Weltwirtschaftskrise erholt. Diese Angst und Unsicherheit dürfe aber nicht dazu führen, dass man die Grenzen des 20. Jahrhunderts wieder hochziehe und sich von Freiheit und offenen Grenzen abkehre. "Man sieht zunehmend Intoleranz", warnt Obama.

Doch Europa solle sich auf seine Geschichte und seine Werte besinnen, "die man nicht nur hochhalten darf, wenn es einfach ist". Vielleicht brauche es ab und an mal jemanden von außen, der einem sage, was man erreicht hat, sagte Obama an die Europäer gerichtet und schließt seine Rede mit einem pathetischen Appell: "Vergesst nicht, wer ihr seid: Ihr seid die Erben des Freiheitskampfes: Ihr seid die Polen von Solidarnosc, die Letten, Litauer und Esten, die die Hände sich in einer langen Kette der Freiheit gereicht haben. Ihr seid die Ungarn, die den Stacheldraht überwunden haben. Ihr seid die Pariser, die sich entschlossen haben, das Bataclan wieder zu eröffnen. Das seid ihr: Europa, geeint in Vielfalt. Ihr seid stärker, wenn ihr zusammensteht.“

US-Präsident Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Rundgang über die Hannover Messe.

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Nach der Rede brandet der Applaus auf, der während der Rede nur selten den Sprachfluss des Präsidenten unterbrach. Doch die ersten Reaktionen sind gemischt. "Inspirierend" nennt Studentin Anastasia Sourdean den fast 50-minütigen Auftritt Obamas. Andere dagegen nennen die Rede "seicht", oder bekennen offen wie Tobias Larsen: "Ich hätte mehr erwartet." Ryan Elizabeth Glynn, Austausch-Studentin aus den USA, die derzeit in Hannover studiert, findet es zunächst spannend, dass sie ihren Präsidenten ausgerechnet in Deutschland erstmals in echt gesehen hat. Und nach der Rede? "Er war wie im Fernsehen", meint sie.

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