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Aus der Stadt "Eine prachtvolle Umgebung"
Hannover Aus der Stadt "Eine prachtvolle Umgebung"
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00:16 27.04.2016
US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Schloss Herrenhausen. Quelle: Petrow
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Hannover

Es würde das wichtigste Ereignis werden, das der Garten in Herrenhausen wohl jemals gesehen hat. Aber eigentlich, das erlebte Dietmar Althoff, Seniorpartner der Schlossküche, war es sogar noch wichtiger. US-Präsident Barack Obama brauchte ein Glas Wasser, und Althoff durfte es auf sein Redepult stellen. Nicht ohne allerdings dem Food Officer der amerikanischen Delegation sechs Flaschen Wasser zur Auswahl anzubieten, von denen der Lebensmittelkontrolleur dann zwei auswählte, um aus einer der beiden Flaschen schließlich etwas Flüssigkeit ins präsidiale Glas einzuschenken. Althoff staunte nicht schlecht, ihm blieb sogar die Kontrolle darüber, ob das Pult womöglich zu viel Schräglage haben könnte, um das Wasser halten zu können. Sanft strich er mit der Handfläche über das Holz. Alles war in Ordnung.  "Der Höhepunkt meines gastronomischen Lebens", sagte Althoff. Ein Lächeln von ironischer Konsistenz.

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Am Sonntag eröffnet US-Präsident Barack Obama die Hannover Messe im HCC.

Als die Pressekonferenz begann, stand da dieser Barack Obama in der Orangerie, und er wirkte so, wie man den Präsidenten aus dem Fernsehen kennt. Ein gut geschnittener dunkler Anzug, dieses klare akzentuierte Amerikanisch, Obama vernuschelt kein Wort, selbst schwammige Standpunkte wirken da wie scharfe Analysen. Dieses Lächeln, manchmal breit über das ganze Gesicht, etwa als er gefragt wurde, ob er Angela Merkel beneide, weil die nicht nach zwei Amtszeiten aufhören muss. Er tut es übrigens nicht und sagt stattdessen einen Satz, den sich in einem idealen Leben wohl jeder sagen können würde. "Ich bin begeistert von meiner Aufgabe. Ich stehe jeden Morgen im Bewusstsein auf, dass alles, was ich tue, wichtig ist." Nur meint Barack Obama Dinge wie Weltfrieden, Klimaschutz und Hunger in der Welt. Nicht jeden Tag kommt man da voran.

Neben Obama steht Angela Merkel im gelben Blazer. Der US-Präsident adelte die Kanzlerin mit dem Satz, sie sei seine "wichtigste Freundin während seiner Amtszeiten und eine starke Partnerin, wir schätzen ihre stete Hand". Und wie wohl muss es ihr getan haben, bei der Pressekonferenz über Syrien, Libyen und die Ukraine sprechen zu können, die Themen globaler Politik, alles mit dem mächtigsten Mann der freien Welt wenigstens angesprochen zu haben – auch wenn in kaum zwei Stunden die Welt nicht im Detail besprochen werden kann. Ihr Deutschland-Alltag besteht zur Zeit aus unflätigen Satirikern und periodisch darstellungssüchtigen bayerischen Ministerpräsidenten. Obama lobte sogar die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Diese Pressekonferenz und die militärischen Ehren an der Seite von Barack Obama brachten Merkel Bilder, die ihr gefallen haben. Den Präsidenten begrüßte Merkel bald auch im Namen der Hannoveraner.

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Nach der Landung in Langenhagen hat sich der US-Präsident nach Herrenhausen begeben, wo er von Angela Merkel empfangen wurde. Hier wird ein Festakt für ihn ausgerichtet.

Der Zeitplan war eng getaktet in Herrenhausen. Am späten Sonnabendmittag durchsuchten Einsatzkräfte noch akribisch das Schlossgelände, am Sonntag passte dann alles ziemlich präzise. Als am Nachmittag gegen 15 Uhr plötzlich drei Helikopter in der Nähe des Schlosses aufzogen war klar: Gleich kommt die Limousine von Barack Obama. Es war ein Irrtum, denn es kamen gleich zwei identische gepanzerte Fahrzeuge mit identischen Kennzeichen (800-802) auf den Ehrenhof vor den roten Teppich gefahren. Vier Bedienstete hatten ihn zuvor auf Knien glattgestrichen, eine dreiköpfige Ehrengarde in eckigem Schritt daneben Position bezogen. Wie überall in Herrenhausen, durften Amerikaner bei den Fotos dazu die besten Plätze beziehen, hier waren es die Fotografen vom Pressekorps des Weißen Hauses. Dann war es einen Augenblick wie im Film. "Mr. President", rief einer herüber, unverzüglich blickte Obama zu ihm hin, lächelte sein charmantes Mr.-President-Lächeln und grüßte zurück. Das ist nicht so Merkels Sache. Es waren die ersten Schritte des Präsidenten in einer, wie er später sagte, "prachtvollen Umgebung".

Als die Kanzlerin und Obama im Garten die militärischen Ehren für den Gast entgegen nahmen, hoffte im Stillen Gartenchef Ronald Clark auf gute Bilder fürs weltweite Fernsehen. Das Wetter war durchwachsen, mal Sonne, mal Schauer, ein Graus, will man Reklame haben. Bei einer Phase blauem Himmels ließ Clark zügig die Pumpe anwerfen, "bis sie heiß läuft, von mir aus", damit die Fontäne fernsehgerecht ihre lichte Höhe von 72 Metern erreichte. Später sah er alles auf dem Bildschirm. "Das war eine Dauerwerbesendung, ich bin total glücklich."

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Die Air Force One ist am Flughafen Langenhagen gelandet. Der US-Präsident wird in Hannover willkommen geheißen.

Am Abend soll Barack Obama von der Messe zurück kehren nach Herrenhausen. Man will weiter über die Weltlage sprechen, auch über das umstrittene Handelsabkommen TTIP. Der US-Präsident verteidigte es bereits auf der Pressekonferenz vor gut 100 Journalisten. Es führe auch dazu, dass Arbeitnehmerrechte in Ländern eingeführt werde, die solche Rechte bisher nicht kennten. Angela Merkel erklärte, das Abkommen werde zu Wirtschaftswachstum auch in Deutschland führen. Nach allem, was im Schloss zu hören ist, werden die beiden Freunde das alles bei frischem Spargel besprechen. Am Montagmittag dann speist Merkel mit Premierminister David Cameron in der Schlossküche. Noch ein Höhepunkt für Althoff. Es gibt Kalbsgeschnetzeltes mit frischen Pflücksalaten.

Lesen Sie in unserem Liveticker über alle Ereignisse während des Obama-Besuchs.

Von Gunnar Menkens

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