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Obdachloser schwebt weiter in Lebensgefahr

Angriff mit Pflasterstein Obdachloser schwebt weiter in Lebensgefahr

Ein 41 Jahre alter Obdachloser ist am späten Mittwochabend am Raschplatz mit einem Pflasterstein angegriffen und dabei lebensgefährlich verletzt worden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter ist bislang unbekannt.

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Der Tatort am Raschplatz.

Quelle: privat/Martin Bosch

Hannover. Nach bisherigen Ermittlungen hatte eine Zeugin den schwer verletzten Mann am Mittwochabend um kurz vor Mitternacht entdeckt. Er lag in einer Ecke neben dem unteren Eingang des Cinemaxx'. Die Frau informierte die Beamten der Polizeistation Raschplatz. Die Polizisten leisteten Erste Hilfe bei dem offenbar obdachlosen Mann, bevor ihn ein Rettungswagen in ein Krankenhaus brachte. Der 41-Jährige schwebte auch am Freitagmittag noch in Lebensgefahr.

Ein Pflasterstein, mit dem der bislang unbekannten Angreifer dem Opfer vermutlich mehrfach gegen den Kopf geschlagen haben, wurde am Tatort sichergestellt. Nähere Hintergründe zu der Tat sind noch nicht bekannt, die Ermittlungen dauern an.

Nach Angaben des Sozialarbeiter-Teams vom Kontaktladen Mecki handelt es sich bei dem Obdachlosen um einen Mann mit polnischen Wurzeln, der offenbar auf den Vornamen Darek hört. Er sei von kleiner Statur und habe keinen Hang zu aggressivem Verhalten gezeigt.

Verelendung wird immer mehr sichtbar

„Gewalt gegen Obdachlose kommt immer wieder vor, aber Hannover ist zum Glück keine Hochburg für solche Vorfälle“, sagt Joachim Teuber vom Kontaktladen Mecki. Die Stadtverwaltung teilt mit, dass es auf dem Raschplatz unter Trinkern und Drogensüchtigen auch zu Streitereien komme. Derzeit beobachtet Teuber eine Verlagerung der harten Drogenszene Richtung Raschplatz. Die Polizei wisse darüber Bescheid.

Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes fordert mehr Aufmerksamkeit für das Los der Obdachlosen. „Die Zahl der Wohnungslosen gerade aus Osteuropa ist gestiegen. Durch ein neues Bundesgesetz haben viele, auch der Angegriffene, keine Ansprüche an das deutsche Sozialsystem“, sagt Brandes. Die Verelendung werde immer sichtbarer, aber die Bürger dürften nicht wegschauen. „Wir müssen den Anblick von Armut und Elend ertragen“, sagt der Diakoniepastor.

Wer Hinweise zu der Tat machen kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer (0511) 109-5555 beim Kriminaldauerdienst zu melden. 

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilt, hat der Vorfall nichts mit der Schießerei unweit des Tatorts am selben Abend zu tun.  Dabei war es am späten Mittwochabend zu einer Schießerei zwischen zwei Gruppen gekommen, wobei ein 25-jähriger Mann getötet wurde.

jst/asl

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