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Schostok: "Keine Anzeichen für Blockadehaltungen"

Oberbürgermeister im Interview Schostok: "Keine Anzeichen für Blockadehaltungen"

Hannover hat gewählt - und SPD und Grünen keine Mehrheit im Stadtrat gegeben. Jetzt will es die SPD mit wechselnden Mehrheiten versuchen. Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) erklärt, wie er sich die Zusammenarbeit vorstellt - und ob er als Stadtoberhaupt jetzt häufiger mit der Faust auf den Tische hauen will. 

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Stefan Schostok

Quelle: Archiv

Herr Schostok, im Rat wird es künftig kein festes Mehrheitsbündnis geben. Wird Hannover bald unregierbar sein?

Absolut nicht. Die zweifelsfrei demokratischen Parteien bilden eine ganz große Mehrheit im Rat. Und ich sehe überhaupt keine Anzeichen dafür, dass Blockadehaltungen eingenommen werden. Wir werden Mehrheiten für eine vernünftige Politik finden, da bin ich ganz sicher.

Wo liegen für Sie die Vor-, wo die Nachteile der neuen Konstellation?

Natürlich kann eine feste Koalition eher ruhiger arbeiten und programmatisch in längeren Linien denken und handeln. Aber die neue Konstellation wird die politischen Diskussionen sicherlich noch engagierter und lebendiger werden lassen. Das ist sicher kein Nachteil für die Politik und ihre Wahrnehmung durch die Bürgerinnen und Bürger.

In einem unsicheren Machtgefüge ist die Führungsstärke des OB gefordert. Werden Sie jetzt häufiger mit der Faust auf den Tisch hauen müssen?

(OB lacht) Ihre Vorstellung von der Durchsetzungskraft des OB scheint mir etwas grobmechanisch zu sein. Aber im Ernst: Es wird kein unsicheres Machtgefüge geben, sondern lebhaftere, wenn Sie so wollen politischere Aushandlungsprozesse. Dabei zählen Überzeugungskraft und am Ende auch fachliche Autorität. Meinem Führungsstil kommt das sehr entgegen. Am Tisch des OB werden Gespräche weiterhin konstruktiv und vor allem vertrauensbildend stattfinden.

Erste Bewährungsprobe dürfte die Abstimmung über den Haushalt sein. Erwarten Sie ein Wunschkonzert von allen Fraktionen?

Wünsche werden natürlich am Anfang der Haushaltsberatungen stehen, aber am Ende wird es finanziellen Realismus und sinnvolle Priorisierungen geben, die der Stadt gut tun und die Finanzen zukunftsfähig halten. Das läuft wie bisher, nur mit mehr Beteiligten und neuen Akzenten.

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