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Aus der Stadt Oberbürgermeister Weil schaltet sich bei Hochwasserschutz ein
Hannover Aus der Stadt Oberbürgermeister Weil schaltet sich bei Hochwasserschutz ein
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13:15 15.10.2010
Von Conrad von Meding
Umstrittenster Teil des Projekts sind die sogenannten Vorlandabgrabungen der Ihme Quelle: Andreas Schinkel (Archiv)

Die Stadt Hannover holt bei der Debatte um den Hochwasserschutz in Hannover die Bürger zum Austausch mit ins Boot. Die Entscheidung zu einem solch offensiven Vorgehen steht womöglich in Zusammenhang mit der Diskussion um eine bessere Einbindung von Bürgern, wie sie gerade rund um das Großprojekt „Stuttgart 21“ geführt wird. Bevor Fakten geschaffen werden, will Hannover für sein Anliegen werben. Ähnlich wie beim schwäbischen Milliardenprojekt der Bahn sind auch in Hannover über Jahre hinweg demokratische Beschlüsse in öffentlichen Sitzungen gefasst worden, von denen nun plötzlich viele Protestierer nichts gewusst haben wollen. Für Ende Oktober plant die Stadt eine öffentliche Veranstaltung – und fast die gesamte Stadtspitze wird sich auf dem Podium den Fragen stellen.

Oberbürgermeister Stephan Weil wird die Runde eröffnen und eine Einschätzung zur Situation geben. Dann berichtet Baudezernent Uwe Bodemann über die Geschichte und den Stand der Planungen zum Hochwasserschutz, für den 25 Millionen Euro ausgegeben werden sollen. Umstrittenster Teil des Projekts sind die sogenannten Vorlandabgrabungen der Ihme, für die an der Glocksee das Ufer bis zu vier Meter tief ausgebaggert wird. Jeden Freitagabend, 17.30 Uhr, gibt es Protestveranstaltungen dagegen, Bürger haben angekündigt, sich im Fall des geplanten Abholzens von bis zu 300 Bäumen und Büschen an Stämme ketten zu wollen. Deshalb berichtet beim städtischen Infoabend auch Umweltdezernent Hans Mönninghoff über die aus Sicht der Verwaltung notwendigen Altlastensanierungen. Danach soll der Diskurs mit den Bürgern beginnen.

Zu den Hochwasserschutzprojekten gehört auch die Verbreiterung der Benno-Ohnesorg-Brücke und die Verlängerung des Deichs bei Ricklingen bis zum Schnellweg. Ein umfangreiches hydraulisches Gutachten des Celler Ingenieurbüros Heidt & Peters hat die Auswirkungen der Planungen auf künftige Hochwasser berechnet. Zu dem Thema gibt es eine umfangreiche städtische Broschüre, die im Rathaus kostenlos erhältlich ist.

2006 hatte sich eine „Bürgerinitiative gegen das Calenberger Loch“ gegründet, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt. Inzwischen erhitzt sich die Debatte allerdings zunehmend im aufziehenden Kommunalwahlkampf, seit Lindener Aktivisten um den Linken-Fraktionschef Luk List die wöchentlichen Demonstrationen dominieren. Dabei manövriert sich List offenbar sogar in der eigenen Partei ins Aus: Die Linken-Vertreter in den Bezirksräten von Ricklingen und Südstadt sprechen sich klar für den Hochwasserschutz als Notwendigkeit aus – sowie fraktionsübergreifend die Vertreter der anderen Parteien auch.

Die Termine: Die Veranstaltung der Stadt beginnt am Dienstag, 26. Oktober, in der Üstra-Remise, Goethestraße 19. Der Eintritt ist frei. Tags drauf geht es ab 19 Uhr ums gleiche Thema bei einer Veranstaltung der Bürgerinitiative im Freizeitheim Linden, die ebenfalls um 19 Uhr startet. Bereits am nächsten Dienstag, 19. Oktober, 19 Uhr, will der Kabelfernsehsender h1 eine Diskussion ausstrahlen zur Frage, ob Hannover angesichts geplanter Großprojekte wie Leinebogen oder Hochwasserschutz eine Debatte wie um „Stuttgart 21“ droht.

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