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Aus der Stadt Im Winter ist die Not noch größer
Hannover Aus der Stadt Im Winter ist die Not noch größer
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00:23 06.12.2015
Jeder ist willkommen: Johannes Lim (v. l.), Rainer Müller-Brandes, Cord Kelle und Dick van Beuzekom. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Der Teller mit Gulasch und Nudeln dampft, zum Nachtisch darf gewählt werden – Schokoladen- oder Vanillepudding? Zur Mittagszeit herrscht Hochbetrieb in der ökumenischen Essensausgabe in den Räumen der Caritas am Leibnizufer 13–15. Seit 24 Jahren stehen den Bedürftigen hier von Anfang Dezember bis Mitte März jeden Tag von 11 bis 13 Uhr die Türen offen.

Noch sind die Temperaturen mild, doch vielen Obdachlosen graut es schon vor den frostigen Tagen und Nächten, die in den nächsten Monaten auf sie warten. Für durchschnittlich 170 Menschen gibt es hier eine Mahlzeit, ein Getränk und ein offenes Ohr – an besonders frostigen Tagen kommen noch mehr.

„Keiner wird gefragt, woher er kommt, jeder ist willkommen“, sagt Pfarrer Johannes Lim von der katholischen Gemeinde St. Heinrich. Mehr als 14.000 Mahlzeiten verteilten die Organisatoren im vergangenen Jahr.

Weil sich die Situation der Wohnungslosen in Hannover verschlechtert hat, rechnet Rainer Müller-Brandes, Vorsitzender des Diakonischen Werks Hannover, in diesem Jahr mit noch mehr Menschen: „Aktuell müssen etwa 4000 Menschen jeden Tag nach einem Schlafplatz suchen.“ Gerade deshalb sei die Essensausgabe ein wichtiger Baustein in der Notfallhilfe im Winter. Wie sich die aktuelle Flüchtlingssituation auf die Essensausgabe auswirke, könne man aber noch nicht abschätzen.

Allmuth Kuring ist eine der 25 Ehrenamtlichen, die täglich in der Küche stehen, das Essen zubereiten und verteilen – seit 17 Jahren schon. Wenn ihr einer der Bedürftigen seine Lebensgeschichte anvertraue, zeuge das von größter Dankbarkeit: „Wir geben viel, bekommen aber auch viel zurück“, sagt sie.

Es sei wichtig, die vielen Bedürftigen in Hannover angesichts der Flüchtlingsthematik nicht aus den Augen zu verlieren und ihnen offen zu begegnen, so Pfarrer Lim. „Auch mitten in der Gesellschaft gibt es Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind, um eine warme Mahlzeit am Tag zu bekommen.“
Gekocht werden die Mahlzeiten in der Zentralküche des Friederikenstifts. Außerdem unterstützen ortsansässige Gastronomen, wie Cord Kelle und sein Verein „Kochen für Obdachlose“, an einigen Tagen die Essensausgabe. „Gestern gab es ein Schweinenackensteak“, so der Besitzer des Restaurants Jägerhof in Langenhagen-Krähenwinkel. In diesem Jahr konnte das Restaurant Meiers Lebenslust dazugewonnen werden. Mahlzeiten und Personal werden komplett aus Spenden finanziert.

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