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Fürst verteidigt Umbenennung der Beindorff-Allee

Offener Brief an Christina Végh Fürst verteidigt Umbenennung der Beindorff-Allee

In der Diskussion um eine Umbenennung von Straßen wird der Ton schärfer: Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, hat jetzt die Direktorin der Kestnergesellschaft, Christina Végh, harsch kritisiert. Lesen Sie hier den offenen Brief voller Länge.

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„Hanebüchener Blödsinn“: Michael Fürst kritisiert die Äußerung von Christina Végh zum Thema Straßennamenumbenennung.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. In der Diskussion um eine Umbenennung von Straßen wird der Ton schärfer: Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, hat jetzt die Direktorin der Kestnergesellschaft, Christina Végh, harsch kritisiert. Die Äußerungen der Kunsthistorikerin, die sich gegen eine Umbenennung der nach dem Pelikan-Chef benannten Fritz-Beindorff-Allee stark gemacht hatte, seien „hanebüchener Unsinn“, schreibt Fürst in einem offenen Brief an Végh. Die Diskussion werde „immer gruseliger“.

Fürst sitzt neben Historikern, Kirchen- und Gewerkschaftsvertretern in jenem Beirat, der jüngst die Umbe
nennung von zehn Straßen empfohlen hat. Die meisten davon sind nach NS-belasteten Personen benannt, darunter auch die Fritz-Beindorff-Allee: Dem Mitbegründer der Kestnergesellschaft wird unter anderem vorgeworfen, Zwangsarbeiter beschäftigt zu haben. Végh hingegen betont, dass viele Firmen Zwangsarbeiter beschäftigt hätten und dass Beindorff in der NS-Zeit jüdischen Bekannten und der modernen Kunst die Treue gehalten habe.
In seinem Brief schreibt Fürst, Végh solle besser schweigen: „Die Gefahr der Instrumentalisierung durch andere, die der Uninformiertheit oder des Nichtwissens ist zu groß.“ Pelikan sei mit Tausenden von Zwangsarbeitern ein „Kriegsgewinnler“ gewesen. Es habe firmeneigene Lager gegeben, darunter ein Arbeitserziehungslager der Gestapo auf dem Firmengelände: „Letzteres hat nichts mit Zwangsarbeitern zu tun, sehr geehrte Frau Végh, aber das können Sie als Kunsthistorikerin ja vielleicht nicht wissen“, schreibt Fürst mit sarkastischem Unterton. Die Zustände in dem Gestapo-Lager hätten denen in einem KZ geähnelt: „Mit Ausnahme der Vergasung fehlte da nicht viel.“

Kritik an Bahlsen: Der Historiker Christian-Alexander Wäldner fordert in einem Brief an die Leibniz-Universität, sechs Personen ihre nach 1945 verliehenen akademischen Ehrentitel abzuerkennen. Darunter ist auch der Industrielle Hans Bahlsen, der 1951 die Ehrendoktorwürde bekam. Bahlsen habe in der NS-Zeit von der Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte profitiert. Die Uni erklärte dazu, es sei seit längerem klar, dass die Zeit nach 1945 untersucht werden müsse: „Wir sind dabei zu prüfen, auf welche Weise dies geschehen kann.“
Widerstand in Groß-Buchholz: In einem Protestbrief haben sich 13 von 14 Anwohnerparteien des Uhlenhuthweges gegen eine mögliche Umbenennung ausgesprochen. Der Beirat hatte diese empfohlen, unter anderem da der Mediziner Paul Uhlenhuth 1933 an der Entlassung jüdischer Kollegen beteiligt war.     

Offener Brief in voller Länge

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