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"Oktoberfest ist ein typisches Cliquen-Event"

Halbzeit-Bilanz "Oktoberfest ist ein typisches Cliquen-Event"

Das Wetter spielt halbwegs mit, die Besucher bringen Atmosphäre auf den Platz: Zur Halbzeit des Oktoberfests fällt die Zwischenbilanz der meisten Schausteller zufrieden aus.

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Schausteller sind mit dem Oktoberfest in diesem Jahr bislang zufrieden

Quelle: Eberstein

Hannover. Um Punkt 14 Uhr legt er los: „Hallo, Ihr Landratten“, sagt Jimmy, die sprechende Piratenpuppe. „Ich brauche noch ein paar Leichtmatrosen!“ Die lebensgroße Figur, die vor dem Fahrgeschäft „Käptn Jimmy“ steht, spricht ins Nichts hinein. Um diese Zeit ist noch viel Platz zwischen den Ständen des Oktoberfestes. Doch es dauert nicht lange, und der Festplatz füllt sich.

Die Hälfte der Zeit auf dem hannoverschen ist vorbei. Die Schausteller ziehen eine erste Bilanz.

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„Es gibt gute Tage, und es gibt schlechte Tage“, sagt Sylvia Stange. Die Schaustellerin steht hinter ihrem Schießstand, von der Decke hängen Teddys, und in kleinen Röhrchen stecken bunte Kunststoffblumen. Seit gut einer Woche läuft das Oktoberfest jetzt, bis zum 9. Oktober wird es noch dauern – und zum  Halbzeitwochenende fällt die Bilanz der 57-jährigen gar nicht so schlecht aus: „Es herrscht schon reger Besucherverkehr“, sagt sie.

Die meisten Schausteller zeigen sich mit diesem Oktoberfest verhalten zufrieden. „Bisher sind wir im Soll“, sagt Dirk Bötticher. Der 46-Jährige steht hinterm Zapfhahn im „Alten Landhaus“. Seit Jahrzehnten ist er bei diesem Fest dabei. „Unterm Strich hatten wir mit dem Wetter in diesem Jahr bislang Glück“, sagt er, „und als Hannover 96 spielte, war der Platz gerappelt voll.“

Auch Heiko Schierenbeck ist zufrieden: „Viele Eltern mit Kindern nutzen die Angebote, die auf sie zugeschnitten sind, wie den Familientag am Mittwoch“, sagt er. Der Schausteller sitzt im Kassenhäuschen seiner „Black Hole“-Achterbahn, und er hat alle Hände voll zu tun mit dem Verkauf von Fahrchips: „Oft kommen ganze Gruppen, das Oktoberfest ist ein typisches Cliquen-Event“, sagt er.

Zum ersten Mal ist der Schausteller Max Eberhard mit seiner „Wilden Maus“ bei diesem Fest dabei. „Wir sind zufrieden“, sagt er. Viele Besucher würden helfen, dem Fest eine zünftige Atmosphäre zu geben: „Sie kommen abends in Tracht und Dirndl“, sagt Eberhard. „Und anders als beim größeren Schützenfest finden Besucher hier sogar schnell einen Parkplatz.“

Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verstärkt, Schausteller berichten, dass man mehr Polizisten und Security-Dienste auf dem Platz sehe als früher. Doch die diskret auftretenden Sicherheitskräfte würden keine Besucher abschrecken, sagt Eberhard: „Wenn man in München aufs Fest geht, glaubt man ja fast, einen Hochsicherheitstrakt zu betreten – das löst die mulmigen Gefühle dann erst aus“, sagt er.

Der Himmel verdüstert sich, ein paar Regentropfen fallen. Binnen Minuten leert sich der Platz. „Dennoch stimmen die Umsätze bislang“, sagt Klaus Wilhelm: „Attraktionen wie das Feuerwerk am Freitag werden gut angenommen.“ Der Schausteller sitzt am Steuerpult und bedient das Riesenrad. Er ist auch Vorsitzender des Schaustellerverbands Niedersachsen, der das Fest mit organisiert.

Um die Frage, wer das Fest ausrichten darf, hatte es einen Rechtsstreit gegeben, der erst zwei Wochen vor Beginn des Oktoberfestes entschieden wurde. „Leider konnten wir daher erst spät mit der Werbung beginnen“, sagt Wilhelm. Doch auf die Besucherzahlen hätten die Querelen keinen Einfluss. In diesem Moment reißen die Wolken auf. Binnen Minuten füllt sich der Platz wieder. Die Sonne zeigt sich.

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