Die Nachricht, dass Holger B. im Gefängnis sitzt, sprach sich am Mittwochmorgen schnell im Steintorviertel herum. „Wir haben es im Internet gelesen und sind sofort hierher“, sagte eine junge Italienerin, die vor der „Columbus“-Bar, in der die tödlichen Schüsse fielen, Blumen niederlegte. Sie war mit beiden Opfern befreundet. Ihre Begleiterin hatte vor Jahren mit dem erschossenen Franco S. zusammengearbeitet.
Auch im Restaurant „Little Italy“, in dem der 47-Jährige seit einem Jahr für die Zubereitung der Pizzen zuständig war, löste die Nachricht aus Mallorca Erleichterung aus. „Jetzt können die Toten endlich in Ruhe bestattet werden“, sagt einer der beiden Geschäftsführer. In den vergangenen Tagen hätten viele Gäste dem Team ihr Mitgefühl ausgesprochen. „Es kamen so viele E-Mails und Anrufe, das kann man sich gar nicht vorstellen“, sagt der Chef des „Little Italy“. Das Gästebuch auf der Internetseite des Restaurants ist voll mit Beileidsbekundungen aus ganz Deutschland. Zur Erinnerung an ihren Pizzabäcker Franco haben die Restaurantbetreiber ein Bild des 47-Jährigen auf die Seite gestellt.
In der benachbarten „Sansibar“ sammeln die Angestellten Geld für die Familien der Opfer. „Wir wollten das zunächst gar nicht, doch es kamen so viele Leute, die Spenden geben wollten, dass wir sie jetzt hier sammeln“, erklärte Bar-Chefin Lucia. Das Geld soll für die zum Teil noch minderjährigen Kinder der Getöteten und für die Beerdigung der beiden Opfer verwendet werden. Giuseppe L. und Franco S. sollen nach dem Willen ihrer Familien in Italien beigesetzt werden. Wann das geschehen soll, steht noch nicht fest. Derzeit werden die genauen Formalitäten der Überführung der Toten geklärt. In Hannover wird es am Sonntag in der St. Marien-Kirche in der Marschnerstraße einen Gottesdienst für die Opfer geben geben. Dort ist die katholische italienische Kirchengemeinde ansässig.
Tobias Morchner
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