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Opferfamilie kritisiert Ermittlungsbehörden

Mord an Jesidin Opferfamilie kritisiert Ermittlungsbehörden

Nachdem der mutmaßliche Mörder einer 21-jährigen Jesidin auch fast einen Monat nach der Tat noch immer auf freiem Fuß ist, kritisiert die Familie des Opfers das Vorgehen der Polizei. Sie habe den Ermittlern kurz nach der Tat wertvolle Hinweise gegeben, denen die Staatsanwaltschaft nicht nachgehe.

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Die Familie der bei einer Hochzeitsfeier in Vahrenheide erschossenen Jesidin macht der Polizei Vorwürfe.

Quelle: Dillenberg (Archiv)

Hannover. Sefin Nahmann Pesso hatte am Abend des 13. März auf einer kurdischen Hochzeitsfeier in Vahrenheide auf seine Cousine Shilan H. geschossen und sie tödlich verletzt. Grund dafür war offenbar, dass die 21-Jährige eine Ehe mit ihrem 22-jährigen Cousin ablehnte. Diese sollen nach Informationen der Familie des Opfers zwei Onkel von Shilan H. geplant haben. Ehemalige Nachbarn hatten berichtet, dass auch die Familie H. sehr traditionsbewusst lebe. „Wir leben seit über 20 Jahren in Deutschland und sind voll integriert“, sagt Shilans Bruder Hassen H. dazu: „Unser Vater wäre nie auf die Idee gekommen, eine Zwangsehe zu arrangieren.“

Wohl aber dessen zwei Brüder und deren Söhne. Hassen und seine Familie sind sich sicher, dass der Mord an Shilan und die Flucht von Sefin Nahmann Pesso von langer Hand geplant wurden. „Schon auf der Hochzeit sind die Brüder von Sefin direkt nach den Schüssen auf mich und meine Brüder losgegangen, damit wir den Mörder nicht aufhalten können“, sagt Hassen. Einer der Cousins soll dem 22-Jährigen auch geholfen haben, das Star-Event-Center an der Straße Alter Flughafen zu verlassen, ohne von Kameras gefilmt zu werden. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Strafvereitelung. Hassen H. geht das nicht weit genug.

„Wir haben der Polizei bereits wenige Tage nach dem Mord unter anderem einen Stammbaum der ganzen Familie vorgelegt“, sagt er. Anhand des Dokuments habe die Familie den Ermittlern erklärt, wen sie verdächtigt, den Mord geplant und durchgeführt zu haben. „Die Waffe zum Beispiel hat ein anderer Cousin von mir in Northeim bei Göttingen besorgt“, sagt Hassen H. „Mich hatte er vor einiger Zeit auch gefragt, ob er eine Pistole für mich organisieren soll.“ Er sei irritiert, dass die Staatsanwaltschaft diesen Hinweisen nicht nachgeht.

„Wir ermitteln unter Hochdruck und gehen allen Spuren nach“, versichert hingegen Staatsanwältin Kathrin Söfker. „Sollten sich daraus Hinweise auf weitere Verdächtige ergeben, werden wir die Ermittlungen natürlich ausweiten.“ Nähere Details will Söfker aber nicht über den Stand der Fahndung verraten. „Vielleicht wollen die Ermittler auf diesem Weg auch herausfinden, wohin Sefin geflüchtet ist“, erklärt sich Hassen H. das Verhalten der Behörden. Er sei sicher, dass der mutmaßliche Mörder von Shilan nicht ohne die Hilfe Dritter abtauchen konnte. „Sefin hat immer von der Hand in den Mund gelebt“, sagt H. „Um sich abzusetzen, muss er Geld von seiner Familie bekommen haben.“

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