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Aus der Stadt Opposition will die Bürger fragen
Hannover Aus der Stadt Opposition will die Bürger fragen
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06:16 03.09.2012
Die Tage der Raschplatz-Hochstraße scheinen gezählt, denn sie stünde einer Verlängerung der D-Linie bis zum Schiffgraben im Weg. Quelle: Thomas
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Hannover

Zum Mitreden gäbe es tatsächlich genug. Offenbar wird der Abriss der Raschplatz-Hochstraße jetzt doch sehr konkret, weil Region und Stadt dort die oberirdische Straßenbahnlinie 10 entlangführen wollen. Vor dem Hauptbahnhof hingegen soll es bald keine Straßenbahnhaltestelle mehr geben, die Linie 10 würde in der Kurt-Schumacher-Straße halten. Beim südlichen Cityring wiederum ist jetzt wieder die Reduziereung von Autospuren zwischen Goethestraße und Neuem Rathaus im Gespräch. „Ich habe das Gefühl, der Stadtbaurat plant mit seinem Kollegen aus der Region Entscheidungen, die dann ,par ordre du mufti‘ umgesetzt werden“, kritisiert FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Aus Rathaus und Regionshaus wird derzeit täglich betont, dass noch gar nicht alle Details feststünden. Das gelte sowohl für die Linienführung der Straßenbahn10 als auch für den Rückbau von Autospuren auf dem Cityring. Diese seien angesichts der Kosten in Millionenhöhe möglicherweise ohnehin nicht umsetzbar. Alles sei noch offen - bis auf den Abriss der Hochstraße, der ausdrücklich Planungsziel sei.

Vonseiten der Ratsopposition aber wird mit Misstrauen beobachtet, dass die Verwaltung seit Wochen das Gutachten zum Innenstadtverkehr auswertet, ohne dass die Ratspolitiker zumindest einen Blick darauf werfen dürfen. „Ich fordere die Verwaltung auf, das Gutachten unverzüglich vorzulegen und auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt FDP-Mann Engelke. WfH-Politiker Klaus Neudahm ärgert sich vor allem über den möglichen Rückbau bestehender Autospuren auf dem Friedrichswall. Dies sei „eine rein verkehrskosmetische Maßnahme, die ich nicht mittragen kann“. Die Hannoveraner sollen im von Oberbürgermeister Stephan Weil angekündigten „Bürgerpanel“ befragt werden.

Dieses „Bürgerpanel“ wird sich laut Ankündigung der Stadt tatsächlich mit Mobilität beschäftigen. Es soll dem Vernehmen nach aber weniger um Einzelfragen gehen, wie etwa die Lage von Haltestellen oder den Rückbau einzelner Fahrspuren, sondern eher grundsätzliche Mobilitätsgewohnheiten ergründen.

Auch in der CDU-Fraktion wartet Fraktionschef Jens Seidel gespannt auf das Verkehrsgutachten. „Der Abriss der Hochstraße wird seit Jahren diskutiert - ich habe arge Zweifel, dass das Gutachten die großen technischen Probleme berücksichtigt.“ Wer die Hochstraße abreißen wolle, müsse dafür sorgen, dass die Tiefgarage darunter nicht im Grundwasser nach oben treibe. „Angeblich wiegt die Hochstraße 12000 Tonnen“, sagt Seidel. „Da geht es schon um ganz ordentliche Gewichte.“ Auch er fordert ein Offenlegen des Gutachtens, damit die Kommunalpolitiker Alternativvorschläge diskutieren können. Angesichts der Probleme mit der Stadtbahnlinie 10 - eine Haltestelle Hauptbahnhof, die zu weit vom Hauptbahnhof entfernt ist, eine überlastete Verkehrsunterführung neben dem Bahnhof und ein teurer Hochstraßenabriss - regt er an, doch noch einmal über einen Hochbahnsteig auf dem östlichen Bahnhofsvorplatz nachzudenken: „Vielleicht ist ja die Linienführung so, wie sie jetzt ist, gar nicht so schlecht.“

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