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Aus der Stadt Optimismus bei Bürgerarbeit in Hannover
Hannover Aus der Stadt Optimismus bei Bürgerarbeit in Hannover
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20:38 05.08.2011
Auf dem ehemaligen Conti-Parkplatz an der Wunstorfer Straße haben Freiwillige und die Bürgerarbeiter einen Garten mit Gemüse und Nutzpflanzen aufgebaut. Quelle: Wilde
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Hannover

Das Anstrengendste haben Markus Simoneit und Damian Kurat schon am Morgen hinter sich gebracht. Die beiden haben Wasser geholt, 1,5 Stunden lang mit Eimern und Gießkannen aus dem benachbarten Mittellandkanal geschöpft, damit Blumen und Gemüse gegossen werden können. Simoneit und Kurat sind als Bürgerarbeiter beschäftigt, sie kümmern sich um den Küchengarten Limmer.

Jobcenter-Chef Horst Karrasch hat am Freitag eine erste Bilanz der Bürgerarbeit gezogen – und war dafür in den Küchengarten gekommen. Erst vor wenigen Tagen hatte es an dem Modellprojekt Bürgerarbeit aus der hannoverschen SPD heftige Kritik gegeben. Beantragte Stellen würden vom zuständigen Bundesverwaltungsamt rigoros abgelehnt oder nur schleppend bearbeitet, hatte Ratsherr Ralf Borchers gesagt.

Karrasch versuchte gestern, Optimismus zu verbreiten. Er vergleicht die Anlaufschwierigkeiten mit den neunziger Jahren. „Das hatten wir auch bei den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“, sagt er. Jetzt laufe es aber gut. 250 Stellen im Bereich der Region Hannover sind bereits bewilligt worden, 400 weitere Anträge liegen vor. Karrasch weiß nur von bisher fünf Ablehnungen für den Bereich der Region durch das Bundesverwaltungsamt. Die geringe Zahl kann aber auch daran liegen, dass das Jobcenter nur die Anträge dorthin schickt, die auch Aussicht auf Erfolg haben. „Wenn man erlebt, wie die Menschen wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, dann ist das ein toller Erfolg“, sagt Karrasch.

Das Küchengartenprojekt des Vereins Transition Town Initiative ist so außergewöhnlich, dass die Genehmigung glatt durchgegangen ist. Auf dem ehemaligen Conti-Parkplatz an der Wunstorfer Straße haben Freiwillige und die Bürgerarbeiter einen Garten mit Gemüse und Nutzpflanzen aufgebaut. Neben Malven und Sonnenblumen wachsen dort unter anderem Feuerbohnen, Tomaten und Zwiebeln. Die meisten Pflanzen wurzeln in Erde, die in Jutesäcken zusammengehalten wird.
Monika Barthel, die ab und zu ehrenamtlich im Küchengarten Limmer hilft, kocht auf einem Holzherd Apfelmus, von dem kleinen Apfelbäumchen am Eingang des Gartens. Der 33-jährige Bürgerarbeiter Markus Simoneit wird davon später essen.

Den ehemaligen Telekommunikationselektroniker hatte eine Erkrankung aus der Bahn geworfen. „Es ist eine tolle Tätigkeit hier“, sagt der schlanke Mann. „Man ist den ganzen Tag an der frischen Luft und sieht, was man gemacht hat“, meint er.

Sein ganzer Stolz ist ein Zitronenbäumchen, das er aufgepäppelt hat. Jetzt ist schon eine kleine Zitrone dran, aber noch sehr winzig. Simoneit, der 900 Euro verdient, möchte jetzt gern im gärtnerischen Bereich weiterarbeiten.
Der Küchengarten ist eines von mehreren Beispielen, die das Jobcenter in einer Broschüre vorstellt. Ziel ist es, dass sich noch mehr besondere Projekte melden, die solche Arbeitsplätze zur Verfügung stellen können.

Mathias Klein

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