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So bereitet sich Hannover auf die Demo vor

Hooligan-Demo So bereitet sich Hannover auf die Demo vor

Die Organisatoren der Anti-Islamismus-Demonstration sind mit ihrer Klage gegen die strengen Auflagen gescheitert. Das Verwaltungsgericht lehnte den Antrag ab. Derweil bereiten sich die Geschäfte und Hotels in der Nähe des Versammlungsplatzes am ZOB auf die Demonstration vor.

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Die Hotels am ZOB verbarrikadieren ihre Fensterscheiben vor der Hooligan-Demo am Sonnabend.

Quelle: dpa

Hannover. Der Anwalt der Hooligans habe sowohl dem Auftrittsverbot für die Band "Kategorie C" als auch dem geforderten Ablaufplan und dem vorgeschriebenen Verzicht für bestimmte Symbole - konkret dem Zeigen von Totenköpfen - widersprochen, sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe am Freitag.

Aus Angst vor möglichen Schäden durch die HoGeSa-Demo am Sonnabend werden die Glasfassaden mit Holzplatten geschützt. Auch im Verkehr werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

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Das Verwaltungsgericht lehnte die Klage der Organisatoren ab: Es hält die Auflagen für rechtmäßig. Das Verbot des Auftritts der Band „Kategorie C - Hungrige Wölfe" sei nicht zu beanstanden, weil gerade der Auftritt der Band bei der Versammlung in Köln zur Bereitschaft der Versammlungsteilnehmer beigetragen haben dürfte, Gewalt anzuwenden. Das gleiche Gericht hatte am Vortag das zunächst von der Polizei erteilte Verbot der Veranstaltung am Samstag unter Auflagen. Gegen diese Entscheidung kann beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg Beschwerde eingelegt werden.

Am ZOB haben die Hotels derweil damit begonnen, ihre Fenster zu verbarrikadieren. Sie wollen verhindern, es in Hannover so aussieht wie in Köln Ende Oktober, als bei den Krawallen zerstörte Ladenlokale und beschädigtes Mobiliar das Bild in der Öffentlichkeit prägten.

Szenen, die auch den Betreibern von Hotels und Geschäften rund um den Zentralen Omnibusbahnhof in Hannover bekannt sind. Dort werden an diesem Samstag bei einer Anti-Islamismus-Kundgebung mehrere Tausend Hooligans und Rechte erwartet. Filialen bereiten sich auf mögliche Ausschreitungen vor. Eine Hotelkette und ein großer Supermarkt reagieren mit Sicherheitsvorkehrungen. Ladenbetreiber kleinerer Geschäfte bleiben bislang eher gelassen.

Das städtische Verwaltungsgericht hatte am Donnerstag ein Demonstrationsverbot der Polizei gekippt. Diese will eine genehmigte Kundgebung unter strengen Auflagen nun akzeptieren.

"Wir müssen uns um die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeiter kümmern", sagt die Sprecherin einer Hotelkette, die zwei Häuser am ZOB betreibt. Das Unternehmen bietet den Gästen an, am Samstag in andere Filialen in der Stadt umquartiert zu werden oder Reservierungen zu stornieren. Zudem plant der Hotelbetreiber, sämtliche Glasfassaden während der Veranstaltung zu verbarrikadieren.

Selbsternannte Hooligans demonstrieren in Hannover: Nach dem Verbot durch die Polizei kassiert ein Gericht die Entscheidung und erlaubt den Teilnehmern eine Kundgebung in der City. Eine Chronologie der Ereignisse.

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Die Supermarkt-Filiale von Kaufland wird erst gar nicht öffnen, wie alle weiteren Läden in dem Einkaufszentrum und das dazugehörige Parkhaus. Wegen der Demo werde das Unternehmen Sicherheitsvorkehrungen treffen, sagt eine Sprecherin. Details will man im Vorfeld aber nicht preisgeben. "Wahrscheinlich sind die Einsatzkräfte der Polizei nach den Bildern aus Köln ohnehin besser gewappnet als sonst", hofft ein Mitarbeiter der Supermarktkette.

Kiosk-Besitzer Ido Awdi befürchtet keine größeren Probleme für seine Filiale. "Ich glaube nicht, dass Schlimmes passiert", sagt er. Er werde das Geschäft an seinem umsatzstärksten Tag planmäßig öffnen. Den Laden könne er spontan schließen, wenn es rund um sein Geschäft unruhig werden sollte. Ganz auf die Tageseinnahmen verzichten, wolle er jedoch nicht. Der Geschäftsführer eines Cafés sieht seine Filiale ebenfalls nicht in Gefahr. "Ich glaube, dass die Polizei einen guten Job machen wird."

Auch im Flüchtlingscamp am Weißekreuzplatz unweit des ZOB ist die Stimmung relativ gelassen. "Die Bewohner des Camps wissen zwar, dass Zwischenfälle nicht auszuschließen sind, Angst haben sie jedoch nicht", sagt Sigmar Walbrecht vom Flüchtlingsrat Niedersachsen. Die Lage werde ernst genommen, von einer tatsächlichen Bedrohung gehe man hier aber nicht aus.

Die Bussteige der Fernbusse am ZOB bleiben am Samstag geschlossen. Die Fernbusunternehmen haben nach Bekanntwerden der möglichen Demonstration die Abfahrten der Busse zum Betriebshof des Hannoveraner Verkehrsbetriebs Üstra verlegt. Auch die Buslinien des Nahverkehrs umfahren die Haltestellen rund um den ZOB.

Die Polizei rechnet nach eigenen Angaben am Samstag mit bis zu 5000 Demonstranten, darunter neben Hooligans auch Rechtsextreme und Neonazis. Mehrere Hundert Polizisten werden im Einsatz sein, um Menschen und Geschäfte rund um den ZOB zu schützen, damit sich die Szenen aus Köln in Hannover nicht wiederholen.

lni/sbü

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