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„Rock ’n’ Roll mit Erklärbär in lustig“

Gesichter und Geschichten „Rock ’n’ Roll mit Erklärbär in lustig“

Stadionsänger Ossy Pfeiffer rettet mit seiner Band Ignore The Sign den Rock ’n’ Roll – wenigstens ein bisschen. Am 13. Mai treten sie mit der „Saviours of Rock“-Show im Theater am Aegi auf. 

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Im Zeichen der Pose: Ossy Pfeiffer (vorn) mit Momme Boe (von links), Anca Graterol, Kristof Hinz, Lars Lehmann und Steve Mann.

Quelle: Martin Huch

Hannover. Ich kann ganz gut und ziemlich lange einen erzählen, wenn man mich nicht stoppt“, sagt Ossy Pfeiffer. Was jeder bestätigen kann, der den Hannover-Rocker nach seinem neuen Projekt fragt. Oder nach seinem alten. Oder nach Rock ’n’ Roll im Allgemeinen. Oder nach Axl Rose als AC/DC-Sänger. Oder nach allem anderen, was nur im Entferntesten mit Musik zu tun hat.

Nun bringt der Mann mit der teilergrauten Lockenmähne, im Nebenberuf 96-Stadionsänger, sein Redetalent und seine vielen musikalischen Fähigkeiten zusammen, denn: „Weißte, dann kann ich das auch auf der Bühne machen.“ Macht er auch. Dazu braucht er seine alte Band - Schlagzeuger Kristof Hinz, Bassist Lars Lehmann, Percussionist Momme Boe sowie Steve Mann und Pfeiffers Lebensgefährtin Anca Graterol an den Gitarren - mit neuem Namen Ignore The Sign („Osssy mit drei S, das war für die Plattenfirmen immer doof“), eigene Songs, einige Klassiker der Rockgeschichte („Was von Deep Purple, Rainbow, Led Zeppelin“) und ein Theater. Denn es geht bei Ignore The Sign nicht nur darum abzurocken, das Publikum soll auch was lernen, wenn möglich, auf eine vergnügliche Weise. Da kommt dann das Mundwerk von Bandchef Ossy ins Spiel - und seine weitreichenden Kenntnisse über die Rockgeschichte und das, was Musiker auf der Bühne so machen. Er selbst nennt es „Rock ’n’ Roll mit Erklärbär in lustig“, ergänzt aber ausdrücklich, dass der Abend am 13. Mai im Theater am Aegi „keine Comedyshow“ ist.

Warum plötzlich Infotainment? Ein unterschätztes Publikum in Lingen ist schuld. Dort sollte die Band, damals noch unter dem Namen Osssy, bei einer Charity-Veranstaltung im Stadttheater auftreten. „Kurz vor dem Auftritt habe ich noch mal durch den Vorhang geguckt, und da saßen nur Männer mit Schlipsen und Fliegen und Frauen mit Marge-Simpson-Frisuren.“ Kurze Schweißausbrüche, spontane, bandinterne Programmänderungskonferenz. Doch der Veranstalter blieb cool - das passe schon. „Und siehe da: Schlipse weg, auf den Stühlen getanzt, Rock ’n’ Roll, das volle Programm.“ Plötzlich wurde der Band klar, dass genau dieses Publikum ihre Musik hört. Wenn Pfeiffer diese wegweisende Erkenntnis beschreibt, benutzt er den Begriff „alte Säcke“ - für das Publikum und die Band. Und da Letztere mit ihrer musikalischen Denkmalpflege auch ein bisschen hilft, das Genre zu retten, hat sie ihr Projekt „Saviours of Rock“ genannt. Kurzzeitig war das sogar als Bandname im Gespräch, aber „das war uns dann doch zu fett“.

Nun werden die Rockretter also erläutern, was sie tun, statt Coolness für Checker gibt es im Aegi offene Karten für alte Säcke. Junge Classic-Rock-Fans sind aber auch herzlich eingeladen, ein bisschen über Songs, Sound und Licht zu erfahren oder was die ganzen Fußschalter auf dem Boden vor den Gitarristen so alles können.

Dazu gibt es ein neues Video, das die Band mit viel Aufwand als Lernprojekt von NDR-Azubis hat drehen lassen - an einem besonderen Ort: der stillgelegten U-Bahn-Station unter dem Raschplatz. „Die haben da Tonnen von Material reingeschleppt“, sagt Pfeiffer. „Es war ziemlich kalt und staubig da unten, aber es hat sich gelohnt - für alle. Eine wirkliche Win-Win-Situation.“ Es fehlt noch der Schnitt, dann gibt es die Videopremiere auf großer Bühne.

Und was ist nun mit Axl Rose als neuem AC/DC-Sänger? „Das ist leider Gottes ein reiner Marketing-Coup.“ Er hätte es gemacht wie die amerikanische Classic-Rock-Band Journey, die als Ersatz für ihren Sänger den Frontmann einer philippinischen Journey-Coverband verpflichtete. „Hätte AC/DC den coolsten Jungen aus einer AC/DC-Coverband geholt, hätte das medial die gleiche Aufmerksamkeit gebracht, und die Fans hätten das besser angenommen als den übergewichtigen Brathahn. Obwohl der seinen Job mit Sicherheit gut machen wird.“ Nicht auszuschließen, dass auch die Rockveteranen aus dieser Elefantenhochzeit beim Erklärbären im Aegi zur Sprache kommen. Ins Beuteschema passen sie.

Tickets

Karten für die „Saviours of Rock“-Show am 13. Mai im Theater am Aegi gibt es in allen HAZ-Ticketshops.

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