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Paritätischer stellt mobile Seniorenbetreuung ein

Freiwillige fehlen Paritätischer stellt mobile Seniorenbetreuung ein

In wenigen Tagen endet mit dem allgemeinen Wehrdienst auch der Zivildienst – in Hannover führt das zu erheblichen Schwierigkeiten bei Hilfsangeboten im sozialen Bereich. Verbände und Institutionen finden kaum Freiwillige, die nach Vorstellung der Bundesregierung ab Juli die Tätigkeit übernehmen sollen.

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Zivildienstleistende unterstützen hilfsbedürftige alte Menschen.

Quelle: dpa (Symbol)

Hannover. Zivildienstleistende fehlen: Beim Paritätischen ist die Lage so dramatisch, dass die bei vielen älteren Menschen beliebte mobile Seniorenbetreuung jetzt komplett geschlossen wird. Mit unabsehbaren Folgen für ältere Menschen: „Einige unserer bisherigen Kunden müssen wohl jetzt durch die Einstellung des Dienstes ins Altenheim“, sagt der kaufmännische Leiter beim Paritätischen, Jürgen Lohmann.

Bisher arbeiten in der Seniorenbetreuung sieben bis acht Zivildienstleistende. Sie unterstützen hilfsbedürftige alte Menschen, die keine offizielle Pflegestufe haben, damit diese weiterhin zu Hause leben konnten. Dazu gehören die Begleitung zum Einkaufen und zum Arzt oder das Reinigen des Treppenhauses. Ohne Zivildienstleistende sei das nicht mehr finanzierbar, bedauert Lohmann. Und Freiwillige, die nach den Vorstellungen der Bundesregierung diese Arbeiten übernehmen sollten, sind bei den Sozialverbänden Mangelware. So waren für den Paritätischen im Bereich der Region Hannover noch am 31. Dezember 2010 insgesamt 154 Zivildienstleistende tätig. Stattdessen gebe es nun nur vier Vereinbarungen mit Männern und Frauen zum neuen Bundesfreiwilligendienst, berichtet der Zivi-Beauftragte des Paritätischen, Heino Wolf.

„Die Werbekampagne des Bundes für diesen Dienst scheint in den Einsatzstellen noch keine Wirkung zu zeigen“, sagt Wolf. Aber auch der Paritätische und andere Organisationen werben derzeit noch zurückhaltend. Grund sind Unklarheiten in der Finanzierung. Denn noch immer sei nicht sicher, ob die jungen Freiwilligen Kindergeld bekämen, kritisiert etwa der Direktor des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche, Christoph Künkel. Im Klartext: Wer sich für den Freiwilligendienst entscheidet, muss möglicherweise auf rund 184 Euro monatlich verzichten.

Eine große Lücke reißt das Ende des Zivildienstes auch im Annastift. „Bei uns fallen 44 Zivildienststellen weg“, sagt der Leiter des Bereichs Behindertenhilfe, Dirk Semrau. Bisher konnte diese auf die individuellen Wünsche der Schüler und der Bewohner des Annastifts eingehen, etwa Kinobesuche. „Jetzt stehen wir blank da und können gar nicht so schnell Alternativstrukturen aufbauen“, ärgert sich Semrau. Im Kinderkrankenhaus auf der Bult übernehmen junge Frauen und Männer aus dem sogenannten freiwilligen sozialen Jahr die bisherigen Aufgaben der Zivildienstleistenden. Das Geld im unveränderten Zivi-Etat aber habe wegen der höheren Kosten nur noch für weniger als die Hälfte der Mitarbeiter gereicht. „Statt 23 Zivis sind künftig elf dieser Mitarbeiter bei uns an Bord“, sagt der ärztliche Direktor der Klinik, Thomas Beushausen: „Das wirkt sich nachteilig auf die kleinen Patienten aus“, meinte er. Bewerbungen aus dem Bundesfreiwilligendienst habe es im Kinderkrankenhaus nicht gegeben.

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