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Patientin aus Hannover klagt wegen Fehler bei OP

„Höllische Schmerzen“ Patientin aus Hannover klagt wegen Fehler bei OP

Es hätte ein Routineeingriff an der Gebärmutter sein können, wie er bei vielen anderen Müttern vorgenommen wird. Doch das Vinzenz-Krankenhaus in Hannover empfahl Sabine H. eine neuartige Operationsmethode – in deren Folge traten weitreichende Komplikationen auf.

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Quelle: Michael Thomas (Symbolbild)

Sabine H. ist heute schwerbehindert und leidet unter inoperablen Schäden und Dauerschmerzen. „Es ist, als säße ich permanent auf einer Rasierklinge“, sagt sie. Die 49-Jährige hat die Klinik auf eine halbe Million Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz verklagt. Am Donnerstag wird ihr Fall vor dem Landgericht verhandelt.

H.s Probleme im Unterleib begannen 2006. Nach der Geburt von drei Kindern hatte sich, so stellte ein Gynäkologe fest, ihre Gebärmutter gesenkt. Er empfahl, das Organ entfernen und den Beckenboden stabilisieren zu lassen. Unter Medizinern gilt das Prozedere als Standardeingriff. Sabine H. riet man im Vinzenz-Krankenhaus aber zu neuartigen Implantat-Materialien, um den Beckenboden zu stabilisieren. Die Implantate sollen, folgert H.s Anwalt Bernd Wegener, nicht für die Konstitution der Patientin ausgerichtet gewesen sein – dies habe später auch der Mediziner bestätigt, der die neue Methode entwickelt hatte. „Bei der Behandlung und der Aufklärung sind schwerwiegende Fehler gemacht worden“, resümiert Wegener. In einer anderen Klinik wurden später massive Verwachsungen im Unterleib festgestellt. H. musste immer wieder operiert werden – bis heute acht Mal. Die Implantate wurden entfernt sowie Eierstöcke und ein Großteil des Dickdarms. „Mein Leben ist zerstört“, sagt die gelernte Schauwerbegestalterin. Sie könne nur noch seitlich auf Spezialstühlen sitzen, weder Auto noch Stadtbahn fahren, schon geringe Erschütterungen seien für sie „die Hölle“. An Sport oder daran, wieder zu arbeiten, sei gar nicht zu denken. Ungeachtet des Rechtsstreits habe die Klinik „nicht mal ein Wort des Bedauerns“ ausgedrückt, kritisiert Wegener.

Versicherungsanwalt Michael Vogeler dementiert, dass die Probleme auf eine fehlerhafte Operation zurückzuführen seien. Vielmehr handele sich um „schwerwiegende, aber schicksalhafte Komplikation des Eingriffs“.

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