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Patientin erhält 200.000 Euro Rente von Klinik

Folgen einer Gebärmutter-OP Patientin erhält 200.000 Euro Rente von Klinik

Nach einer folgenschweren Gebärmutter-Operation muss das Vinzenzkrankenhaus einer Patientin ein Schmerzensgeld sowie eine lebenslange Rente zahlen – insgesamt 200.000 Euro. Das hat die 19. Zivilkammer des Landgerichts Hannover am Montag entschieden.

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Quelle: Michael Thomas (Symbolbild)

Hannover. Die Richter stellten fest, dass die Frau in der Klinik fehlerhaft behandelt worden war und eine Operationsmethode angewendet wurde, „über deren Indikation und Risiken die Klägerin nicht ausreichend aufgeklärt worden war“. Dass sich das Gericht für eine dauerhafte Rente ausspricht, sei die Ausnahme, sagt Behördensprecher Matthias Kannengießer: „Es muss schon ein gravierender Fall vorliegen.“

Bei der Operation, die im Jahr 2006 vorgenommen wurde, handelt es sich eigentlich um einen Routineeingriff. Nach der Geburt ihrer drei Kinder hatte sich die Gebärmutter von Sabine H. abgesenkt. Die Ärzte empfahlen, das Organ zu entfernen und den Beckenboden stabilisieren zu lassen. Doch statt die Fixierung standardmäßig mit eigenem Gewebe vorzunehmen, rieten ihr die Ärzte zu einer neuartigen Methode. Dabei wird ein Netz aus Kunstmaterial eingesetzt, um den Beckenboden zu stabilisieren. Schon nach kurzer Zeit kam es zu Problemen, weil die Implantate zu massiven Verwachsungen im Unterleib geführt hatten. Infolgedessen musste H. acht Nachoperationen über sich ergehen lassen. Heute ist die 49-Jährige schwerbehindert, sie leidet unter Dauerschmerzen und befindet sich in psychologischer Behandlung. „Mein ganzes Leben ist zerstört“, sagt sie.

Die Methode sei für die Patientin ungeeignet gewesen und nur bei älteren Menschen anzuwenden, befand das Gericht im Hinblick auf die Ausführungen des Gutachters. Dieser hatte auch auf die hohe Komplikationsrate hingewiesen. So hätte der Eingriff nur auf „ausdrücklichen Wunsch der Patientin“ durchgeführt werden dürfen, resümierte die Kammer. Offenbar sei die Frau jedoch erst gar nicht in Kenntnis darüber gesetzt worden, dass es sich um ein spezielles Verfahren handelt.

Dennoch überlegt die Klägerin, in Berufung zu gehen. Das Gericht hat ihr 80.000 Euro Schmerzensgeld und eine monatliche Rente von 200 Euro zugesprochen – hochgerechnet auf die Lebenserwartung sind das etwa 125.000 Euro. Dies sei im Verhältnis zum Leiden seiner Mandantin viel zu wenig, erklärte ihr Anwalt Bernd Wegener. Das Vinzenzkrankenhaus wollte sich nach Angaben seines Anwalts nicht zu dem Fall äußern. Im Prozess hatte die betroffene Ärztin erklärt, auch heute noch überwiegend mit der Implantat-Methode zu arbeiten.

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