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Aus der Stadt "Diese Sperrung ist eine Katastrophe"
Hannover Aus der Stadt "Diese Sperrung ist eine Katastrophe"
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00:16 03.04.2016
Die ICE-Strecke zwischen Hannover und Kassel soll für zwei Wochen gesperrt werden. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Viele Pendler wurden von der Nachricht überrascht. "Es ist eine Katastrophe, ich bin auf diese Strecke angewiesen", sagt Holger Behrends (50). Er fährt sie einmal täglich. "Mal sehen, was die Bahn so bieten wird". Das Zuspätkommen wird sich bei ihm aber nicht vermeiden lassen.

Auch Gabriele Pflug (50) habe morgens erschrocken auf die Nachricht reagiert. Am Donnerstag war sie zwar nur privat auf dem Weg von Hannover nach München, aber auch beruflich fährt sie diese Strecke regelmäßig. "Da meine Kollegen ebenfalls betroffen sind, werden wir die Dienstbesprechungen an einen anderen Ort verlegen", beschreibt die Verwaltungsangestellte das Vorgehen ihres Unternehmens.

"Das wird mehr Stau geben"

Michael Decker (45) diskutierte die gesperrte Strecke bereits mit seinem Kollegen auf dem Weg zum Bahnhof. Sie fahren die Strecke zwar nur ein paar Mal im Jahr, malen sich die Folgen aber bereits aus: "Der Schienenverkehr wird verlagert werden, viele werden auf Autos ausweichen, das wird mehr Stau geben - und man wird früher aufstehen müssen."

Johannes Fütterer ist sichtbar entrüstet von der Sperrung: Der 27-Jährige fährt die Strecke Hannover-Göttingen täglich. Er las bereits am Mittwochabend im Internet davon. "Ich gehe davon aus, dass alte Metronom-Strecken genutzt werden. Das wird deutlich länger dauern". Das Auto kommt für ihn aber nicht in Frage, weil es für diese Strecke zu teuer sei. Vermutlich wird er deshalb länger in den Abend hinein arbeiten.

Alternative: Bereits einen Tag vorher anreisen

Auch Nicole Schulze ist überrascht. "Dass ausgerechnet diese Strecke überhaupt gesperrt werden kann, hat mich dann schon gewundert", sagt sie. "Ich bin auf die Lösungen der Bahn gespannt.  Einen Schienenersatzverkehr mit Bus wäre eine völlige Katastrophe." Die 43-Jährige fährt wöchentlich nach Frankfurt, ihr Arbeitstag beginnt um 9 Uhr. "Eventuell werde ich einen Tag vorher anreisen müssen - da kommen dann zusätzlich Hotelkosten auf mich zu".

Florian Mayer nimmt es gelassener, der 29-Jährige muss die Strecke aber auch nur zwei Mal wöchentlich fahren. "Die Bauarbeiten müssen halt sein", sagt er. Erfreut sei er allerdings auch nicht.

Doch es gibt auch andere Reaktionen: Kim Hoffmann sieht der Sperrung entspannt entgegen. Sie fährt die Strecke zwei Mal wöchentlich, die Saarländerin arbeitet derzeit an einem Projekt in Hannover. Ihr Arbeitgeber nimmt die Entscheidung ab: "Im Idealfall werde ich von zuhause arbeiten können - die Sperrung ist für mich also ein echter Glücksfall."

Von Katharina Derlin

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