Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannoveraner fördert fünf Kinder in fünf Ländern
Hannover Aus der Stadt Hannoveraner fördert fünf Kinder in fünf Ländern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 14.12.2016
Von Michael Zgoll
„Was ist die Alternative - nichts tun?“: Landgerichtspräsident Ralph Guise-Rübe besucht sein Patenkind Robert in Uganda. Quelle: privat
Hannover

Guise-Rübe engagiert sich bei Entwicklungshilfeprojekten, hat über das Kinderhilfswerk ChildFund Patenschaften für fünf Kinder auf den Philippinen, in Indien, Brasilien, Äthiopien und Uganda übernommen. Dabei hat es sich der Jurist zur Aufgabe gemacht, alle von ihm geförderten Jungen und Mädchen in ihrer Heimat zu besuchen.

Gerade ist der Landtagspräsident aus Afrika zurückgekehrt, besuchte vier Tage lang die Gemeinde Wakiso in Zentral-Uganda. Robert heißt der sechsjährige Junge, für den er nun als Pate fungiert. Die regelmäßigen Zuwendungen von Guise-Rübe und anderen Förderern von ChildFund kommen aber nicht direkt einem Einzelnen zugute, sondern helfen einer größeren Schar von Kindern. So hat die Hilfsorganisation in Wakiso eine Wasserreinigungsanlage installiert, unterstützt die Schule, beteiligt sich an der Essensversorgung und fördert ein Projekt zur Vergabe von Kleinkrediten an Familien. „Nur Geburtstagsgeschenke wie ein Fahrrad bekommt ein Patenkind ganz persönlich“, erzählt der 50-Jährige.

Einem Kind in der Dritten Welt kann man, so sagen Hilfsorganisationen, mit einem Euro pro Tag viel Gutes tun. Das ist die finanzielle Richtschnur, an der sich Guise-Rübe mit Blick auf die von ihm geförderten drei Mädchen und zwei Jungen - zwischen sechs und acht Jahre alt - orientiert. Doch will er die Kinder auch vor Ort kennenlernen: „Wenn man für die globalen Probleme dieser Welt Empathie entwickeln möchte, geht das nur über persönliches Erleben.“ Drei von sieben Milliarden Menschen auf der Erde verdienen weniger als drei Dollar pro Tag, erzählt er, und die Bevölkerungzahlen insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern schnellen in die Höhe. „Dabei sind die Ressourcen vorhanden, um zehn Milliarden Menschen zu ernähren“, sagt der Präsident, „das Problem liegt in der ungerechten Verteilung und dem Beharren der reichen Länder auf ihren Privilegien.“

Seit sieben Jahren beschäftigt sich Guise-Rübe mit dem Thema Globalisierung, angeregt durch einen Vortrag des Club-of-Rome-Mitglieds Franz Josef Radermacher im Rotary-Club Hildesheim. Der Informatikprofessor gilt als einer der geistigen Väter des Projekts „Ökosoziale Marktwirtschaft“ und einer „Global Marshall Plan Initiative“. Seit 2014 lässt Guise-Rübe sein Engagement praktisch werden, übernahm damals eine erste Patenschaft für ein Mädchen aus Manila.

Der Gerichtspräsident weiß, dass ihm Kritiker einen Hang zur Selbstdarstellung vorwerfen, weil er seine Reiseberichte in den sozialen Medien veröffentlicht. „Doch was ist die Alternative - nichts tun?“, fragt er zurück. Seine Aktivitäten hätten dazu geführt, dass sich inzwischen an die 15 Bekannte und Freunde ebenfalls an derartigen Hilfsprojekten beteiligen, „und das zählt“.

Und noch etwas ist Guise-Rübe wichtig: die große Dankbarkeit, die ihm bei seinen Besuchen in den Patenkind-Kommunen entgegengebracht wird. „Das gibt mir jedes Mal ein Gefühl von Glück und Lebendigkeit“, sagt er. Doch auch bei seinen Gastgebern habe er Erstaunliches registriert. „Die Zufriedenheit bei uns ist nicht höher als bei vielen Menschen in ärmlichen Verhältnissen in Brasilien oder Uganda, auch wenn die materielle Ausstattung hier in Deutschland wesentlich besser ist.“

Einen Preis haben sie schon, am Mittwoch ist noch ein zweiter dazugekommen. Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski hat mehrere Schülerinnen, die zuvor erfolgreich beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilgenommen hatten, jetzt mit dem Fremdsprachenpreis der Stadt ausgezeichnet.

Saskia Döhner 14.12.2016
Aus der Stadt Anlaufstelle für Drogensüchtige - Neuer Fixpunkt öffnet erst im April

Die Fertigstellung des Neubaus für die Drogenhilfestation Fixpunkt verzögert sich erneut. Die neue Einrichtung namens Stellwerk sollte zunächst im Sommer diesen Jahres hinter dem Hauptbahnhof eröffnen, dann war der Start zum Jahresende angekündigt worden. Nun erwartet der Drogenbeauftragte der Stadt die Eröffnung im April 2017.

Bärbel Hilbig 14.12.2016

Saleh S. steht im Verdacht, im Februar zwei Molotowcocktails vom Dach der Ernst-August-Galerie geworfen zu haben. Aufgefallen ist der junge Islamist – er ist der Bruder von der Hauptbahnhof-Attentäterin Safia – schon öfter durch Gewalttaten. Nun soll ein Gericht über eine dauerhafte Verwahrung in der Psychiatrie entscheiden.

17.12.2016