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Aus der Stadt Petra Bahr wird Landessuperintendentin
Hannover Aus der Stadt Petra Bahr wird Landessuperintendentin
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00:15 22.04.2016
Von Michael B. Berger
Bundesweit bekannt: Theologin Petra Bahr folgt auf Ingrid Spiekermann. Quelle: Andreas Schoelzel
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Berlin/Hannover

Sie hat feste Kolumnen in großen Wochenzeitungen, beurteilt die Lage der Christen im Allgemeinen und der Protestanten im Besonderen auf allen Kanälen: Petra Bahr ist, lax gesprochen, eine ziemlich große Nummer im Protestantismus. Deshalb war die gestern von der Pressestelle der hannoverschen Landeskirche veröffentlichte Nachricht eine echte Überraschung. Petra Bahr wird die hannoversche Landessuperintendentin Ingrid Spiekermann (65) ablösen, die im Sommer in den Ruhestand geht.

Derzeit ist die 49-Jährige noch Hauptabteilungsleiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin, zuvor war sie mehrere Jahre Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) - und lebte und arbeitete auch in Berlin. Als Kulturbeauftragte hat sich die liberal-konservative Theologin, die auch eine journalistische Ausbildung beim WDR machte, als nachdenkliche, aber auch pointierte Beobachterin des Zeitgeistes hervorgetan - und als christliche Interpretin und Pastorin. Sie ist kein „Gewächs“ der hannoverschen Landeskirche, sondern hat ihr Vikariat in Berlin gemacht, wo sie auch als Pastorin ordiniert ist. Petra Bahr gilt als leidenschaftliche Predigerin.

Was sie zu ihrem bevorstehenden Wechsel bewogen hat? „Ich mag diese Ebene“, sagte Petra Bahr am Montag der HAZ. Das Schöne am geistlichen Amt einer Landessuperintendentin sei, dass man viel Freiheit für Theologie und Predigt habe und vergleichsweise wenig Administration. Den hannoverschen Bischof Ralf Meister, der früher Generalsuperintendent in Berlin war (das Pendant des hannoverschen Landessuperintendenten), kennt sie gut. Man kann unterstellen, dass Meister selbst in Berlin war, um Bahr abzuwerben, zumal es in der hannoverschen Landeskirche gar nicht so einfach ist, geeignete Frauen für leitende Ämter zu finden.

„Ich habe aber auch eine starke Beziehung zu Niedersachsen, weil meine Eltern in Lüneburg leben“, sagt Bahr. Sicherlich wird auch die Tatsache, dass Bahrs Ehemann Hans Michael Heinig Professor für Kirchenrecht in Göttingen ist, die Entscheidung für Niedersachsen befördert haben. Sie beschert der Familie ein Ende der Pendelei. Bahr selbst hat einmal gesagt, dass ihr Familienmodell so einfach sei „wie ein Eierpfannkuchen“. Das Ehepaar teile sich Erziehung und die Zeit mit dem Sohn konsequent, was ziemlich viel Organisation brauche. „Ehedialoge wie aus einem schlechten Film bleiben unveröffentlicht. Zweitens verabschieden wir uns regelmäßig von den drei zweitwichtigsten Terminen, auch wenn es wehtut.“ Und für das Kita-Fest nehme sie den Kuchen aus der Packung, auch wenn eine Stimme rufe: „Eine gute Mutter backt selbst.“ Der achtjährige Adoptivsohn geht mittlerweile in die Schule.

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