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Pferdebesitzer sollen Stallmist überdacht lagern

Hohe Investitionen Pferdebesitzer sollen Stallmist überdacht lagern

Eine neuer Erlass zur Zwischenlagerung von Stallmist sorgt bei Pferdebesitzern in der Region für erhebliche Unruhe. Denn diese sollen nach der ministeriellen Vorgabe den Pferdemist künftig auf einem eigens dafür gebautem Lagerplatz aufbewahren – überdacht.

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Hannover. Von oben müsse das Ganze mit einem Dach abgedeckt werden, berichtet Landwirt Christoph Konerding, der in Burgdorf eine Pferdepension betreibt.

Die Düngemittelverordnung soll das Grundwasser schützen. „Das ganze ist aber Unsinn“, betont Konerding. Denn Pferdemist bestehe zu 80 Prozent aus Stroh, erläutert er. Davon gehe für das Grundwasser keine Gefahr aus. „Da wird der Pferdemist, den wir bei uns jeden Tag rausholen, mit dem Mist aus Rinderställen gleichgestellt“, sagt er. Rinderställe würden nicht so oft gereinigt, deshalb enthalte der Mist wesentlich mehr Kot und Urin. Grundwassergutachter hätten das bestätigt, berichtet der Landwirt. Es müsse reichen, wenn der Pferdemist mit einer Plane abgedeckt werde.

Wenn er durch die Verordnung gezwungen werde eine überdachte Mistplatte zu bauen, dann sei das mit hohen Kosten verbunden. „Und diese Kosten muss ich dann an meine Kunden weitergeben“, sagt Konderding. Auch Hans-Joachim Stolberg vom Reitstall Stolberg im Stadtteil Bult versteht den Aktionismus nicht. „Das ist ja alles fast nur Stroh“, sagt er.

Die Region hat eine Anfrage noch nicht beantwortet

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Regionsfraktion, Oliver Brandt, berichtet von einer Beispielrechnung der Landwirtschaftskammer für eine überdachtes Pferdemistlager für 30 Pferde: Die Experten haben Kosten von 127.000 Euro errechnet, pro Pferd bedeute das einen Investitionsbedarf von 4223 Euro. Das seien zusätzliche Haltungskosten von 35 Euro pro Monat. Die Fläche müsse so groß sein, dass der Mist von zwei Monaten dort gelagert werden kann.

Der Erlass der Landesministerien für Umwelt und Landwirtschaft gefährde die Existenz vieler Pferdehöfe, sagt Brandt. Eine bisher funktionierende Kooperation zwischen Pferdehöfen und Landwirten sei dann nicht mehr möglich. Brandt berichtet, dass viele Pferdehalter von Bauern Stroh beziehen und im Gegenzug ihren Stallmist zurückgeben. „Viele Landwirte werden vor dieser Kooperation zurückschrecken, da sie Strafen befürchten müssen“, betont er.

Die Region Hannover sei eine Pferderegion und müsse das künftig so bleiben, sagt Brandt. Der Erlass bedrohe einen wichtigen Wirtschaftsfaktor sowie die ehrenamtliche Arbeit und Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Brandt hat jetzt zu dem Thema eine Anfrage an die Regionsverwaltung gestellt. Unter anderem will er will er wissen, ob es einen Ermessensspielraum gibt. Die Antwort steht noch aus.

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Pferdemist ist bei Gartenfreunden beliebt

Pferdemist ist bei Kleingärtnern ein ausgesprochen beliebter Dünger. Er hat einen hohen Nährstoffgehalt, vor allem Stickstoff, Magnesium, Phosphat und Kalium werden durch den Pferdemist dem Boden beigemischt. Davon profitieren sowohl Blumen als auch Gemüse. Besonders beliebt ist der Mist bei Rosenzüchtern.

Zudem beugt Pferdemist einer zu schnellen Austrocknung des Bodens vor, er bindet Wasser. Gut ist Pferdemist auch für die ansonsten schlechten Lehmböden. Der Mist versorgt sie nicht nur mit Nährstoffen, sondern macht auch den klebrigen Boden lockerer. Außerdem erwärmt der Mist durch die in ihm lebenden Organismen den Boden. Wegen der hohen Ammoniakkonzentration sollten junge Pflanzen nicht mit frischem Pferdemist gedüngt werden, die Wurzeln sollten gar nicht mit Pferdemist in Berührung kommen. Experten raten, Pferdemist im Spätherbst oder im ausgehenden Winter aufzubringen. Viele Gärtner lagern den Mist sechs Monate auf dem Kompost.

mak

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