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Aus der Stadt Hat Klinikaufenthalt Stute Epona krank gemacht?
Hannover Aus der Stadt Hat Klinikaufenthalt Stute Epona krank gemacht?
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00:17 29.01.2016
Von Michael Zgoll
Epona verletzte sich an einem Bein – die Folgen waren langwierig. Quelle: privat
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Hannover

Die Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover soll die junge Stute Epona falsch behandelt haben, im Zuge einer mehrwöchigen Behandlung soll das Tier mit multiresistenten Keimen infiziert worden sein. Damit sei ein bereits vereinbarter Verkauf als Reitpferd gescheitert, sagt die Besitzerin, und auch als Schlachttier tauge Epona wegen der Behandlung mit starken Medikamenten nicht mehr. Weil die 46-Jährige eine Teilrechnung in Höhe von 3432 Euro nicht beglichen hat, wurde sie von der TiHo verklagt. Doch die Bemühungen von Amtsrichterin Catharina Erps, einen Vergleich zu erzielen, führten am Dienstag zu keinem Ergebnis. So werden zum nächsten Verhandlungstermin zehn Zeugen und ein Gutachter erwartet.

Epona verletzte sich im September 2013 an einem Wasserwagen, der auf ihrer Weide nahe Wolfsburg stand. Die Halterin entdeckte die offene Wunde an einem Bein der Stute anderthalb Tage nach ihrem letzten Besuch, das Röhrbein - über dem Fesselgelenk - lag frei und war stark verdreckt. Das Pferd wurde nachts um halb drei in der TiHo eingeliefert und noch am gleichen Tag unter Vollnarkose operiert.

Nach vier Wochen kam Epona nach Hause, die entsprechende Rechnung in Höhe von 4143 Euro zahlte die Besitzerin anstandslos. Doch nur zwei Tage später wurde das Pferd wieder in die TiHo gebracht: Die Wunde hatte sich erneut geöffnet. Die nächste Behandlungsperiode dauerte knapp drei Wochen; die zweite Rechnung über 3432 Euro mochte die Halterin aber nicht mehr begleichen.

Heute weidet das gut sechs Jahre alte Tier wieder auf heimatlichem Grün. Eingeritten ist Epona nach Auskunft der Besitzerin aber immer noch nicht, auf der Wunde über der Fessel bilde sich immer wieder neuer Schorf. Die 46-Jährige wirft der Tierärztlichen Hochschule vor, die Stute nicht per Standnarkose - also im Stehen - operiert zu haben und für die schwere Infektion verantwortlich zu sein. Darum sehe sie nicht ein, die Rechnung zu zahlen.

Richterin Erps warnte die beiden Parteien, dass ein Sachverständigengutachten über die richtige Operationsmethode kostspielig sei; die Kosten müsse der Verlierer des Zivilprozesses ganz allein tragen. Doch mochten beide Seiten nicht in einen 50:50-Vergleich einwilligen. Das Kostenrisiko konnte niemanden schrecken, ebenso wenig die Tatsache, dass die hannoversche Pferdeklinik zum nächsten Verhandlungstermin personell arg ausgedünnt sein wird. So zählen auch mehrere Tierärzte und TiHo-Mitarbeiter zu den Zeugen, die die Richterin am 15. März geladen hat.

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