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Warum schlug Täter mit Pflasterstein zu?

Obdachloser Warum schlug Täter mit Pflasterstein zu?

Ein schlafender Obdachloser ist nachts am 22. März am Raschplatz mit einem Pflasterstein attackiert und lebensgefährlich am Kopf verletzt worden - trauriges Beispiel für die Gewalt- und Alkoholexzesse, die das Bild vom Raschplatz immer wieder prägen. Nun hat der Prozess vor dem Langericht begonnen.

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Quelle: Hellerling

Hannover. Was sich genau in der Nacht abspielte, soll der Prozess erhellen. Doch der mutmaßliche Täter Mohammed A. schweigt.

Der attackierte Pole erlitt Schädelbrüche, musste notoperiert werden und war tagelang nicht ansprechbar. Laut Staatsanwaltschaft hat der Sudanese sein Opfer „ohne ersichtlichen Grund“ angegriffen, das im Eingangsbereich des Cinemaxx sein Nachtlager aufgeschlagen hatte. Der Angeklagte soll zudem zwei Stunden später mit einer abgebrochenen Wodkaflasche auf einen Passanten eingestochen und diesen im Brustbereich verletzt haben. Ferner soll er am 21. März mit einem Pflasterstein nach einem Obdachlosen geworfen, diesen aber verfehlt haben. „Wenn der mich getroffen hätte, wäre ich heute nicht mehr hier“, habe der Attackierte gegenüber der Polizei ausgesagt, so ein Beamter vor Gericht. In der Untersuchungshaft soll der 25-Jährige Ende März zudem einen Mithäftling mit einem Besenstil angegriffen haben, am 9. Juni wiederum habe er einen JVA-Beamten attackiert und leicht verletzt.

Die Anklage lautet daher auf versuchten Totschlag, eine versuchte und eine vollendete gefährliche Körperverletzung sowie einfache Körperverletzung. Die Opfer hatten nach eigenen Angaben nichts mit dem 25-Jährigen zu tun. „Ich kenne bis heute nicht den Grund für den Angriff“, sagt Mithäftling John W., der mit dem Besenstil am Hals verletzt worden war. Ein Polizist berichtet im Prozess, dass der Sudanese auch bei der ersten Pflastersteinattacke „plötzlich aufgesprungen“ sei und angegriffen habe. Mohammed A. schweigt, lässt seinen Dolmetscher Montag jedoch mehrfach übersetzen, er habe „niemanden geschlagen“.

Enorme Einsatzbelastung

Die Polizei war A. anhand eines Zeugenhinweises auf die Spur gekommen. Der Obdachlose, der nur knapp vom Pflasterstein verfehlt wurde, hatte den 25-Jährigen wenige Tage später am Raschplatz wiedererkannt. Videoaufnahmen angrenzender Bars vom 22. März zeigten den 25-Jährigen zudem auf seinem Weg von der Raschplatzhochbrücke zum Hauptbahnhof. „Anhand der Aufnahmen lässt sich die Tat gegen den schlafenden Obdachlosen erahnen“, sagte ein Polizist vor Gericht aus. Alles habe sich binnen zwei bis drei Minuten abgespielt.

Der Prozess offenbarte Montag auch die enorme Belastung der Polizei in jener Nacht. Kurz bevor der lebensgefährlich verletzte Obdachlose vor dem Cinemaxx gefunden wurde, gab es am Bredero-Hochhaus eine Schießerei mit einem Toten. Weil viele Beamte dort eingebunden waren, mussten weiter entfernte Polizisten am Raschplatz aushelfen - darunter Kriminalisten der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont.

In der Nähe des Hauptbahnhofs ist es am späten Mittwochabend zu einer Schießerei zwischen zwei Gruppen gekommen: Dabei wurde ein 25-jähriger Mann getötet. Die Täter sind bisher unbekannt.

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Ein Beamter gab Montag vor Gericht an, Mohammed A.s Angaben bei dessen Vernehmung seien „bruchstückhaft und wirr“ gewesen. Anfangs wollte er aussagen, habe sich dann aber nur auf einen Satz beschränkt. Möglicherweise hat der Angeklagte psychische Probleme, das teilte die Polizei bereits kurz nach seiner Festnahme mit. Die erste Vernehmung fand in einer Langenhagener Psychiatrie statt.

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