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Behörde räumt Fehler im Fall Safia ein

Pierre-Vogel-Video Behörde räumt Fehler im Fall Safia ein

Bei der Aufarbeitung der Ermittlungen zum Fall der 15-jährigen Safia S., die einen Bundespolizisten am Hauptbahnhof mit einem Messer attackiert hat, räumt die Landespolizei einen Fehler ein. Wie die Polizeidirektion mitteilt, habe die Behörde deutlich früher als bislang erklärt Kenntnis von einem Video mit Safia S. und Hassprediger Pierre Vogel.

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Dieses alte Video zeigt Safia S. mit Hassprediger Pierre Vogel. Die Kriminalfachinspektion 4 hat es schon deutlich früher gesehen als bisher angegeben.

Quelle: Archiv

Bislang hatte die Landesdpolizei stets erklärt, den Ermittlern sei das Video aus dem Jahr 2008 erst im Zuge der Untersuchungen des Falls nach der Messerattacke in die Hände gefallen. So hatte es auch Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe in seiner Aussage vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Protokoll gegeben.

Jetzt stellt sich allerdings heraus, ein Beamter der zuständigen Kriminalfachinspektion 4 habe das Video mit Safia "bereits deutlich vor der Tatausführung" online entdeckt. Der Ermittler hielt den Fund immerhin für so bedeutend, dass er einem Kollegen des Landeskriminalamts davon berichtete. Dieser fertigte einen Aktenvermerk über das Gespräch. Unklar ist, warum der Sachbearbeiter der Polizeidirektion Hannover die Entdeckung des Videos seinem Vorgesetzten verschwieg. Interne Ermittlungen sollen jetzt klären zu welchem Zeitpunkt der Betroffene Kenntnis von dem Video erhalten hatte, welche Maßnahmen er eingeleitet hat und ob er seine Vorgesetzten wissentlich falsch informiert hat. "Bis zur Klärung der offenen Fragen ist es dem Betroffenen verboten, seine Dienstgeschäfte zu führen", sagt Behördensprecherin Petra Holzhausen.

Die Deutsch-Marokkanerin Safia S. sitzt wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft, seit sie dem Bundespolizisten am 26. Februar bei einer Personenkontrolle urplötzlich ein Messer in den Hals rammte und ihn schwer verletzte. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft sympathisierte die 15-Jährige schon Monate vorher mit der Terror-Vereinigung Islamischer Staat (IS). Während eines gescheiterten Versuchs, nach Syrien zu reisen, habe sie sich in der Türkei von IS-Mitgliedern überzeugen lassen, in Deutschland eine "Märtyreroperation" für den Islamischen Staat auszuführen.

Unterdessen wurde bekannt, dass Safias ebenfalls radikalisierter Bruder in Hannover in die Psychiatrie eingewiesen wurde, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte. Der 18-Jährige war kurz vor seiner Schwester in die Türkei geflogen, um sich in Syrien dem IS anzuschließen. Während die Schülerin von ihrer Mutter aus Istanbul zurückgeholt wurde, landete der Bruder in türkischer Haft und kam später zurück nach Hannover.

(mit lni)

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