Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Pilzkundlerin darf in Hannover Trüffeln suchen

Nach Urteil des Verwaltungsgerichts Pilzkundlerin darf in Hannover Trüffeln suchen

Eine Pilzkundlerin aus Hannover kann künftig etwas tun, was die Region ihren Bürgern ansonsten mit Nachdruck verwehrt: Sie darf im Stadtgebiet nach unter Artenschutz stehenden Trüffeln suchen.

Voriger Artikel
Einfach umsiedeln – das geht nicht
Nächster Artikel
Das war der Morgen in Hannover am 21. April

Nicht so leicht zu finden und gut geschützt: Der Burgundertrüffel.

Quelle: Archiv

Hannover. Doch musste die 46-Jährige dazu das Verwaltungsgericht bemühen, das die Naturschützer der Region am Mittwoch nach zweistündiger Verhandlung zu einem Entgegenkommen bewegen konnte. Als Teilnehmerin eines Langzeitprojekts zur Erfassung des Burgundertrüffels, angeleitet von der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), darf die Hobby-Mykologin nun in Hannover Trüffelpilze suchen, untersuchen und kartografieren – unter strengen Auflagen und befristet.

Hauptberuflich ist die Klägerin Grafikdesignerin, doch in ihrer Freizeit widmet sie sich mit Leidenschaft dem unterirdischen Pilzgeflecht. Ihr zur Seite steht ein Lagotto Romagnolo, Abkömmling einer knuffigen Hunderasse, die gern zur Trüffelsuche eingesetzt wird. Im Zuge ihrer Recherchen entwickelte die Frau den Wunsch, mehrere Standorte in der Region – unter anderem den Deister – auf Trüffeln absuchen, die unterirdischen Fruchtkörper entnehmen und mit Sporen geeignete Bäume infizieren zu dürfen, um neue Pilze anzusiedeln. Doch die Region verwies auf die Bundesartenschutzverordnung, die die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehenden Pilze schützt. Daraufhin klagte die Grafikdesignerin: Generell sei es rechtswidrig, Trüffel unter Artenschutz zu stellen, und abgesehen davon fordere sie die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für diese ganz spezielle Form der Pilzsuche.

Nun ist die 46-Jährige noch in einer anderen, eher privaten Runde unterwegs, die Trüffeln nachspürt. „Diese Gruppe hat sich über ihre Hunde ein Hobby erschlossen, aber damit wird man doch nicht zum Forscher“, meinte Reinhild Muschter von der Naturschutzbehörde. „Sie können nicht einfach Sporen in der Landschaft verteilen“, assistierte ihr Kollege Bernd Rittberg. So vermochte auch die 4. Kammer unter Vorsitz von Ingo Behrens die ernsthaften wissenschaftlichen Absichten der Hunderunde nicht zu erkennen – die Seriosität der Schweizer Forscher dagegen schon. Immerhin habe das Bundesnaturschutzamt bestätigt, dass die Kartierung der Trüffelvorkommen in Deutschland herzlich unvollständig sei, und neue Daten könnten ja nie schaden.

„Es geht meiner Mandantin auch keinesfalls darum, mit den Trüffeln Handel treiben zu wollen“, versicherte ihr Anwalt Wilhelm Achelpöhler. Dabei wäre dies durchaus lohnend: Burgundertrüffel sollen im Kilo 500 bis 600 Euro kosten, Alba-Trüffel bis zu 5000 Euro. Als Richter Behrens schließlich konstatierte, dass den Trüffelpilzen eine fachgerechte Entnahme doch nicht schade, gaben die Regionsvertreter endlich nach. Am Rande der Verhandlung verriet ein Experte, dass es in Hannover schon 500 Fundstellen gebe – Standorte streng geheim.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Unterwegs mit den Brandermittlern der Polizei

Ihr Job zählt nicht gerade zu den beliebtesten bei der Polizei, denn einen großen Teil ihrer Arbeitszeit wühlen Michael Muszinsky und Michael Krummel im Dreck. Sie müssen Ursachen von Bränden ermitteln und inmitten von Schutt nach Spuren auf die Täter suchen. Ein Besuch.