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Viele Vorschläge für Köbelinger Markt

Innenstadt-Bebauung Viele Vorschläge für Köbelinger Markt

Bei den Altstadtbewohnern gibt es kaum Kritik an der Neubebauung des Köbelinger Marktes. Nach Abriss des Ordnungsamtes Mitte soll dort Wohn- und Gewerbebebauung entstehen. Anlieger fordern aber, dass eine gute soziale Durchmischung entsteht und City-Wohnungen auch für Normalverdiener gebaut werden.

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Stellen die Pläne vor: Manfred Müller (li.) und Oliver Kuklinski (re.) vom Bürgerbüro Stadtentwicklung und Kai Koch vom Bund Deutscher Architekten.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Bis zu sieben Geschosse hoch soll der Neubau werden, der auf der Fläche der derzeitigen Leinstraße entsteht. Das Areal des bisherigen Bürgeramts dagegen soll mit vier- bis sechsgeschossigen Häusern bebaut werden. Die Stadt plant bis zu 100 Wohnungen und in den Erdgeschossen Handel und Dienstleistungen. Bei den etwa 80 Anliegern und Interessierten, die zum Diskussionsabend in die benachbarte Galerie Kubus gekommen waren, stieß das nicht auf grundsätzliche Kritik.

Allerdings gab es Sorge, dass wieder Wohnungen entstehen, die nur entweder für Sozialfälle oder Bestverdienende leistbar sind. Eine Frau schilderte, wie die soziale Durchmischung der Altstadt in den vergangenen Jahren gelitten habe, weil immer mehr Häuser modernisiert und die Mieten erhöht wurden. Ein Vertreter der Marktkirchengemeinde kündigte an, dass die Gemeinde Interesse habe, dort selbst Wohnungen zu errichten: "Wir sorgen bei der Auswahl unserer Mieter für eine gute Mischung", sagte er. Das gab Applaus.

Widersprüchliche Meinungen gab es zur Frage des Verkehrs. Während vor allem Anwohner eine Beruhigung begrüßten und daher auch die Umwandlung der Leinstraße durch den Neubau zur Sackgasse als gut empfanden, warnten vor allem Geschäftsleute vor einer Verdrängung des Autoverkehrs. Viele Besucher kämen für Kurzvisiten mit dem Auto in die Altstadt, teils auch nur auf einen Cappucciono in die Markthalle - sie müssten das Quartier weiter gut erreichen können.

Sorgen gab es auch etwa beim Betreiber des Beatclubs Schöne Aussichten auf dem Dach des Parkhauses Windmühlenstraße. "Wir machen im Sommer auch mal lautere Musik", sagte er: "Die Leute, die hier herziehen, müssen wissen, dass sie in die Stadt wohnen werden und es nicht immer ruhig ist."

Einige Anwohner hatten auch Bedenken, dass der siebengeschossige Neubau den Blick auf die Marktkirche versperren werde, die Aegidienkirche optisch erdrücke und den Theodor-Lessing-Platz zu sehr verschatte. Insgesamt aber wurde die Attraktivierung des Quartiers begrüßt. "Immer mehr Läden schließen in der Altstadt - vielleicht kann von einer Neubebauung des Köbelinger Markts auch ein Impuls für neue Lebendigkeit ausgehen", sagte eine Frau.

Bei der vom Bürgerbüro Stadtentwicklung organisierten Veranstaltung hatte eingangs der Vereinsvorsitzende Manfred Müller darauf hingewiesen, wie lange es schon Diskussionen um den Köbelinger Markt gibt. 2002 hatte es erste Konzepte zur Belebung von Altstadtplätzen gegeben, 2005/2006 den Innenstadtwettbewerb City 2020, aus dem die Pläne für Klagesmarkt, Marstall und eben Köbelinger Markt resultierten. Die ersten beiden Plätze sind bebaut, jetzt soll es auf der Fläche hinter dem Maritim weitergehen. 2014 wurde ein Bebauungsplanverfahren begonnen, das die groben Entwicklungen skizziert. Inzwischen hätten sich drei Generationen von Bezirks- und Ratsleuten mit der Materie befasst.

Das Bürgerbüro werde die Anregungen aus der Anliegerschaft gesammelt an das Rathaus weiterreichen, versprach Geschäftsführer Oliver Kuklinski. Dazu gehört auch die Idee, das siebengeschossige Haus dichter an das Maritim-Gebäude zu rücken. Vielleicht müsse der Gesamtplan nochmal überarbeitet werden, nachdem vor zwei Jahren die Modernisierung des Maritim-Gebäudes beschlossen wurde, sagte Kuklinski. Andere Forderungen sind etwa der Erhalt der Baumreihen auf dem Köbelinger Markt, den die Stadt schon zugesagt hat, oder mehr Kinderspielflächen.

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