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Aus der Stadt Pläne für den Marstall sind fertig
Hannover Aus der Stadt Pläne für den Marstall sind fertig
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00:24 10.08.2014
Von Conrad von Meding
Unten Café und Restaurant, oben Wohnungen: Der Entwurf für den Neubau an der Schmiedestraße stammt vom Kasseler Architekturbüro Pool2. Quelle: Pool2
Hannover

Es handelt sich um den Entwurf des Kasseler Büros Pool2 Architekten. Die Architekten haben sich gegen die Pläne von elf Konkurrenten durchgesetzt. Jetzt wird der Bebauungsplan entsprechend geändert, im nächsten Jahr soll der Neubau starten, der nach Angaben von Strabag-Bereichsleiter Detlev Neuhaus einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag kosten wird.

Ebenso wie der Klagesmarkt (dort wird bereits gebaut) und der Köbelinger Markt (dort soll gebaut werden, wenn das Ordnungsamt abgerissen ist) gehört der Marstall zu den innerstädtischen Flächen, auf denen die Stadt im Zuge des City-2020-Entwicklungsdialogs Neubauten zulassen will. Der Marstall wird derzeit fast ausschließlich zum Abstellen von Autos genutzt. Künftig sollen am Ostende im Bereich Schmiedestraße und am Westende an der Leine zwei sogenannte Kopfhäuser den Platz begrenzen. Für das Gebäude an der Leine hat Hochtief Hamburg den Zuschlag, dort läuft der Architektenwettbewerb nach Angaben eines Stadtsprechers noch bis Ende September.

Bis der Bau der Strabag-Immobilie startet, wird noch etwas Zeit vergehen. Im Winter sollen mehrere Bäume gefällt werden, vor allem aber müssen archäologische Grabungen durchgeführt werden. Der Marstall liegt im Altstadtgebiet, deshalb werden dort Artefakte aus den Gründungstagen Hannovers vermutet. Solche Grabungen laufen zurzeit im Bereich des Flohmarktparkplatzes, am Hohen Ufer sind sie abgeschlossen. Am Marstall allerdings vermutet man Funde eher auf der flussnahen Westseite als auf der Strabag-Baustelle an der Schmiede­straße. „Auf unserem Baugrundstück befand sich früher eine Tankstelle“, sagt Strabag-Manager Neuhaus: „Als deren Hinterlassenschaften saniert wurden, ist bereits gegraben worden - wir vermuten dort nicht mehr viel.“ Zwei bis drei Monate Grabungszeit für den Denkmalschutz kalkuliert er - bezahlen muss das Unternehmen als sogenannter Zustandsstörer. Später kommt eine eingeschossige Tiefgarage in den Untergrund.

Die Jury lobte an dem Entwurf der Kasseler Architekten das „klar gegliederte Solitärgebäude mit einer Klinkerfassade“. Die „achsialsymmetrische Ausrichtung des Baukörpers“ passe gut in den „Kontext von Kreuzkirch- und Steintorviertel“. Der kleine Platz zwischen Marstall und Schmiedestraße bleibt bestehen, nur das Toilettenhäuschen wird demontiert. Weil im Zuge des Stadtbahnbaus am Steintor die Verbindung der Schmiedestraße zur Georg- und Münzstraße gekappt wird, ändert sich aber die Verkehrsführung.

Die Strabag Real Estate entwickelt das Gebäude, der Bau wird an die Firma Züblin vergeben, später wird die Immobilie verkauft. „Ob an Unternehmen oder Privatanleger, steht noch nicht fest“, sagt Neuhaus.

„Kein Raum für Prostitution“

Anlieger waren Sturm gelaufen gegen die Pläne zur Bebauung des Marstalls – auch, weil sie fürchten, dass in den Neubauten Prostitution betrieben und damit das Rotlichtmilieu aus dem Steintorviertel näher an die Wohnbebauung der Altstadt rücken könnte. Strabag-Manager Detlev Neuhaus beruhigt: „Es wird in den Obergeschossen keine Prostitution geben.“ Anstößiges Gewerbe werde vertraglich ausgeschlossen, das sähen die Pläne der Stadt vor. „Und die dort geplanten großzügigen Wohnungen sind auch kein geeigneter Ort für private Wohnungsprostitution“, sagt Neuhaus.

Im Erdgeschoss soll es außer Gastronomie auch Dienstleistungen und vielleicht etwas Handel geben. Darüber sind zwei Etagen für Büros geplant. Die sechs bis acht Wohnungen in den beiden Obergeschossen sollen hochwertig sein. Wohnungen sind auch im Hochtief-Gebäude auf der anderen Seite des Marstalls geplant.

med

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