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Aus der Stadt Pläne für neues Gymnasium in Hannover lösen Sorgen aus
Hannover Aus der Stadt Pläne für neues Gymnasium in Hannover lösen Sorgen aus
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00:15 20.01.2013
Von Bärbel Hilbig
Die Stadt Hannover denkt über ein neues Gymnasium nach. Bestehende Schulen melden Bedenken gegen diese Pläne an. Quelle: Archiv
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Hannover

Die Überlegungen in der Stadtverwaltung, wie auf steigende Schülerzahlen am Gymnasium zu reagieren ist, lösen an einzelnen Schulen Besorgnis aus. „Wir fragen uns, warum die Stadt nicht zunächst bestehende Gymnasien instand setzt, bevor an einen Ausbau des Angebots gedacht wird“, sagt Thomas von Hodenberg, Schulelternratsvorsitzender des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium.

Wie berichtet, wird - bisher nichtöffentlich - über die Erweiterung bestehender Gymnasien oder eine Neugründung diskutiert. Aus der Verwaltung hieß es dazu am Donnerstag nur knapp, dass aktuell geprüft werde, ob das Platzangebot in den verschiedenen Schulformen entsprechend den Wünschen und dem Auswahlverhalten der Eltern ausreicht. Erste Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe sollen spätestens nach der Sommerpause vorgestellt werden.

Am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium sehen Eltern und Lehrer mit jedem neuen Schulprojekt ihre Chancen auf eine grundlegende Sanierung schwinden. „Mittlerweile ist das auf unbestimmte Zeit verschoben“, sagt von Hodenberg. Dabei seien die Toiletten abschreckend, Fenster und Decken undicht und ein Großteil der Schule kaum gedämmt. Arbeiten am Verwaltungstrakt zumindest sollen Ostern beginnen. „Wenn wir wüssten, dass es danach schrittweise weitergeht, wären wir ja zufrieden“, sagt von Hodenberg.

Ein einzelnes neues Gymnasium beunruhigt Realschulleiter Klaus Ihl dagegen kaum. „Uns brennt eher unter den Nägeln, dass beide große Parteien auf ein zweigliedriges Schulsystem hinauswollen“, sagt der Sprecher der Realschulleiter in Hannover. Die SPD denke dabei an Gesamtschule und Gymnasium, die CDU eher an Oberschule und Gymnasium. Ihl kann bisher an seiner Gerhart-Hauptmann-Realschule nicht über mangelnde Nachfrage klagen. Doch ein Ende des Schultyps sei mittelfristig absehbar.

In den nächsten Jahren werden mehrere Hauptschulen und Realschulen schrittweise durch Gesamtschulen ersetzt. Wilhelm Bredthauer, Leiter der Goetheschule, rechnet damit, dass dann ein weiterer Teil potenzieller Realschüler ans Gymnasium geht. In diesem Schuljahr besuchen 52,5 Prozent der Fünftklässler ein Gymnasium. Die Zahl könnte bald auf 54 bis 56 Prozent steigen, schätzt Bredthauer. „Aber ein neues Gymnasium wäre nur zu rechtfertigen, wenn es mindestens 20 Jahre hält.“

CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt kritisiert, dass mit den Vorhaben des SPD zum sozialen Wohnungsbau die Sanierung an Gymnasien nach hinten rücke. „Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass dann allen Ernstes ein neues Gymnasium gegründet wird.“

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