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An den Laternen tobt die Schlacht der Wahlplakate

Kommunalwahl 2016 An den Laternen tobt die Schlacht der Wahlplakate

In Hannover ist der Kommunalwahlkampf nicht zu übersehen. An Laternenpfählen hängen die Wahlplakate der Parteien inzwischen übereinander gestapelt. Auffällig ist, dass die Alternative für Deutschland (AfD), der von etablierten Parteien gefürchtete Neuling, an den Straßenrändern kaum präsent ist. 

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Quelle: Archiv

Hannover. Nur vereinzelt sind Plakate im AfD-Blau zu sehen, leicht zu verwechseln mit den ebenfalls blau unterlegten Motiven der CDU. 3000 Plakate hängt die AfD nach eigenen Angaben auf, dagegen heftet der Konkurrent um rechtskonservative Wähler, die „Hannoveraner“, 4000 Bilder an die Laternen - zum Teil mit provozierenden Motiven, die Kritik hervorrufen.

Am 11. September 2016 sind Kommunalwahlen. Die ersten Plakate hängen und kleben bereits jetzt in der Stadt. 

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So zeigt ein Plakat eine Fotomontage des hannoverschen Rathauses mit Minaretten an den Seitenflügeln, darunter die Zeile: „Hannover 2030? Lasst es nicht zu“. SPD und CDU sind sich einig, dass hier eine Grenze überschritten wird. „Das ist völlig irre und grenzt an Demagogie“, sagt Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer. „Das ist unsäglich. Die Wählergruppe spiegelt eine Gesellschaft wider, die es so gar nicht gibt“, sagt SPD-Parteichef Alptekin Kirci. Ein weiteres Bild untertiteln die „Hannoveraner“ mit dem Slogan „Bunt statt Braun“.

Eine gezielte Provokation

Das Motiv zeigt zwei Frauen, eine mit buntem Kleid, die andere mit Burka. Eine gezielte Provokation, denn unter dem Motto „Bunt statt Braun“ versammeln sich Gewerkschaften, Kirchen und Parteien in Hannover, um gegen Rassismus und Intoleranz zu protestieren. „Die Rechtspopulisten leben davon, Angst und Zwiespalt zu säen“, sagt Kirci. Die „Hannoveraner“ wundern sich, dass inzwischen etliche Plakate fehlen. „Wir schätzen, dass 1000 Wahlplakate in den vergangenen zwei Wochen verschwunden sind und erstatten Anzeige gegen unbekannt“, sagt der Fraktionschef der „Hannoveraner“ im Rat, Jens Böning.

Ermuntern Aktivisten zum Plakatabriss?

Er ist der Ansicht, dass linke Aktivisten in den sozialen Medien dazu aufrufen, Plakate der „Hannoveraner“ abzuhängen. Tatsächlich ermuntern Aktivisten im Internet, Plakat-Standorte der Wählergruppe anzugeben, aber ein ausdrücklicher Aufruf zur Demontage findet sich nicht. Die „Hannoveraner“ schätzen den Schaden, der ihnen durch den Plakatschwund entstanden ist, auf 2000 Euro. Sie rufen „Freunde und Patrioten“ auf, Geld zu spenden, um nachdrucken zu können. Die Kampagne der Wählergemeinschaft mit ihren 50 Mitgliedern sei allein aus Beiträgen und Spenden finanziert worden, betont Böning. Tatsächlich ist es den Fraktionen gesetzlich untersagt, mit Geld aus der Fraktionskasse Wahlkampf zu finanzieren.

AfD agiert mit Vorsicht

Während der Wahlkampf der „Hannoveraner“ einigen Wirbel verursacht, bleibt es um die AfD bisher ruhig. Ein Plakat-Slogan wie „Recht, Gesetz und Rechtsstaat“ bietet denn auch kaum Angriffspunkte. Zudem agiert die AfD mit Vorsicht. Ein Wahlkampfauftritt von Alice Weidel, Vorstandsmitglied der Bundes-AfD, hat gewissermaßen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Den Ort der Veranstaltung hielt die Partei geheim, Interessenten mussten sich zuvor per E-Mail anmelden.

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