Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Plan für saubere Luft verzögert sich
Hannover Aus der Stadt Plan für saubere Luft verzögert sich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 09.06.2017
Dreck aus dem Auspuff: Noch ist nicht klar, wie die Stadt reagiert. Quelle: Jan Philipp Eberstein
Anzeige
Hannover

In Hannover ist die Luft noch immer schmutziger als erlaubt - doch die Stadtverwaltung hat es mit Gegenmaßnahmen nicht eilig. Ein neuer Luftreinhalteplan wird den Ratsgremien erst nach der Sommerpause auf die Tische gelegt. Man befinde sich „in einem konstruktiven Abstimmungsprozess“ mit den zuständigen Landesministerien, teilt Stadtsprecher Alexis Demos auf Nachfrage der HAZ mit.

Umweltverbände wollen jetzt den Druck erhöhen, erwägen ein Bürgerbegehren und rufen zur Demonstration auf. Auch in Teilen der Ratspolitik wächst der Unmut. „Es ist ärgerlich, dass der Plan nicht vorliegt“, sagt Grünen-Umweltexperte Patrick Drenske.

Blaue Plakette ist vom Tisch

Seit Jahren gelingt es Hannover nicht, die von der EU festgelegten Grenzwerte für Stickstoffdioxid einzuhalten. Das schädliche Gas wird vor allem von Kraftfahrzeugen ausgestoßen, Dieselmotoren gelten als Hauptverursacher. Das Bundesumweltministerium hatte ursprünglich erwogen, eine blaue Plakette einzuführen, die nur schadstoffarmen Dieselautos die Zufahrt zu Innenstädten erlaubt. Doch die Plakettenregelung ist inzwischen vom Tisch.

„Die Stadt Hannover muss jetzt Verantwortung für die Gesundheit ihrer Bürger übernehmen“, sagt Arne Käthner, Initiator eines Zusammenschlusses von Umweltverbänden. Der Bund für Naturschutz (BUND), Greenpeace, der Verkehrs Club Deutschland (VCD) und andere Initiativen haben sich zur „Hannovair Connection - Netzwerk für klare Luft“ zusammengetan. Notwendig sei eine echte Wende in der Verkehrspolitik, sagt Käthner. Erwogen werde auch ein Bürgerbegehren nach Münchner Vorbild.

In der bayerischen Landeshauptstadt München hatten sich 23 Vereine und Verbände zur Initiative Green City zusammengeschlossen und binnen vier Wochen 15.000 Unterschriften gesammelt. Dann stoppte der von einem CSU-SPD-Bündnis geführte Rat die Initiative, indem er die Forderungen einfach übernahm. Die wichtigste ist, dass bis 2025 mindestens 80 Prozent des Verkehrs in München auf abgasfreie Autos, öffentlichen Nahverkehr sowie Radfahrer und Fußgänger entfallen müssen.

Kundgebung am Samstag

Am kommenden Sonnabend plant das hannoversche Bündnis eine Kundgebung um 12 Uhr auf dem Opernplatz. „Da werde ich hingehen“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Drenske. Er findet es richtig, dass sich Bürger für saubere Luft engagieren. Für Drenske steht weniger das Grün geführte Umweltamt der Stadt in der Pflicht, als vielmehr die Bundesregierung. „Wir brauchen die blaue Plakette und mehr Förderung von Elektromobilität“, sagt er.

Bernd Haase und Andreas Schinkel

Die begehbare Kunst-Installation "Abweg" sorgt vor dem Hauptbahnhof Hannover für Aufsehen. Mit dem bunten Werk will Künstler Darko Caramello Nikolic die Besucher zu einem kleinen Umweg auf ihren alltäglichen Wegen verleiten. Mit Erfolg: Der Tunnel ist sogleich zum beliebten Foto-Hotspot geworden. 

06.06.2017
Aus der Stadt Podiumsdiskussion im Landesmuseum - Wie weit darf persönliche Freiheit gehen?

Einmischen erlaubt: Am Dienstag lädt die "Offene Gesellschaft" zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in das Landesmuseum. Auf dem Podium treffen ein Kriminologe und eine Kulturwissenschaftlerin zusammen. Moderiert wird die Veranstaltung von HAZ-Redakteur Jan Sedelies. 

06.06.2017

Insgesamt 16 Autos sind am Pfingstwochenende in Hannover  – und dabei besonders im Bereich der Eilenriede – sowie in Langenhagen und Laatzen aufgebrochen worden. Aus allen wurden die fest installierten Navigationsgeräte ausgebaut.

06.06.2017
Anzeige