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Aus der Stadt Planer aus Hannover lehnen Steintor-Bebauung ab
Hannover Aus der Stadt Planer aus Hannover lehnen Steintor-Bebauung ab
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00:15 30.09.2016
Von Conrad von Meding
"Für Erhalt und Entwicklung des Steintorplatzes": Die elfseitige Eingabe spricht sich gegen die Bebauung des Platzes am Steintor aus. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Seit 2007 verfolgt Hannover die Pläne zur Bebauung des Steintorplatzes. Damals wurde im Rahmen eines Wettbewerbs zur Umgestaltung des Viertels rund um die Lange Laube auch eine Konzeption für den architektonisch ungeliebten Platz entwickelt. Die Jury aus Planern, Politikern und Verwaltungsleuten sprach sich damals einmütig für die Bebauung des Platzes mit zwei großen Gebäuden aus. Doch seit es jetzt auch tatsächlich einen Investor für die Fläche gibt, wird die Diskussion kontrovers geführt. Vielfach wird von Gegnern der Platzbebauung betont, dass mit der bereits laufenden Bebauung von Klagesmarkt und Marstall und der geplanten Verdichtung am Köbelinger Markt an dem Leibnizufer schon genug innerstädtische Freifläche verloren gehe.

Die Initiative hannoverscher Architekten und Stadt- sowie Landschaftsplaner, die jetzt mit ihrer elfseitigen Eingabe an die Öffentlichkeit geht, lehnt die Bebauung des Steintorplatzes kategorisch ab. Allenfalls die (ohnehin geplante) Aufstockung des Geschäftsquartiers an der Nordmannpassage sei angemessen, nötig hingegen die Neugestaltung des Steintorplatzes selbst. Im Grundsatz aber gelte: „Eine Bebauung des Steintorplatzes ist die falsche Antwort auf richtige Fragen, Denn eine Stadt ohne Plätze ist wie ein Tag ohne Pausen.“

Die Befürworter der Platzbebauung, vor allem die rot-grüne Mehrheit im noch amtierenden Rat und die Spitze des Baudezernats, argumentieren, dass eine wachsende Stadt wie Hannover nicht nur auf Randflächen neue Wohnungen bauen dürfe, sondern auch in der Mitte nachverdichten müsse. Viele der Plätze in der Innenstadt seien unwirtlich, die Bebauung von Parkplätzen wie Klagesmarkt oder Marstall kein Verlust an Freiflächen. Ohnehin bestehe mit Ernst-August-Platz, Opernplatz, Georgsplatz, der neu gestalteten Goseriede und zahlreichen anderen Plätzen kein Mangel an Innenstadtplätzen in Hannover. Hinzu kommen, dass durch die Bebauung des Steintorplatzes ein neuer, gut zu gestaltender Platz im Bereich Bratwurst Glöckle entstehe, der bessere Qualität bieten werde als der zugige Steintorplatz, der über den Großteil der letzten Jahrhunderte ohnehin bebaut war.

Das historische Argument lässt die Planerinitiative, die jetzt die Eingabe verfasst hat, nicht gelten. Stattdessen macht sie Vorschläge, wie der Platz modernisiert werden kann. Nachverdichtung hält die Initiative im Grundsatz für gut, erbittet aber Engagement von der Stadt in anderen Problemzonen, etwa am Ihme-Zentrum.

Nach Einschätzung Initiative „kann davon ausgegangen werden, dass große Teile der Bevölkerung eine Bebauung des Platzes ablehnen“. Deshalb fordern sie eine Bürgerbeteiligung, die verschiedene Bevölkerungsgruppen einbezieht. Das Schreiben soll als Eingabe im derzeit laufenden Bebauungsplanverfahren eingebracht werden, zusätzlich wollen die Erstunterzeichner Christian Harder, Wolfgang Becker, Thomas Ostermeyer, Peter Hupp, Georg Böttner und Karin Bukies, dass sich weitere Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner der Forderung anschließen.

Die Stadt will bis zum Jahr 2020 dauerhaft 5000 Plätze in Unterkünften für Flüchtlinge vorhalten – obwohl zurzeit immer weniger Flüchtlinge nach Hannover kommen. Die Verwaltung plant sogar mit einer „stillen Reserve“ von weiteren 2700 bis 3000 Plätzen.

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