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Aus der Stadt Air Force One: Regen verdirbt Planespottern den Tag
Hannover Aus der Stadt Air Force One: Regen verdirbt Planespottern den Tag
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00:15 27.04.2016
Erwischt, aber zu dunkel und verregnet: Jens Hameisters Bild von der Air Force One. Quelle: Gurol
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Doch knapp bevor sich die Air Force One, in der US-Präsident Barack Obama Hannover anflog, zum Landeanflug auf die Nordbahn des Flughafens bereitmachte, schwang das Wetter um. Regen und Schnee, statt Sonne. Der Himmel hing voll mit dicken weißen Wolken.

Bereits seit 8 Uhr morgens hatten sich Jens Hameister und viele andere sogenannte Planespotter, deren Hobby es ist, Flugzeuge zu fotografieren, vor Ort eingefunden. Eine kleine Wiese an der Benkendorffstraße schien die bestmögliche Position zu sein, um den Präsidentenflieger aufs Bild zu bekommen. Und das, obwohl das Flugzeug nicht unbedingt zu den begehrtesten Motiven gehört. „Weil es in Hannover ist, ist sie schon ein Muss“, sagt Hameister, der aus Hänigsen kommt. Ansonsten, so der Planespotter, gäbe es Flugzeuge mit höherem Seltenheitswert.

Nichtsdestotrotz: Das Foto der Maschine soll perfekt sein. Obwohl die Polizei bereits angekündigt hatte, niemanden in die Sicherheitszone zu lassen. Spotter würden es schwer haben, hieß es im Vorfeld. Eine Ankündigung, die Hameister ärgert. „Das ist der falsche Weg. Sie hätten lieber ein Feld für die Spotter abstecken sollen und den Bereich bewachen lassen, das wäre einfacher gewesen.“ Trotz der schwierigen Umstände versuchen die hartnäckigen am Sonntag alles, um den perfekten Schuss zu bekommen.

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Aufnahmen von der Konvoi-Fahrt. Hier am Pferdemarkt in Langenhagen.

Als gegen 9.30 Uhr die Nachricht kommt, die obersten Decks der Parkhäuser in der Nähe seien noch immer betretbar, machen sich Hameister und einige andere auf den Weg – vom Dach wären die Fotobedingungen sehr viel besser als vom Boden. Doch die Polizei macht ihnen schnell einen Strich durch die Rechnung. Kurz nachdem die Spotter das Parkhaus erreicht haben, müssen sie schon wieder gehen. Einige Polizisten sind auf die Fotografen aufmerksam geworden und bitten sie zu gehen. „Sonst müssen wir das Parkhaus räumen.“ Enttäuscht ziehen Hameister und die anderen wieder ab. „P7 wurde gerade geräumt“, gibt der Hänigser per Handy an andere Spotter weiter. Die Informationen werden in der eingeschworenen Gemeinschaft, in der viele sich kennen, schnell weitergegeben.

Am ersten Standplatz haben sich bereits einige Flugzeugfreunde mehr eingefunden, aber erst kurz bevor Obamas Maschine kommt, wird es richtig voll. Mehrere hundert Menschen haben sich mittlerweile an der Straße eingefunden. Warum Hameister und seine Spotterkollegen so früh da waren, wird nun auch Außenstehenden klar: Wer zuerst kommt, kann sich den besten Platz sichern. Die Planespotter haben sich dafür auch ihre eigenen Leitern mitgebracht. Als der erste von ihnen den Flieger am Himmel sichtet, ist es etwa 12.35 Uhr. „Da ist er“, ruft einer. Der Hänigser Hameister greift rasch zu seiner Spiegelreflexkamera und steigt auf seine Leiter. Auch die anderen machen sich bereit für den Flieger, der noch eine Kurve drehen muss und dann zur Landung ansetzen wird.

Besorgt aber wandert der Blick zum Himmel. Wo gerade noch blaue Flecken unter dicken weißen Wolken zu sehen waren, zieht von links eine dunkelgraue Front heran. Kurz bevor die Air Force One an den Fotografen vorbeizieht, beginnt es zu regnen. Die Präsidentenmaschine rauscht einen Augenblick später vorbei. Niemand spricht, alle Anwesenden sind damit beschäftigt die Ankunft entweder fotografisch oder auf einem Video festzuhalten. Dreißig Sekunden dauert das, dann ist die Air Force One hinter den Flughafengebäuden verschwunden. Der Regen hat sich mittlerweile in Schnee verwandelt. Viele Spotter schütteln enttäuscht den Kopf und packen hastig ihre Sachen zusammen. „Das ist eine Katastrophe“, sagt Hameister und die Enttäuschung ist auch ihm anzumerken. „Dass das Licht zwei Minuten vorher weggeht, ist eine extrem ärgerliche Geschichte.“

Von Sabine Gurol

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