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Aus der Stadt Vor dem Umbau kommen die Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt Vor dem Umbau kommen die Flüchtlinge
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00:29 08.10.2015
Von Conrad von Meding
Das ehemalige Maritim-Hotel soll generalüberholt werden. Quelle: May/chm
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Hannover

Der Architekt setzt auf den „Kontrast zwischen der Reflektion des Lichtspiels im Glas und dem Naturstein“. Für die meisten Hannoveraner dürfte hingegen zählen: Der Beton kommt weg. Das Maritim Grand-Hotel am Friedrichswall, für viele ein Sinnbild der Betonarchitektur der Siebzigerjahre (obwohl es aus den Sechzigern stammt), erhält ein neues Gesicht – und allein die Fassadenumgestaltung soll rund 10 Millionen Euro kosten.

Bevor der Umbau jedoch beginnt, hat die Stadt mit dem Hotelgebäude etwas ganz anderes vor: Sie will rund 500 Flüchtlinge in dem Haus unterbringen, das einmal Hannovers erste Adresse war und Prominente von Putin bis Prince beherbergte. Maritim hat das Hotel aufgegeben und schließt zum Jahresende, die Planung für die Erneuerung wird mindestens anderthalb Jahre benötigen. Oberbürgermeister Schostok zufolge gibt es jetzt Gespräche über eine Zwischennutzung als Notunterkunft. Zimmer mit Betten und Badbereichen, eine große Küche, Wäsche und Geschirr – es ist alles da. Vielleicht residieren demnächst Flüchtlinge im alten Vier-Sterne-Haus. „Auch das“, sagt Oberbürgermeister Schostok, „ist ein Bild der Normalisierung.“

Für die Zeit danach, den Umbau des Brutalismus-Gebäudes, verspricht Mischa Bosch vom Frankfurter Architekturbüro Christoph Mäckler eine „schlicht-klassische Moderne“. Sein Büro hat den Planerwettbewerb für die Immobilie gewonnen. Stadtbaurat Uwe Bodemann sagte gestern auf der Investorenmesse Expo-Real in München, wo die Pläne vorgestellt wurden: „Es ist eine große Chance – das Haus wird neu sortiert.“

Im Inneren des lang gestreckten Hauptgebäudes bleibt die Grundstruktur zwar bestehen – zu schwierig wäre es statisch, die tragenden Wände zu entfernen. An zwei Punkten aber gibt es Ergänzungen. Das Gebäude erhält im Erdgeschoss zwei große Anbauten dort, wo jetzt die Bar ist und auf der Rückseite. Dort werden Konferenz- und Restaurantbereiche neu angebaut. Und oben auf dem Dach ist eine zusätzliche Staffeletage geplant. Die Architekten stellen sich unter dem derzeit gewellt geplanten Flugdach eine „Sky-Bar“ vor, mit Blick über die Altstadt und auf das Rathaus. Ob sie öffentlich nutzbar sein wird, hängt vom künftigen Betreiber ab – wer das einmal wird, weiß noch niemand.

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Das Maritim Grand Hotel am Friedrichswall ist verkauft. Zum Jahresende soll der Betrieb enden. Ein Rundgang durch eines der prestigeträchtigsten Hotels in Hannover.

Das Gebäude, das für seine Lage in der Altstadt als völlig überdimensioniert gilt, wird damit noch größer. Bei den Anbauten im Erdgeschoss sei man „bis an die Grenze des von der Stadt Erlaubten“ gegangen, sagt Architekt Bosch. Und das zusätzliche Geschoss gibt dem Gebäude auch nach oben mehr Masse – auch wenn Oberbürgermeister Schostok betont, dass schon jetzt der klobige Aufbau mit der Aufzugstechnik (und dem Maritim-Schriftzug) auf dem Dach prangt, der die Höhe vorgibt.

Was den Architekten auf der Grundlage der städtischen Vorgaben gelungen scheint, ist aber etwas anderes: Das Hotel soll künftig nicht mehr Vorder- und Rückseite haben, sondern gleichwertige Fassaden. Denn auf der bisherigen Rückseite entsteht nach Abriss des Bürgeramts ein neues Innenstadtquartier auf dem Köbelinger Markt – dann soll auch der dominante Hotelbau dort seine Hässlichkeit verloren haben. Der Naturstein soll den Farbton des Neuen Rathauses aufnehmen und auch mit dem ehemaligen VHS-Gebäude korrespondieren, das Gregor Baum mit heller Fassade umbauen will. „Ein guter städtebaulicher Entwurf“, lobt Schostok. „Das Gebäude öffnet sich zur Altstadt und zum Rathaus.“ Baurat Bodemann betont, dass beim gewellten Flugdach das letzte Wort noch nicht gesprochen ist: „Das könnte mit den Proportionen komisch aussehen.“

In der Jury unter Vorsitz von Prof. Hilde Léon soll es dem Vernehmen nach hoch hergegangen sein – auch wenn die Entscheidung am Ende fast einstimmig fiel. Auf dem zweiten Platz positionierte sich das hannoversche Büro BKSP (Deloitte, Bredero), das der Fassade „mit Horizontalelementen etwas von der Höhe nehmen“ wollte, wie Architekt Jan Grabau sagt.

Ein weiterer Entwurf aus Hannover spaltete aber die Jury – er sah vor, die Tagungsbereiche ins Dachgeschoss zu verlegen. Baurat Bodemann wollte das nicht kommentieren, sagte aber: „Was nicht den Vorgaben des Wettbewerbs entsprach, konnte nicht ausgewählt werden. Sonst hätten alle anderen Teilnehmer des Wettbewerbs klagen können.“

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Einen Text zur Neugestaltung des Steintorplatzes und zu weiteren Bauvorhaben in der Stadt finden Sie nach einem Klick auf den jeweiligen Link.

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