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Markthallen-Eigentümer wollen nicht verkaufen

Kein Jugendstil-Umbau? Markthallen-Eigentümer wollen nicht verkaufen

Der Traum von der Rekonstruktion der historischen Jugendstil-Markthalle scheint schon nach wenigen Tagen zu platzen: Vier Anteilseigner, die zusammen die Mehrheit am derzeitigen Markthallengebäude halten, haben sich bei der HAZ gemeldet und betont, dass sie nicht an Hamburger Investoren verkaufen wollen.

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So könnte eine Rekonstruktion aussehen: Für ihr Aquarellbild hat die Künstlerin Elana Solodka die historische Architektur in das zeitgenössische Stadtbild versetzt.

Quelle: Solodka

Hannover. „Wir denken nicht daran, uns in naher Zukunft von einem Herzstück der Hannoveraner, der Markthalle, zu trennen – zumal wir sämtlichst Hannoveraner sind“, bemerkt Rechtsanwalt Bernhard Wedler mit spürbarem Lokalpatriotismus. Er spreche dabei für sich, seinen Bruder und zwei Freunde, die zusammen 64 Prozent der Gesellschafteranteile haben.

Zweistelliger Millionenbetrag für Neubau veranschlagt

Eine Hamburger Investorenfamilie hatte Interesse signalisiert, das Nachkriegsgebäude zu kaufen, abzureißen und an seiner Stelle eine Rekonstruktion der kriegszerstörten Stahl-Glas-Halle aufzubauen. Das Projekt, das auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag taxiert wurde, geht auf die Initiative des Vereins Hannoversche Stadtbaukultur zurück. Dessen Vorsitzender Albin Homeyer war mit Investorenvertretern und dem Initiator der Berliner Stadtschlossrekonstruktion, Wilhelm von Boddien, am Freitag der Vorwoche bei Stadtbaurat Uwe Bodemann einen Termin, um das Konzept vorgestellen. Schon da bauten sich allerdings Hürden auf: Die Nachkriegsimmobilie steht als besonderes Zeugnis der Wiederaufbauarchitektur unter Denkmalschutz, zudem würde eine Rekonstruktion der alten, viel breiteren Halle heute weit bis auf die Karmarschstraße ragen und auch die U-Bahn-Abgänge sowie den Glasaufzug in die Tunnelstation überdecken.

Gegenüber der HAZ hat Stadtbaurat Bodemann nach dem Investorengespräch vorsichtig von „wichtigen Aspekten, die geklärt werden müssten“, gesprochen. Der Verein denkt offenbar über einen Aufbau im Maßstab 85:100 nach, um zumindest das Größenproblem zu lösen. Das Landesamt für Denkmalpflege allerdings hat erklärt, dass es einem Abriss des Nachkriegsgebäudes ohnehin unter keinen Umständen zustimmen würde –auch nicht für eine Replik des Vorgängerbauwerks.

Der Verein ist bereits zweimal gescheitert

Die Mehrheitsgesellschafter um Rechtsanwalt Wedler betonen, dass sie die „Aufgabe, die uns auch vom Denkmalschutz auferlegt wurde“, sehr ernst nähmen: Man wolle „die Markthalle soweit wie möglich in ihrer Konzeption und Gestaltung als Markthalle der Fünfzigerjahre“ erhalten. Offenbar herrscht aber über die langfristige Strategie keine Einigkeit im Gesellschafterkreis. Zumindest ein Teileigner will seine Anteile verkaufen und hat dafür einen Makler beauftragt, der mit den Hamburger Investoren in Kontakt war. Anwalt Wedler kündigte an, über das Thema in der nächsten Gesellschafterversammlung sprechen zu wollen.
Der Verein Hannoversche Stadtbaukultur will sich von den Widerständen nicht beirren lassen. Man arbeite an Lösungen, sagt Vorsitzender Homeyer. Der Verein war bei der Stadt schon mit Plänen für die Rekonstruktion der Wasserkunst am Landtag und des Scherenschleiferhäuschens am Hohen Ufer abgeblitzt – bei der Markthalle hoffe man, trotz aller Probleme Erfolg zu haben.

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