Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Stadt sperrt Spielplatz für Pokémon-Go-Spieler

Platzverweise im Maschpark Stadt sperrt Spielplatz für Pokémon-Go-Spieler

Seit Pokémon Go auch in Deutschland gespielt werden kann, versammeln sich viele Spieler auf dem Spielplatz im Maschpark – zum Ärger vieler Eltern. Die Stadtspitze hat jetzt zwei Mitarbeiter beauftragt, die Pokémon-Spieler freundlich des Platzes zu verweisen.

Voriger Artikel
Region rüstet Haltestellen mit Wartedisplays aus
Nächster Artikel
Das müssen Sie zur "Nacht von Hannover" wissen

Spieler im Maschpark: Viele Eltern sind verärgert über die Pokémon-Go-Spieler auf dem Spielplatz.

Quelle: Dröse

Hannover. Es dauert einen Moment, bis die zwei jungen Männer auf dem Spielplatz im Maschpark verstehen, was ihr Gegenüber von ihnen will. Mit weit aufgerissenen Augen hören sie dem Mitarbeiter der Grünflächenverwaltung eine Zeitlang konzentriert zu, dann nicken sie, packen stumm ihre Sachen zusammen und schlurfen zum Ausgang des Spielplatzes.

Im Maschpark hinter dem Neuen Rathaus blockieren Pokémon-Go-Spieler immer wieder den Spielplatz, zum Ärger von einigen Eltern.

Zur Bildergalerie

Die Stadtverwaltung ist in einer Zwickmühle: Einerseits freut sie sich, dass ungezählte Spieler im Maschpark das neue Trendspiel Pokémon Go gemeinsam zelebrieren. Andererseits blockieren die Pokémon-Fans den Spielplatz – der ist eigentlich für kleine Kinder und ihre Eltern da, nicht für herumsitzende Handygamer. Die Stadtspitze hat sich jetzt aufgerafft und zwei Mitarbeiter beauftragt, die Pokémon-Spieler freundlich des Platzes zu verweisen. Am Montag hat es die ersten Appelle gegeben. Wie lange sie halten, muss sich zeigen.

„Wir freuen uns ja, dass so viele Pokémon-Go-Spieler den Weg in unsere schönen Parks gefunden haben“, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix die Aktion. Man wolle „auf nette Art an die jungen Menschen appellieren, dass sie sich an gewisse Regeln halten sollen und nicht überall uneingeschränkt spielen können“. Es habe Beschwerden von Eltern gegeben, weil ihr Nachwuchs angesichts der Masse an Pokémon-Fans den Spielplatz selbst nicht mehr habe nutzen können. Auch habe es häufig morgens viel Müll auf dem Spielplatz gegeben wie Zigarettenkippen und -schachteln sowie Flaschen.

doc6qpy2yz9bkm10kfih9ab

Fotostrecke Neustadt: Virtuelle Jagd nach Pokémon lockt in die Stadt

Zur Bildergalerie

Der Spielplatz im Maschpark und die Flächen nordwestlich davon sind seit Inbetriebnahme des Spiels vor etwa drei Wochen ein wahrer Hotspot, weil dort gleich drei sogenannte Poké-Stops positioniert sind. Das sind Stationen, an denen die Spieler beispielsweise Spielbälle sammeln können, die sie zum Einfangen der virtuellen Monster benötigen. Zudem bieten Poké-Stops die Möglichkeit, in der virtuellen Parallelwelt Köder auszulegen, mit denen Pokémons angelockt werden. Wer das Spiel nicht auf dem Handy installiert hat, kann von alldem nichts sehen – die Tausenden Computerspieler aber fühlen sich bei ihrer Monsterjagd geradezu magisch angelockt. Folglich versammelt sich dort auch die Gamer-Community.

Schon bevor Pokémon Go in Deutschland offiziell erschienen war, ist auch in Hannover das Pokémon-Fieber ausgebrochen. In einer Bildergalerie zeigen wir Ihnen, wo welche Pokémon bereits gesehen wurden und welche Pokéstops einen Besuch Wert sind. Sie haben Tipps und Tricks für uns? Dann schicken Sie uns doch einfach Ihre Hinweise. Dann aktualisieren wir die Galerie. 

Zur Bildergalerie

„Nur Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit ihren Begleitern dürfen sich tagsüber auf dem Spielplatz aufhalten“, heißt es jetzt auf der Internetseite der Stadt. Am Montag verliehen die beiden Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün der Bitte an die Pokémon-Go-Spieler dann noch einmal freundlich Nachdruck. In Zivil gingen sie lächelnd von Gruppe zu Gruppe und baten die Pokémon-Go-Spieler den Spielplatz zu verlassen. „Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit ein Ordnungsgeld zu verhängen, das wollen wir aber eigentlich nicht“, sagt Dix.

Nicht bei allen stößt der freundliche Platzverweis auf Verständnis. „Wir stören hier doch niemanden“, sagt einer: „Auf dem Spielplatz sind ohnehin kaum Kinder.“ Ein anderer macht sogar die Stadt selbst für die zweckentfremdete Nutzung des Spielplatzes verantwortlich. „Würde die Verwaltung mehr Bänke im Park aufstellen, dann müssten wir nicht auf den Spielplatz“, sagt er und ergänzt: „Und wenn sie schon dabei sind – ein kabelloser Internetzugang wäre auch nicht schlecht.“

Alle Informationen über Pokémon-Go finden Sie auf unserer Themenseite.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Rund 60 Bolzplätze in Hannover gesperrt

Nachdem sich ein Mann auf einem öffentlichen Bolzplatz den Fuß verknackst hat, sind nun rund 60 Spielflächen im Stadtgebiet gesperrt.