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Aus der Stadt Darum kehren die Pokémon-Jäger nach Hannover zurück
Hannover Aus der Stadt Darum kehren die Pokémon-Jäger nach Hannover zurück
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00:16 11.03.2017
„Ich kann nicht aufhören, ich will irgendwann alle haben“: Studentin Jessica Weber und ihr Freund Philipp Lösch gehen in Ricklingen auf Pokémon-Jagd.  Quelle: Irving Villegas
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Hannover

Nicht einmal ein Jahr ist es her: Junge Menschen, allein, in Gruppen, mit sturem Blick aufs Handydisplay, tingeln über die Wiesen im Maschpark oder liegen am Maschsee auf der Lauer. Auch am Opernplatz, am Kröpcke und am Ernst-August-Platz trifft man sie, konzentriert und verkabelt mit mobilen Ladegeräten - auf der Suche nach kleinen virtuellen Wesen. Innerhalb weniger Wochen verzeichnet das Spiel „Pokémon Go“ über 500 Millionen Downloads - Weltrekord! Höhepunkt der Hysterie ist eine zeitweilige Belagerung des Spielplatzes am Maschpark durch 200 Fans sowie 1000 weitere Spieler, die sich für eine Nachtwanderung am Kröpcke zusammenfinden. Doch als der Sommer geht, geht auch der große „Pokémon Go“- Hype. Ist das Spiel also Vergangenheit? Denkste!

Gut 1000 Menschen haben sich am Freitag in der Stadt versammelt um das Smartphone-Game der Stunde, "Pokémon Go", zu spielen.

Seit drei Wochen sind wieder vermehrt Pokémon-Jäger in Hannover unterwegs. Der Grund: Die lang ersehnte zweite Pokémon-Generation. 80 neue Taschenmonster gilt es nun zu fangen. Auch Jessica Weber ist trotz niedrigen Temperaturen nach wie vor im Sammelfieber. „Ich kann einfach nicht aufhören, ich will irgendwann alle haben.“ Schon als Kind hatte sie nach der Schule die TV-Kultserie geschaut. Die Taschenmonster dann plötzlich selbst fangen zu können war da natürlich ein ganz neues Erlebnis. Weber wollte den Hype zuerst nicht mitmachen - „dann überkam es mich aber doch“, erzählt die Studentin.

Es war eines der bislang umfangreichsten Updates seit dem Launch von Pokémon Go und hat dafür gesorgt, dass einige Spieler wieder zur App zurückkehren.  In der zweiten Generation des Spiels sind 80 neue Pokémon verfügbar. Eine Auswahl der neuen Taschenmonster.

Der harte Kern der Jägergemeinschaft besteht nach wie vor, obwohl die meisten Nutzer kurz nach Veröffentlichung von „Pokémon Go“ die Augmented-Reality-App (zu Deutsch: „erweiterte Realität“) schnell wieder deinstallierten. In Echtzeit sieht man die Wesen auf dem Handy auftauchen, als stünden diese direkt vor einem. Wer schnell genug ist, kann das Pokémon fangen, trainieren und gegen andere antreten lassen.

Noch immer findet man in Hannovers Facebook-Gruppen täglich Tipps und Hilfestellungen, rund 3500 Mitglieder sind dort nach wie vor verrückt nach den kleinen Monstern.

Dabei machte es einem „Pokémon Go“ nicht immer leicht. „Manchmal hat das GPS nicht funktioniert oder die Pokémon sind ständig geflüchtet“, klagt die Ricklingerin. Sie habe dann zwar weniger gespielt, die App allerdings nie löschen wollen.

Events halten Nutzer bei der Stange

Hersteller Niantic versprach Besserung. Und die Fans wurden bald mit Updates belohnt. Heute gibt es Events, an sie mehr „Belohnungen“ als üblich absahnen können. So fand man rund um Valentinstag vermehrt rosafarbene Pokémon in der Wildnis.

Die kalte Jahreszeit forderte dennoch ihren Tribut, sagt Jessica Weber: „Wenn einem dabei die Hände einfrieren, macht es auch keinen Spaß mehr.“ Dabei machte sie mit Freund Philipp Lösch gerne extra lange Spaziergänge, nur um die Fantasiewesen zu fangen. Der 25-Jährige wohnt in Bad Harzburg. „Da gibt es dann noch mal andere Pokémon als in Hannover“, erklärt er. Also eine Fernbeziehung, die sich auch spielerisch lohnt.

Der Pokémon-Hype

Alles rund um das Pokémon-Go-Fieber in Hannover können Sie auf unserer Themenseite nachlesen.

Martin Tolxdorf legt täglich mindestens zehn Kilometer zurück. Der 38-Jährige nutzt die App nicht nur wegen des Sammelns. Das Spiel funktioniert für ihn gleichzeitig noch als eine Art Fitness-App. „25 Kilo hab ich seitdem schon abgenommen“, sagt der Bad Nenndorfer stolz. Gerade sei er schon wieder eine Runde um den Maschsee gelaufen.

Benedict Born ist unterwegs mit Mama Simone. Mit ihr macht er häufig lange Spaziergänge, um auf dem Weg ein paar der Monster zu fangen. „Ich find die Pokémon süß. Außerdem macht das Sammeln Spaß“, sagt der Elfjährige. Mama Simone freut’s: „Seitdem er die App hat, fragt er häufig, ob wir mal wieder zusammen los wollen.“ Das sei doch viel besser als das ganze Vor-dem-Computer-Gesitze.

Im bevorstehenden Frühling werden vermutlich dank der zweiten Generation wieder mehr Pokémon-Jäger unterwegs sein.

Obwohl viele Spieler beim Laufen ausschließlich auf ihr Handy konzentriert sind, konnte die Polizei Hannover (noch) keine Unfälle verbuchen. „Vorfälle, die mit der App zu tun haben, sind uns nicht bekannt“, so Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Daran wird sich hoffentlich auch nichts ändern.

Von Madeleine Buck

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