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Aus der Stadt Polen am stärksten, Ghana am fairsten
Hannover Aus der Stadt Polen am stärksten, Ghana am fairsten
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00:18 15.07.2015
Von Saskia Döhner
Ausgezeichnet als fairstes Team: Die Mannschaft aus Ghana. Quelle: Behrens
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Hannover

Gewinnen wollen sie alle beim Internationalen Hannover Cup im Erika-Fisch-Stadion. Aber am Ende seien die Freundschaft, die Kameradschaft, der Sport die Sieger, sagt „Zeke“ („Unter dem Namen kennt mich jeder“). Er leitet die türkische Mannschaft und ist auch Trainer vom FC Can Mozaik, der sich „das Kicken gegen Vorurteile“ auf die Fahne geschrieben hat. Dass seine Truppe beim Hannover Cup im Auftaktspiel gegen Kamerun 3:0 gewinnt, macht ihn aber dennoch stolz. Am Ende gibt es nicht nur einen Turniersieger, sondern auch einen Preis für das fairste Team.

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Beim 5. Internationalen Hannover Cup sind 16 Teams mit 164 Spielern gegeneinander angetreten. Das Fußballturnier ist ein Beitrag für die Integration von Bürgern mit ausländischen Wurzeln.

Bereits zum fünften Mal richtet die Stadt dieses Fußballturnier für Einwohner mit ausländischen Wurzeln aus. 184 Spieler, alle älter als 16 Jahre, sind in 16 Teams dabei. „Über Fußball geht die Integration ganz einfach“, sagt Hasan Yilmaz vom Fachbereich Sport bei der Stadt. In einem Team haben sich Flüchtlinge aus ganz unterschiedlichen Ländern zusammengefunden. Sozialarbeiter Naviel Rafii, der die Mannschaft betreut, sagt, dies sei eine große Chance für die Menschen, ihr Selbstbewusstsein zu steigern. Der 17-jährige Amir Ghaderi aus dem Iran, der seit zwei Jahren in Hannover lebt, seit acht Jahren Fußball spielt und in der Abwehr kickt, meint, ein bunt gemischtes Team aus diversen Ländern sei besser als nur eine Nation: „Wir kommen richtig gut klar. Wären wir nur Iraner, würden wir bestimmt viel mehr miteinander diskutieren.“

„Fußball hat uns zusammengebracht“, sagt Christian Espinoza-Stapelfeld, der ursprünglich aus Peru stammt und für die lateinamerikanische Mannschaft aufläuft. Die Spieler vom Team Ghana sind größtenteils Vereinsspieler. Das Turnier sei gelebte Integration, betont Haminoun Mohammed, 23, der an der Hochschule Hannover Wirtschaftsinformatik studiert. Dennis Okine, ebenfalls 23, ist in Langenhagen geboren und macht eine Ausbildung zum Bürokommunikationskaufmann. „Zwei bis drei Monate vor dem Turnier haben wir angefangen, uns richtig auf den Cup vorzubereiten und einmal in der Woche trainiert“, berichtet er.

Die einzige Frau des Turniers ist im deutschen Team vertreten: Louiza Omelan, 21, spielt sonst für den TSV Havelse und tritt an diesem Tag zusammen mit ihren Brüdern Marc und Marvin an. Die Solistinnenrolle kennt sie schon. Schon im vergangenen Jahr war Louiza, die für den Stadtsender H 1 arbeitet, die einzige Frau: „Vielleicht ist das Turnier noch nicht bekannt genug“, sagt sie. Fans haben nicht viele Mannschaften mitgebracht. Hier ist die Türkei am stärksten vertreten. Mehr Frauen im Turnier fände sie gut, sagt Louiza – nicht nur auf den Zuschauerplätzen, sondern auch auf dem Rasen.

Ach ja, einen Sieger gibt es am Ende auch: Polen bekommt den Pokal, Griechenland wird Zweiter. Ghana erreicht den dritten Platz und wird auch gleich noch als fairstes Team des Pokals ausgezeichnet.     

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