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"Moscheen müssen sich fragen, welche Rolle sie spielen"

Kritik an Besuch von AKP-Vize "Moscheen müssen sich fragen, welche Rolle sie spielen"

Der Besuch von AKP-Funktionär Mehmet Mehdi Eker in zwei hannoverschen Moscheen hat kritische Reaktionen aus der Politik ausgelöst. SPD und CDU erwarten von den in Deutschland lebenden Türken Loyalität zur demokratischen Grundordnung.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. „Die Moscheen müssen sich fragen, welche Rolle sie spielen“, sagt Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci. Politische Agitation in Moscheen halte er generell für „schwierig“. Der türkischstämmige Parteichef appelliert an alle Deutschtürken in Hannover: „Deutschland ist unsere Heimat. Hier müssen wir uns einbringen.“ Von einer kleinen Minderheit politischer Scharfmacher dürfe man sich das Zusammenleben nicht kaputt machen lassen.

In ähnlicher Richtung argumentiert CDU-Parteivize Maximilian Oppelt. „Warum geben Moscheegemeinden einem Agitator wie Eker überhaupt Raum?“, fragt er. Mit einem solchen Angebot an den AKP-Funktionär, insbesondere nach Absage des Auftritts im Freizeitheim Lister Turm, stellten sich die Moscheegemeinden abseits der Stadtgesellschaft. „Die Loyalität sollte unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung gelten und nicht einem zweifelhaften türkischen Präsidenten.“

Eine der beiden Moscheen, die der AKP-Parteizive am Freitag besuchte, ist die Milli-Görüs-Gemeinde am Weidendamm in der Nordstadt. Wenige Stunden vor dem Eintreffen von Eker wurde dort ein Programm zu den bundesweit stattfindenden „Wochen gegen Rassismus“ vorgestellt, zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Dabei hat sich der Generalsekretär von Milli Görüs, Bekir Altas, auf Nachfrage auch zu den aktuellen Problemen rund um das Verfassungsreferendum in der Türkei geäußert.Er distanziere sich von den beleidigenden Äußerungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und Mitgliedern seiner Regierung gegenüber Deutschland, sagte Altas. „Eine Entwaffnung der Sprache ist nötig“, betonte er. Es sei geboten, zu einer Ebene zurückzukommen, auf der wieder miteinander geredet werden könne, meinte er. Die islamischen Religionsgemeinschaften wie Milli Görüs stünden in der Verantwortung, beide Seiten zur Dialogbereitschaft aufzurufen.

AKP-Vize Mehmet Mehdi Eker ist am Freitag in der Moschee an der Stiftstraße aufgetreten.

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Erdogans Nazi-Vergleiche führten in eine falsche Richtung. Es sei jedoch auch wichtig, zu schauen, wie es dazu gekommen sei. Für Altas liegen die Ursachen der Äußerungen bei „fehlenden Gesprächsmöglichkeiten“ zwischen Türken und Deutschen. Er setze sich für eine breite Verständigung ein und warb am Freitag unter anderem für Schüleraustauschprogramme zwischen Deutschland und der Türkei. Von Erdogan selbst oder seinen politischen Zielen distanzierte sich Altas nicht.

Beim gleichen Termin machte Oberbürgermeister Schostok deutlich, dass er gern mit einer türkischen Stadt eine Partnerschaft eingehen würde. „Im Moment habe ich aber gar keine Chance, in der Türkei mit einer Stadtverwaltung in Kontakt zu treten“, sagte er.

Von Mathias Klein und Andreas Schinkel

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