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Politik macht Druck auf Remondis

Neu ausschreiben? Politik macht Druck auf Remondis

SPD und CDU in der Region fordern Konsequenzen für den Fall, dass das private Entsorgungsunternehmen Remondis die Probleme mit der Abfuhr der gelben Säcke nicht in den Griff bekommt. Dann müsste der Auftrag neu vergeben werden, forderten beide Lager am Mittwoch einhellig.

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Ein häufiges Bild in der letzten Zeit: Liegen gebliebene Müllsäcke. 

Quelle: dpa

Hannover. „Remondis muss die unhaltbaren Zustände schnellstmöglichst abstellen“, sagt der Chef der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek. Wenn nicht, müsse das für die gelben Säcke verantwortliche Duale System Deutschland (DSD) über eine Neuausschreibung nachdenken. Ähnlich äußerte sich auch der Abfallexperte der SPD-Fraktion, Wolfgang Toboldt. Er forderte das DSD auf, „ganz genau hinzusehen, ob sich Remondis vertragsgemäß verhält“.

Wie berichtet, kommt es bei der Abfuhr der Säcke für Verpackungsmüll im Umland seit der Übernahme durch Remondis zu Jahresbeginn zu erheblichen Problemen. Säcke bleiben tagelang liegen, der Müll hat sich in einigen Orten inzwischen auf Straßen und auch auf Feldern und in Gärten verteilt.

Sollte Remondis auch die Ausschreibung für die Abholung der gelben Säcke in der Landeshauptstadt ab Januar 2017 gewinnen, dürfe es nicht noch einmal ein solches Durcheinander geben, sagt Toboldt. „Denn wenn die Säcke in Hannover auch tagelang liegen bleiben, gibt das ein richtiges Chaos.“ Dann könnten die Säcke in Hannover schnell auf den Fahrbahnen landen oder von Ratten angefressen werden, befürchtet der SPD-Abfallexperte.

Unterdessen werden immer neue Schwierigkeiten bekannt, die das Unternehmen hat. Offenbar hatten die Müllwerker von Remondis schon in den ersten Tagen mit ihren Wagen Unfälle. Remondis bestätigte, dass zwei der 23 Fahrzeuge nach Unfällen oder wegen technischer Probleme ausgefallen seien. Derzeit seien alle Fahrzeuge wieder im Einsatz, sagt Unternehmenssprecher Michael Schneider.

Die „starke Fluktuation“ der Mitarbeiter, die das Unternehmen eingeräumt hat, könnte vor allem an den überlangen Arbeitszeiten liegen. „Wer macht das schon mit, wenn man morgens um 6 Uhr angefangen hat und um 21 Uhr noch immer nicht fertig ist“, sagt ein Insider der HAZ. Schneider meint, sein Unternehmen stecke in der Zwickmühle. „Wir müssen die Säcke abfahren und die Leute zufriedenstellen. Das geht am Anfang nicht ohne Überstunden.“

Das ist Remondis

Remondis ist mit rund 30.000 Mitarbeitern das größte deutsche Unternehmen im Bereich der Abfallwirtschaft. Ein weiterer großer Geschäftszweig ist die Wasserwirtschaft. Der Hauptsitz des Unternehmens ist im westfälischen Lünen. Remondis hat große Erfahrung auch bei der Abfuhr von Abfall. Beispielsweise hat das Unternehmen in Teilen Schleswig-Holsteins, aber auch im Landkreis Gifhorn die Müllabfuhr und das Sammeln von  Wertstoffen übernommen.

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