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Aus der Stadt Eine Million Euro Ablöse aus Energievertrag
Hannover Aus der Stadt Eine Million Euro Ablöse aus Energievertrag
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18:28 12.12.2016
Von Andreas Schinkel
Das Misburger Bad ist seit Monaten geschlossen. Die Stadtverwaltung zahlt noch immer hohe Summen an einen Energielieferanten. Quelle: Ralf Decker
Hannover

"Das ist alles sehr ärgerlich", heißt es aus den Reihen der Ratspolitik. Zwar gehe es in Ordnung, dass die Stadt aus dem teuren Vertrag aussteige, da sich ansonsten die Kosten für die Stadt weiter erhöhten. Doch hätte die Stadtverwaltung dem Energielieferanten früher kündigen müssen; als bereits absehbar war, dass das Bad baufällig ist. "Jetzt heißt es nur: Augen zu und durch", sagt ein Ratspolitiker.

Nach Informationen der HAZ läuft der Vertrag mit dem Energieversorger bis zum Jahr 2027. Würde der Vertrag aufrecht erhalten, türmten sich hohe Kosten für ein Schwimmbad auf, das es in ein paar Jahren so gar nicht mehr gibt. „Ein neues Bad wird energetisch effizienter sein, daher benötigen wir keine hohen Heizenergielieferungen mehr“, sagt ein Ratspolitiker. Insofern sei es günstiger, aus dem Energievertrag auszusteigen – trotz Ablösesumme.

Das Misburger Bad steht voraussichtlich bis 2020 nicht zur Verfügung, ausgenommen ist der Freibadbereich. Der Grund sind erhebliche Schäden an der Statik, verursacht während der Sanierung des Bads in 2006. Der damalige Pächter, die Firma s.a.b., erhielt von der Stadt Millionensummen für die Erneuerung des Bads. Beauftragt wurde die Baufirma Pellikaan. Nachdem die Stadt den Badbetrieb vor zwei Jahren übernommen hatte, wurden die Schäden bei kleineren Reparaturen sichtbar. Jetzt deutet alles daraufhin, dass das Bad neu errichtet wird.

Die Stadt prüft derzeit, ob und in welchem Umfang sie Regressforderungen an den damaligen Badbetreiber stellen kann. Im Sportausschuss macht ein Rechtsexperte den Politikern aber wenig Hoffnung. Die Verjährungsfristen seien abgelaufen, die Firma s.a.b. existiere nur noch auf dem Papier. Allein die Baufirma Pellikaan sei um ihren guten Ruf bemüht. "Die Firma wäre bereit, für Fehler einzustehen, wenn an den Vorwürfen etwas dran sei", berichtet der Jurist. Ob am Ende die Stadt Hannover tatsächlich Geld bekommt, scheint aber sehr unsicher zu sein.

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