Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt 40 
Bolzplätze in Hannover bleiben gesperrt
Hannover Aus der Stadt 40 
Bolzplätze in Hannover bleiben gesperrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 16.02.2017
Von Andreas Schinkel
Die neunjährige Sophie kann nicht Fußball spielen, weil der Bolzplatz gesperrt ist. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Noch immer sind 40 Bolzplätze in Hannover gesperrt. Aufgrund eines Gerichtsurteils muss die Stadtverwaltung die Sicherheit auf den Plätzen erhöhen und die Flächen herrichten. In der Ratspolitik wächst die Kritik. "Die Bürger brauchen Sicherheit, wie es weitergeht", sagt SPD-Ratsfrau Peggy Keller.

Eigentlich hatte die Ratspolitik am Montag erwartet, dass Fachleute aus dem Grünflächenamt über den Stand der Dinge bei den Bolzplätzen berichten. Doch Sportdezernentin Konstanze Beckedorf bat um Entschuldigung. Der Grünflächenexperte erschien nicht zur Sitzung. Ratspolitiker reagierten verärgert. "Das ist leider beschämend, wenn sich die Verwaltung vor diesem Thema wegduckt", sagte SPD-Ratsfrau Keller der HAZ. Die Dezernentin kündigte an, dass der Bericht in der nächsten Sitzung des Sportausschuss Mitte März nachgeholt werde.

"Es besteht dringender Handlungsbedarf"

Auch Sportpolitiker Mark Bindert von den Grünen drängt zur Eile. "Es besteht dringender Handlungsbedarf. Bis zum Frühjahr sollten die Plätze den Jugendlichen wieder zur Verfügung stehen", sagt er. CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth gibt zu bedenken, dass die Verwaltung fünf Monate Zeit hatte, die Plätze zu überprüfen und bauliche Mängel zu beheben. "Das ist meines Erachtens völlig unprofessionell. So etwas muss schneller gehen", sagt Klapproth. Die Verzögerungen gingen zu Lasten der Freizeitsportler.

Anlass für die Sperrungen ist ein Gerichtsurteil aus dem Herbst vergangenen Jahres. Vor dem Oberlandesgericht in Celle hatte ein 41-jähriger Mann geklagt, weil er sich beim Fußballspielen auf einem Bolzplatz in Limmer verletzt hatte. Das Gericht gab dem Mann Recht. Die Stadt habe nicht ausreichend für Sicherheit auf dem holprigen Bolzplatz gesorgt. Die Stadtverwaltung reagierte umgehend und sperrte etliche Bolzplätze.

Werden die Tore abmontiert?

In Hannover hat das Urteil für heftige Kritik gesorgt. Vor allem der klagende Mann und das Gericht zogen Ärger auf sich. Die Grünen fragten sich, ob jetzt eine Mauer um die Eilenriede gezogen werden müsse, weil es dort etliche Freizeitsportflächen gebe. Das war nur zum Teil ironisch gemeint. Die Grünen wollen von der Stadt beim nächsten Sportausschuss wissen, ob nun auch die Laufstrecken im Stadtwald eingeebnet werden müssen.

Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) meinte kürzlich, dass das Gericht "ungewöhnliche Kriterien" für die Plätze angelegt habe. Tatsächlich sahen die Richter die Rasenplätze nicht als Freizeitflächen an, sondern als Sportstätten. Für Letztere gelten deutlich höhere Sicherheitsbestimmungen. Grünen-Politiker Bindert schlägt daher vor, die Tore auf den Plätzen abzumontieren. Dann gelten die Plätze nicht mehr als Sportstätten, sondern nur noch als Freizeitbereiche. "Bevor die Plätze entfallen und nicht wieder geöffnet werden dürfen, ist das die bessere Alternative", sagt er.

"Während des Winters sind Reparaturen schwierig"

Die Stadtverwaltung weist den Vorwurf zurück, untätig geblieben zu sein. "Während des Winters sind Reparaturen schwierig", sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Auf sechs Plätzen, allesamt Schotterflächen, sei in den vergangenen Wochen trotzdem gearbeitet worden. Zwei davon sind nun freigegeben: Die Plätze Am Seelberg und in der Stahlstraße. Auf vier weiteren Bolzplätzen seien die Bauarbeiten abgeschlossen: Domagkweg/Grünzug Roderbruch, Tripweg, Rampenstr./Küchengartenstr., Nenndorfer Platz/West. "Allerdings können die Plätze noch nicht freigegeben werden, weil die Untergründe noch trocknen müssen", sagt Dix. Das lasse die Witterung derzeit nicht zu.

Ende Februar sind weitere Plätze an der Reihe. Ein großer Teil, darunter auch Bolzplätze mit Asphalt- und Rasenbelägen, wird ab April hergerichtet.

Diese Bolzplätze sind gesperrt

Stadtbezirk Mitte

  • Am Königinnendenkmal (Eilenriede
  • Wakitu (Eilenriede)

Stadtbezirk Vahrenwald-List

  • Am Welfenplatz
  • Bonifatiusplatz (nur ein Platz gesperrt) 
  • Borkumer Straße
  • Böcklinplatz 
  • De-Haën-Platz
  • Grethe-Jürgens-Straße 
  • Im Othfelde / Otto-Rheinhold-Weg
  • Lenbachstraße / Klingerstraße
  • Liliencronplatz
  • Moltkeplatz

Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide

  • Emmy-Lanzke-Weg / Grünzug Vahrenheide
  • Leipziger Straße
  • Posener Straße / Ludwig-Sievers-Ring

Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld

  • Berckhusenstraße / Roderbruch-Süd
  • Domagkweg / Grünzug Roderbruch-Nord
  • Klingerstraße / Guerickestraße
  • Mecklenburger Straße
  • Nußriede
  • Sibeliusweg
  • Tripweg

Stadtbezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode

  • Am Spargelacker

Stadtbezirk Südstadt-Bult

  • Am Südbahnhof
  • Heinrich-Heine-Straße
  • Stephansplatz

Stadtbezirk Döhren-Wülfel

  • Am Schafbrinke
  • Sommerlindenallee
  • Suthwiesenstraße (zwei Plätze)
  • Werrastraße / Richartzstraße

Stadtbezirk Ricklingen

  • Canarisweg
  • Jütlandstraße
  • Konrad-Hänisch-Straße
  • Munzeler Straße
  • Nenndorfer Platz
  • Schünemannplatz

Stadtbezirk Linden-Limmer

  • Billungstraße
  • Rampenstraße
  • Viktoriastraße
  • Von-Alten-Garten

Die Serie von Brandstiftungen in Kleingartenkolonien in Linden-Mitte und Badenstedt ist länger als bislang bekannt. Die Polizei war von neun Fällen seit Mitte Dezember ausgegangen. Nun wurde ein zehnter Fall gemeldet.

Tobias Morchner 13.02.2017

Rund 50 Studenten der Hochschule Hannover stellen mehr als 200 eigene Bilder aus und bieten sie in einer stillen Auktion auch zum Verkauf. Der Reiz für die Besucher liegt darin, am Ende ein Original nach Hause zu tragen.

Bärbel Hilbig 13.02.2017
Aus der Stadt Kinderfest im Museum August Kestner - Feiern wie die alten Ägypter

Mischung aus Mystik und Geschichte: Beim Kinderfest im Museum August Kestner gab es am Wochenende eine ägyptische Modenschau zu bewundern und eine Playmobil-Sammlung zu bestaunen.

Saskia Döhner 12.02.2017